In der Provinz Leon

In der Provinz Leon

Nun also letzte Etappe. Hinter mir müssten ungefähr 300 km zu Fuß liegen. Ganz schön viel. Eigentlich. Naja, die schnellen Australier oder der Ex-Bundi haben natürlich mehr hinter sich. Sie sind mir schon weit voraus. Heute war ich langsam am Start und langsam unterwegs. Das gab mir Zeit, den ganzen Reiz des Weges noch einmal auszukosten. Beispielsweise das Labyrinth in meine eigene Mitte zu gehen. Wenn ihr wissen wollt, was auf dem innersten Stein steht – dann müsst ihr selber laufen. Oder solche lustigen Hater-Kommentare zu lesen. Im Sommer muss es wirklich sehr busy sein hier.. Jetzt hingegen ist nichts los. Ich habe heute den ganzen Tag nur 3 Pilger getroffen. Schöne Landschaft dafür mehr.

Nachtrag

Nachtrag

Habe gerade den schlauen Australier wieder getroffen, der in Hongkong lebt mit seiner Singapur-Freundin. Da gehst du nichts ahnend durchs Dorf und triffst die wildesten Typen. Ihr wisst schon, das war der, den ich an der Waschmaschine getroffen habe und der mir erklärt hat, dass ich den Schmerz wegdenken soll. Die beiden haben beschlossen, langsamer zu gehen. Und guck: sie sind ja auch erst hier. Also das ist ein Dorf mit 600 Einwohnern max. Aber die Pilger sind irgendwie eine große Gemeinschaft. P.S. Sein Tipp hat funktioniert.

Was der Camino so erzählt

Was der Camino so erzählt

Der Weg erzählt eine Menge Geschichten, beispielsweise, wenn man aufmerksam durch Unterführungen geht, die Beschriftungen der Verkehrszeichen liest oder auch auf den Boden schaut. Überall haben kreative oder gelangweilte oder anderweitig inspirierte Pilger ihre Spuren und Geschichten hinterlassen. Viele sind hier, um den Verlust geliebter Menschen zu verarbeiten. Mein bisher schönstes Beispiel ist dieses hier. (Suchbild!)

 

Unerwartet stilvoll

Unerwartet stilvoll

Das hier ist der Hammer. Während ich das schreibe, sitze ich im Salon. Ja, es ist ein Salon. Kamin, fette Ledercouch, uralte Anrichte, schmiedeeiserne Tischbeine, Kronleuchter. Und RUHE. Das kommt in Spanien selten vor. Für Pilger. Eine Oase der Ruhe. Ein ausgesprochen schönes Bad und ein normales 16-Mann-Schlafzimmer. Aber das hier ist echt der Hammer! Habe schon gearbeitet und so geht es wirklich schön. Insgesamt ist die ganze Herberge sehr nett eingerichtet. Ist zwar irgendwo im Nirgendwo, also nicht der touristische HotSpot, aber unbedingt zu empfehlen!