Frühjahrskur Lausitz: Mit Wildkräutern fit in den Frühling
Der Winter war lang – gefühlt besonders lang. Müdigkeit, ein träger Stoffwechsel, das Gefühl, nicht richtig anzulaufen.
Doch die Lausitz hat einiges zu bieten, um den Körper wieder in Schwung zu bringen: Wildkräuter, die direkt vor der Haustür wachsen.
Carmen Randolf, Heilkräuterexpertin und Phytotherapeutin, erklärt im Podcast Lausitzliebe, welche Kräuter sich für eine Frühjahrskur Lausitz eignen – und wie man sie richtig anwendet.
Warum überhaupt eine Frühjahrskur?
„Wir kommen aus dem Winter raus, wir sind müde, meistens haben wir ein paar Kilos zugenommen, irgendwie fühlt man sich langsam träge, alles läuft nicht so richtig“, beschreibt Carmen Randolf die typische Situation nach dem Winter. Wildkräuter helfen dabei, Stoffwechsel und Organsysteme wieder zu aktivieren – Leber, Niere, Haut, alles, was im Winter noch im Winterschlaf steckt.
Dabei hat die Frühjahrskur eine lange Tradition: „Man macht das tatssächlich schon lange im Frühjahr, die frischen Wildkräuter zu sich nehmen, einfach weil sie den Stoffwechsel aktivieren.“ Wer die Kräuter selbst sammelt, bekommt die Bewegung an der frischen Luft gleich gratis dazu.
Und noch etwas: „Wenn man das wie eine Art Ritual macht, hat man das neue Jahr auch so richtig eingeläutet.“
Wildkräuter Lausitz: Diese Pflanzen jetzt nutzen
Welche Wildkräuter in der Lausitz für die Frühjahrskur geeignet sind, richtet sich nach dem, was gerade wächst. Carmen Randolf macht ihre Kur „im Grunde genommen mit den Pflanzen, die da sind und die sich zeigen“. Aktuell sind das unter anderem:
Brennnessel – die erste Frühlingspflanze, stark entwässernd, unterstützt die Niere
Vogelmiere – regt die Lymphe an, leicht entwässernd, ideal als Frischpflanzensaft
Löwenzahn – entwässert und regt die Verdauung an; die ersten zarten Blättchen schmecken hervorragend im Salat
Gundermann – kommt bereits jetzt und ist ein wertvolles Frühjahrskraut
Bärlauch – kommt bald und kann vielgältig genutzt werden
Birke – frische junge Blätter: entwässernd, fördern den Hautstoffwechsel, wunderbar im Salat
Scharbochskraut – reich an Mineralstoffen und Vitamin C
„Es ist für alles ein Kraut gewachsen“ – und das Schöne daran: Vieles davon steht direkt vor der Tür, mitten in der Lausitz.
Tee, Presssaft oder Tinktur – so bereitet man Wildkräuter zu
Wie intensiv man die Frühjahrskur betreiben möchte, bestimmt die Zubereitungsart. Carmen Randolf empfiehlt im Frühjahr besonders Frischpflanzensäfte: „Die sind wirklich sehr gehaltvoll und bringen auch richtig was in Bewegung.“ Wer die Säfte nicht mag, kann auch mit Tee oder Tinkturen arbeiten.
Wichtig ist, die entwässernden Kräuter wie Brennnessel oder Löwenzahn in den Tagesablauf einzuplanen: „Wenn du morgens ins Büro gehst und hast schon einen Liter Brennesseltee getrunken und musst ins Meeting, dat geht nicht.“ Ihr Tipp: Den Tee am frühen Nachmittag trinken – so ist die Entwässerung bis zum Schlafengehen abgeschlossen.
Wer keine Zeit hat, täglich frisch zu sammeln: Wildkräuter halten sich in einem feuchten Tuch im Kühlschrank zwei bis vier Tage. „Es ist immer noch besser als ein gekaufter Salat aus dem Aldi.“
Selbstversorger Lausitz: Bewusst sammeln in der Natur
Wer als Selbstversorger in der Lausitz auf Wildkräutersuche geht, sollte mit Bewusstsein vorgehen. Carmen Randolf empfiehlt: Sammelstellen wählen, die nicht gedüngt und nicht stark von Hunden frequentiert sind – Wiesenränder und Waldränder sind ideal. Nur gesunde Pflanzen nehmen und auf Insekteneier oder Schäumchen achten. Und vor allem: Bestände schonen. „Sammelt, was man braucht, und lässt den Rest für den nächsten oder übernächsten Tag stehen.“
Beim Bärlauch gilt besondere Vorsicht: „Ich kann nicht erkennen, ob da zum Beispiel mal ein Glöckchenblatt drin ist, wenn ich so ein ganzes Bündel nehme.“ Deshalb: Blatt für Blatt prüfen.
Kräuter Lausitz: Auf die individuelle Wirkung achten
Nicht jede Pflanze passt zu jedem Menschen. „Manche Leute mögen nicht so gerne Bitteres und sagen, der Löwenzahn ist mir eigentlich viel zu bitter – dann suche ich mir eben ein anderes Pflänzchen.“ Birke oder Brennnessel wirken ähnlich entwässernd und sind oft besser verträglich.
Wichtig ist auch: Wer die Wirkung einer Pflanze kennt, wird nicht von ihr überrascht. Der Löwenzahn heißt im Volksmund „Bettseicher“ – auf Französisch Pissenlit, auf Italienisch ähnlich. Wer das weiß, nimmt den Frischsaft nicht abends vor dem Schlafengehen.
Von der Naturliebe zur Phytotherapie – Carmen Randolfs Weg
Carmen Randolf ist Phytotherapeutin – das therapeutische Arbeiten mit Heilpflanzen. Ihr Wissen hat sie sich nicht durch eine Familientradition angeeignet, sondern durch jahrzehntelange Neugier und Erfahrung. „Ich glaube, ich bin dem Ruf der Kräuter gefolgt“, sagt sie. Mit dreizehn, vierzehn Jahren lief sie mit einem Bestimmungsbuch durch den Wald. Aus „Was ist das für ein Blümchen?“ wurde „Die kann man ja auch essen“ – und dann „Man kann damit heilen.“
In ihrer Wildkräuterwerkstatt gibt sie dieses Wissen weiter. „Draußen steht ganz, ganz viel, was wir nutzen können. Wir müssen nicht in die Apotheke oder ins Reformhaus gehen – aber können wir natürlich auch.“
Raus in die Lausitz – die Natur wartet
Carmens Wunsch ist klar: „Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Menschen diesen Zugang zur Natur wiederfinden, um ihre Gesundheit zu erhalten. Wenn die Menschen wieder diesen Blick dafür entwickeln und diese Liebe zur Natur, dann ist der Naturschutz einfach auch wieder da.“
Die ersten Rapünzchen kommen, das Scharbochskraut sprießt, die Brennnessel wächst. Die Frühjahrskur Lausitz kann beginnen – direkt vor der Haustür.
Ich wünsche dir wie immer bei allem, was du achtsam tust: ganz viel LausitzLiebe.
Warum LausitzLiebe?
Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt