Versteckte Welten - Exkursion zum Wintergrün
Versteckte Welten – ich war mit Nicola Glaser von der Naturwacht Brandenburg und vielen interessierten Naturfreundinnen und Naturfreunden im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft unterwegs. Und du wirst nicht glauben, was wir mitten im Winter alles an Grünen Pflanzen und Lebewesen im Naturpark entdeckt haben. Unter anderem eine Gottesanbeterin, nein zwei. Und die hatten sich wirklich gut versteckt. Aber dazu gleich.
Auf der Suche nach Wintergrün begegnen wir zuerst...
Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration und auch darum, was zu lernen. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir heute Rangerin Nicola Glaser in die versteckten Welten.
Heute zeige dir virtuell, wie du selbst am grauesten Wintertag noch so einiges entdecken kannst.
Wir sind im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Er erstreckt sich über eine Fläche von 484 km2 und hat vom Moor im Loben über die Heide, Wald und Bergbaufolgelandschaften eine riesige Artenvielfalt. Insgesamt beherbergt der Naturpark 13 Naturschutzgebiete und 7 Landschaftsschutzgebiete und 11 Flächennaturdenkmäler.
Wir beginnen schon mal nach Grün im graubraunen Winterwald bei leichtem Schneefall zu suchen.
Die Tour startet ungewöhnlich, denn wir finden zunächst eine Yuccapalme. Die ist natürlich grün. Und nein, die Yucca gehört nicht in die Lausitz. Aber sie ist da. Vermutlich haben Gartenabfälle zur Ansiedlung des Exoten geführt.
Erstmal erklärt uns Nicola Glaser, welche Aufgaben die Naturwachteigentlich hat:
- Monitoring
- Gebietskontrolle
- Öffentlichkeitsarbeit
- Dokumentation
Auch wenn der Winter wie eine verlorene Zeit scheint, so haben die Naturwächter doch jede Menge zu tun, es gibt nämlich einiges zu “monitoren”, zu beobachten.
- grüne Pflanzen
- Tiere wie Hirsche, Wölfe und Co.
- Vögel, wie z.B. den Singschwan, Turmfalke, Seeadler und Co.
Woran du erkennst, dass Auerhühner hier geboren sind
Die Vögel werden beobachtet und wenn sie beringt sind, können die Naturwächter erkennen, welche Farbe, welche Nummern diese Ringe haben. Das wird gesichtet, indem die Tiere mit guten Objektiven fotografiert werden.
Auf diese Weise kann man herausfinden, woher z.B. der Singschwan kommt. Vor einiger Zeit ist einer hier entdeckt worden, der stammte aus Lettland. Aber auch Gänse und Kraniche sind zur Zeit zu beobachten. Die kommen jetzt überwiegend aus nordischen Gefilden zu uns. Aber im Frühjahr kommen die Kraniche auch langsam zurück.
Anhand der Ringe findet man z.B. heraus, welche Auerhühner woher stammen. Die Auerhühner wurden ja aus Schweden hierher „umgesiedelt“ in einem Wiederansiedlungsprojekt. Die schwedischen Auerhühner sind alle beringt. Werden also Auerhühner ohne Ring gefunden, sind sie hier geboren. Auerhühner mit Ring stammen wirklich noch vom Wiederansiedlungsprojekt und sind echt schwedisch.
Glycerin im Falter - wie überwintern eigentlich Schmetterlinge?
Und weiter gehts zu den Insekten. Insekten im Winter ?? JEP. Nicola Glaser erklärt uns, dass wir mit achtsamen Augen auch Insekten finden können. Zum Beispiel Falter.
Die Falter haben Glycerin in sich, deshalb erfrieren sie nicht. Tagphauenauge und Admiral hängen den Winter über ab, z.B. neben Fledermaus und Co in Höhlen und Bunkern. —> Mehr dazu hörst du im Podcast, Folge #25
Die Exkursionsgruppe bekommt eine Aufgabe, nämlich etwas Grünes im Forst zu suchen.
Und da kommt bei der Gruppe von ca. 20 Personen schon einiges zusammen, was jetzt bei aufmerksamer Betrachtung im Walde zu finden ist:
Schon nach wenigen Minuten kommt die Gruppe mit reichen Schätzen zusammen: Preiselbeere, Kiefer, Flechten (Pilz und Alge), ein schon recht verwittertes Stück Stamm – Totholz mit vielen Gängen Löchern und Co. einer Raupe, Larven drin, die in dem wärmeren Ort überwintern.
Weiter kommen verschiedenste Moose, Veilchen, diverse Pilzarten, Efeu, Spitzwegerich, Vogelmiere, Habichtskraut, Storchschnabel, Brombeere, Glockenheide, die auch immergrün ist. Die Tour heißt “Versteckte Welten-Tour”.
Welches Tier frisst eigentlich Kiefernnadeln???
Ganz nebenbei lernen wir: Welches Tier frisst denn gerne die Kiefernnadeln?
Das sind auch die Auerhühner, diese Tiere fressen gerne Kiefernnadeln.
Wir lernen so einiges über Brombeeren und die Mistel. —> Ausführlich dazu im Podcast.
Wir entdecken eine junge Kiefer, an der sich ein Rehbock geschabt hat. Das ist ganz gut zu erkennen anhand der Schabstellen – also wissen wir, hier wohnen Rehe.
Die Diva des Waldes
Und wir sehen was Tolles. Was ganz seltenes:
Wintergrüne.
Das Doldenwinterlieb ist so was von schön. Und selten.—> ausführlich im Podcast.
Das Doldenwinterlieb kommt immer in der Nähe von Kiefern vor. Es blüht rosa und sieht aus wie eine kleine Diva Die seltene Pflanze braucht Lichtreiche Standorte und es lebt in Symbiose mit dem Wurzelpilz der Kiefer. Der Pilz versorgt die Pflanze mit Wasser und Mineralsalzen. Das Dolden Winterlieb liefert Kohlenhydrate. Auf diese Weise kann die Pflanze auch auf nährstoffarmen Böden wachsen.
Das machen auch andere Plfanzen so und gehen eine enge Partnerschaft mit Pilzen ein. Und was braucht das Doldenwinterlieb noch??
Wir kommen wieder auf ein Thema, das in der Lausitz immer mehr an Gewicht gewinnt: Das Wasser.
Wasser in der Lausitz
Doch wir kommen auch hier wieder auf ein Thema, das in der Lausitz immer mehr an Gewicht gewinnt: Das Wasser.
Je mehr der Grundwasserspiegel sinkt, umso mehr Pflanzen verschwinden. Weil es zu trocken wird. –> Ausführlich im Podcast
Wo wohnen Glühwürmchen?
Und gleich gehts weiter. Diesmal mit einem winzig kleinen Ding.
Die Eichenzipfelpfalter überwintern in einem Ei, winzig, an einer Knospe einer Eiche. Ich habe gesucht, aber keins der winzigen Eier gefunden, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Was für interessante Überwinterungsstrategien doch unsere heimischen Tiere und Pflanzen haben.
Ein Kind findet ein offensichtlich leeres Schneckengehäuse. Doch vielleicht ist es gar nicht leer? In solchen Behausungen überleben unsere Glühwürmchen. Das ist dann ein Würmchen mit gelben Flecken. Die brauchen wilde Ecken und Versteckmöglichkeiten.
Apropos Insekten. Wir haben zwei Larven von Gottesanbeterinnen entdeckt, die hier gemütlich überwintern.
Wir haben insgesamt doch ganz viel Leben im Naturpark gefunden. Auch im Winter. Viele spannende Pflanzen, sogar das seltene Dolden Winterlieb. Es war eine herzerfrischend schöne Exkursion.
Ich danke Nicola Glaser von der Naturwacht Brandenburg für diese wunderbare Zeit und ihre Liebe zur Natur. Und rufe dir zu.
Geh in die Natur. So oft du kannst. So oft es geht. Ohne Handy. Oder lass es in der Tasche. Beobachte. Du kannst so viel lernen, auch wenn du nicht genau weißt, wie die Pflanze heißt. Ich habe wirklich viel alleine durch Beobachten gelernt.
Was du tun kannst?
Wenn dir der Podcast gefallen hat, kommentiere, gib mir ein Like, abonniere den Kanal. Und nun wünsche ich dir einen schönen Tag, wir hören uns nächste Woche wieder. Ich wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe.
Warum LausitzLiebe?
Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt