Alljährlich im Januar wird gezählt. Der Nabu ruft seit 16 Jahren dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen. Egal wo, im Garten, im Park oder auf dem Balkon. Die Ergebnisse werden bundesweit erfasst und in einer Art Live-Ticker im Netz auf den Seiten des NABU zur Verfügung gestellt. Ich habe mir die Auswertungen für die Landkreise der Lausitz mal angesehen und dazu auch wieder einen Gast in der Sendung.
Ich bin Naturpilgerin Jana Wieduwilt. Weißt du, mein Anliegen mit diesem Podcast ist es, dich mitzunehmen in unsere schöne Lausitz. Dich mitzunehmen, dich auf spannende Sachen aufmerksam zu machen und gemeinsam mit dir zu lernen. Vor allem zu lernen oder auch zu sehen, was kann ich eigentlich als kleines Menschlein tun, damit unsere Lausitz enkeltauglich bleibt. Wenn wegen dieses Podcasts auch nur ein Vögelchen nicht an eine Fensterscheibe fliegt, ein Baum weniger gefällt oder verstümmelt und eine gute Portion Fadenwürmer mehr satt werden, weil Laubhaufen auch mal liegenbleiben dürfen, dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht.
Du kannst meine Arbeit unterstützen, indem du den Podcast likest, kommentierst und abonnierst. Danke dafür. Und jetzt kommen wir zur Stunde der Wintervögel.
Das ist im Grunde genommen ein Citizen Science Projekt. Das bedeutet, die Bürger beteiligen sich an der Wissenschaft. Jeder, der möchte, kann helfen und eine Stunde lang Vögel zählen. Das ganze wird Online eingegeben und ist dann auf der NABU Website zu finden. Da es ja eine Lausitz als administrativen Bereich nicht gibt, habe ich mir die dauzgehörigen Landkreise in Brandenburg und Sachsen angesehen.
Die Rangfolge ist bei fast allen Landkreisen
Kohlmeise, Haussperling, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Grünfink. Zusammengezählt die Lausitzer Landkreise und Cottbus sind z.B. in der einen Stunde 17.000 Kohlmeisen, fast genausoviele Haussperlinge gezählt worden. Amseln waren rund 2.600 am Start. Klingt alles schön und das ist es ja auch..
Trotzdem ist der Bestand an Haussperlingen überall konstant, in einigen Gegenden leicht rückläufig. Erfreut hat mich persönlich, dass meine geliebte Amsel ebenfalls häufig gesichtet wurde und sich ihr Bestand zumindest im Brandenburgischen Teil der Lausitz offenbar leicht erholt hat.
Auch das Rotkehlchen kommt zwar nicht ganz so häufig in der absoluten Zahl, aber doch in rund 70 % der Zählstellen vor. Das finde ich schon mal ganz gut.
Ansonsten wurden unter anderem noch Grünfinken, Bergfinken, Kranich, Stieglitz und Buntspecht gesichtet.
Was ist mir noch aufgefallen? Erschreckt hat mich, dass der Eichelhäher, ein prächtiger Vogel, der noch dazu Eicheln „pflanzt“, um fast ¼ zurückgegangen ist. Der Eichelhäher ist einer meiner Lieblingsvögel, ich mag ihre majestätische Art – und auch ihr Aussehen. Rotbraun und schwarz-weiß gestreift sieht der stattliche Vogel aus – und ich mag ihn sehr. Als ich in die Lausitz zurückkam, ist er mir häufig aufgefallen – doch jetzt, wo ich drüber nachdenke, habe ich ihn schon länger nicht mehr gesehen.
Ich habe noch einige Fragen zum Thema Wintervögel. Dankbar bin ich, dass ich beim NABU Senftenberg Toralf Nowatzki treffen konnte. Er befasst sich seit seiner Kindheit als Hobby mit dem Thema Ornithologie und er nimmt mich mit auf einen kurzen Spaziergang durch den Senftenberger Schlosspark.
Vor allem am frühen Abend, kurz vor dem Dunkelwerden und am morgen nachdem es hell wird. Dann müssen die Vögel dringend fressen und wagen sich aus der Deckung. Das Wichtigste: Stehenbleiben. Schauen und Lauschen.
Es gibt Körnerfresser, Insektenfresser und Allesfresser.
In Senftenberg kann man den Eisvogel sehen??? Wo denn?
Früh am Stadthafen. Stehenbleiben gucken und hören, Eisvogel sind ruffreudig. Und ein Eisvogel muss Fisch fressen, deshalb ist er an frühen, stillen Morgen dort zu beobachten.
Wie findet man denn raus, was für ein Vogel das gerade ist?
Man kann einfache Apps benutzen, in ein Bestimmungsbuch schauen oder an einer Führung teilnehmen.
Vogel füttern, wie soll man es machen?
Grundsätzlich, so lerne ich, ist es nicht schädlich, Vögel im Winter zu füttern, aber eben auch nicht notwendig. Klar, es macht Spaß, die bunte Vogelschar am Fenster oder im Garten zu beobachten. Etwas nachdenklich wurde ich, als ich einen Artikel vom NABU Berlin gelesen habe.
Dort wird beschrieben, wie man am sinnvollsten füttert, nämlich so, dass das Futter nicht durch Kot verunreinigt werden kann.
Mein schönes Futterhäuschen ist also eigentlich nicht ganz so günstig, weil das Futter ja offen drin liegt und die Vögel eben das Futter selbst verunreinigen können. Meisenknödel oder auch selbst gemachte Futtertöpfe zum Aufhängen sind eine Lösung. Auch bei der Wahl des Futters ist Vorsicht geboten.
Wir haben gelernt, dass es verschiedene Vogelarten gibt. Körnerfresser, Insektenfresser und Allesfresser. Je nach dem, was die Vögel sind, sollten sie gefüttert werden.
Wir können mit Mais zum Beispiel, der in manchen fertigen Supermarkt-Futtermischungen drin ist, gar nicht helfen. Das fressen die Tiere sonst auch nicht, es bekommt ihnen also auch nicht.
Fakt ist, der Bestand an Vögeln ist zurückgegangen. Das hat mehrere Gründe.
Unter anderem der Verlust der Lebensräume, der zunehmende Verkehr, aber auch die immer größeren Fensterfronten die durch Reflektion die Tiere verwirren. Am wichtigsten aber ist der Verlust der Lebensräume. Je aufgeräumter Parks und Gärten, desto weniger Lebensräume für unsere Wintervögel!
Also, wenn du mehr zum Thema Vögel in der Lausitz wissen möchtest, geh mit auf eine der Führungen. Es gibt mehrere Vogelwanderungen im Lausitzer Gebiet. Für den NaBU Senftenberg und Toralf Nowatzki kann ich sagen, dass es wieder eine Wanderung zur Stunde der Gartenvögel geben wird. Das ist im Mai. Wenn du möchtest und mir schreibst, geh ich mit LausitzLiebe gerne mit.
Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir, wie immer ganz viel LausitzLiebe.
Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt