Wo der Wolf wohnt – LausitzLiebe auf Wolfsexkursion

Wo der Wolf wohnt - LausitzLiebe auf Wolfsexkursion

Man sagt, zu Vollmond heulen die Wölfe. Und man sagt auch, dass die Lausitz ein Wolfsgebiet ist. Heute bin ich mit Stephan Kaasche von Wolfswandern draußen und wir gehen auf Spurensuche nach dem Lausitzer Wolf, dem Europäischen Grauwolf. Der Wolfsexperte teilt mit mir und mit dir, ob Wölfe gefährlich sind, wie du dich in der freien Wildbahn verhalten solltest - und wo du - mit etwas Geduld und Glück wirklich Wölfe in der Natur sehen und beobachten kannst. Du bist im Podcast LausitzLiebe. Das ist dein Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Hören dieser Folge, auch deins. Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und begebe mich mit dir auf die Spuren der Wölfe in der Lausitz.

Man sagt, zu Vollmond heulen die Wölfe.

Und man sagt auch, dass die Lausitz ein Wolfsgebiet ist.

Heute bin ich mit Stephan Kaasche von Wolfswandern draußen und wir gehen auf Spurensuche nach dem Lausitzer Wolf, dem Europäischen Grauwolf.

Der Wolfsexperte teilt mit mir und mit dir, ob Wölfe gefährlich sind, wie du dich in der freien Wildbahn verhalten solltest – und wo du – mit etwas Geduld und Glück wirklich Wölfe in der Natur sehen und beobachten kannst.

Das ist der Blog zum Podcast LausitzLiebe. Das ist dein Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Hören dieser Folge, auch deins. 

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und begebe mich mit dir auf die Spuren der Wölfe in der Lausitz.

Wer begleitet uns?

Bevor es los geht noch eine Bitte: 

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile den Podcast oder diese Website, gib mir eine 5 Sterne Bewertung, kommentiere, was du gerne als nächstes mal von LausitzLiebe unter die Lupe genommen haben möchtest.  

Weißt du, wenn aufgrund dieses Podcasts auch nur ein Vorgarten weniger steinig, ein Baum weniger gefällt und auch das Wissen, darüber, was Wölfe sind und warum wir sie zumindest ein Stückchen weit mit etwas anderen Augen betrachten können – dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht. Also: LausitzLiebe für alle. 

Ich bin deine Naturpilgerin und danke dir, dass du hier bist. 

Und eines kann ich dir sagen. Eine Begegnung mit diesem faszinierenden Tier Wolf ändert die Relation. Ich habe das Glück in der Lausitz schon zweimal Wölfen begegnet zu sein und bin sehr dankbar dafür. Die Fragen, die mir dabei kamen, habe ich mitgenommen zu dieser Waldwanderung mit Stephan Kaasche. 

Stephan Kaasche bietet Umweltbildung für Kinder und Erwachsene an und bietet Wolfsexkursionen an. Wenn du also mal was über Wölfe lernen willst – dann solltest du unbedingt mit Stephan Kaasche unter www.wolfswandern.de Kontakt aufnehmen. Stephan Kaasche ist Ur-Lausitzer und nimmt dich nicht nur mit zu den Wölfen und anderen Tieren und Pflanzen, sondern auch in die Lausitz.

 

 

Wolfskacka... Warum immer dort?

Doch los geht’s auf eine kleine Wolfsexkursion für LausitzLiebe. Schon ein paar Schritte im Wald begegnet uns Wolfslosung, also Wolfskacka. Wölfe markieren damit ihr Revier. Und die Leitwölfe markieren meist auf den Wald – und Forstwegen. Warum?

Naja, weil die Tiere auch gern den bequemen Weg gehen. Waldwege sind offen. Und die Eltern des Rudels machen deutlich, wo der Hammer hängt und welches ihr Revier ist. Übrigens nur diese “scheißen” auf den Weg.

Wie groß ist ein Wolfsrevier?

100 bis 300 Quadratkilometer pro Wolfsrudel 15 km Durchmesser kreisförmig. Der Rand nennt sich Streifgebiet, da können schon mal mehrere Rudel aufeinander treffen bzw. es gemeinsam benutzen. 

Vor einigen Wochen habe ich dir ja von den Bibern erzählt, die älter als die Braunkohle sind – und wieder eingebürgert wurden, nachdem sie ja schon ausgerottet waren.

Ähnlich wie der Wolf, der allerdings von selber eingewandert ist. (Man hat ihn nur gelassen). Und nun ist es so, dass der Wolf als eine Nahrung auch junge Biber hat. Auf die Nahrung kommen wir gleich.

Doch mal ganz ehrlich. Der Wolf frisst auch junge Biber, dort wo er kann. Alte Biber eher nicht, die sind zu wehrhaft. Ein Biber ist niedlich. Ein Wolf aufgrund unserer archaischen Erfahrungen vielleicht eher potenziell gefährlich.

Nun frisst der Wolf den jungen Biber. Ist der Wolf böse? Ist der Biber das Opfer? Ich persönlich glaube nicht, dass wir natürliche Zusammenhänge mit menschlichen Maßstäben und unserer Moral bewerten können.

Wir essen ja auch Tiere. Du, wenn du vegan lebst, vielleicht nicht. Aber du isst Pflanzen. Es wurde ja festgestellt und wissenschaftlich untersucht, dass Pflanzen Schmerz empfinden. Also der Weizen, der geerntet wird um dein Brötchen zu backen, dem tut das weh. Der muss sterben. Kleiner Nachdenker heute.

Doch jetzt wieder zurück zu Stephan Kaasche von Wolfswandern und seiner Expertise. Ich wollte wissen, wie man drauf kommt, Wolfsexperte zu werden. Begonnen hat alles in seiner Kindheit – und im Hoyerswerdaer Zoo… Ausführlich hörst du das im LausitzLiebe Podcast.

Ist der Wolf nun gefährlich???

Doch nun mal Butter bei die Fische. Ist der Wolf gefährlich für dich und mich, wenn wir so im Walde und der Lausitzer Natur umher wandern? Und was du tun solltest, wenn dir ein Wolf gar nicht von der Backe geht?

Also fassen wir zusammen. 

Wenn du wirkliche einem Wolf begegnest:

  • Schätze dich glücklich.
    Respekt ist angeraten, Panik fehl am Platze.
  • Ein gesunder Wolf hat mehr Angst vor dir als du vor ihm haben musst.
    Wenn der Wolf weit genug weg ist, geh einfach weiter deiner Wege. Da brauchst du gar nichts zu tun.
  • Kommt dir ein Wolf nahe, zeigt keine Furcht und folgt dir, wie ein zahmer Hund, dann verscheuche das Tier. Sei laut, mach dich groß und mach Geräusche.
  • Wenn du schaffst, mach ein Foto. 
  • Merk dir den Ort, wo du auf den Wolf getroffen bist.
  • Melde die Begegnung den Fachleuten und gib ggf. das Foto dazu. Die Wolfsbeauftragten in Brandenburg und das Wolfsmanagement in Sachsen sind hier die Ansprechpartner. 

Das Leben der Wölfe

Stephan Kaasche jedenfalls meint: Er sei froh über jeden Wolf, den wir NICHT sehen. Das kann ich nachvollziehen. 

Im April kommen die Wolfsjungen zur Welt. Vier Wochen sind sie im Bau, in der Wolfshöhle und dann kommen sie Schritt für Schritt raus. In der Obhut der Mutter werden sie langsam groß. Die typischen Wolfszähne bekommen sie nach ca. 6 Monaten. Dann gehen sie auch mit ihren Eltern auf die Jagd. Was auf den Tisch bei Familie Wolf kommt, dazu später mehr. Spoiler vorab. Schafe sind es eher selten! Die Jungen bekommen Muttermilch und später hervorgewürgtes, vorverdautes Fleisch. 

Wenn dir wirklich Wölfe begegnen sollten, die Junge dabei haben, dann verkrümel dich und lass die Tiere in Ruhe.

Und noch mal: Die Botschaft der Hinterlassenschaften des Wolfs

Unterbrechung: Wir haben wieder eine Losung gefunden. Die ist so silbrig grau und voller dunkler Haare. Wildschweinborsten sind da durch den Verdauungstrakt des Wolfes gewandert und liegen nun hier auf dem Weg. 

Wolfsexperten vom Wolfsmanagement zur Unterstützung des Monitorings vermessen die Losung, schreiben auf, wo, wann, was gefunden wurde. Fotos werden gemacht. Manchmal wird eine Probe genommen. Kaasche hat ein ganzes Sammlung von wichtigen Hilfsgegenständen mit, um alles genau zu dokumentieren. So entsteht ein feinmaschiges Netz aus Informationen. Über die Genetik kann man bestimmte Wölfe ganz genau bestimmen.

Wölfe nutzen die Losung, um Ihr Revier zu markieren und es ist gar kein Zufall, dass Wölfe genau dort markieren, wo Wegkreuzungen sind, wo viele Wege abgehen. Damit mal klar ist, das hier ist mein Revier – und du, fremder Wolf, bleibst gefälligst draußen. 

Der Kot hat viele Botschaften – ist eine richtig interessante Visitenkarte, aus dem die Tiere einiges lesen können, zum Beispiel Alter, Geschlecht, Trächtigkeit usw.

Die ältesten Wölfe der Lausitz

Wölfe werden alt. Die älteste Wölfin in der Lausitz ist vor wenigen Wochen gestorben. Sie war 13 Jahre alt. Das ist ein sehr gutes Alter für Wölfe. Die meisten kommen nicht über die ersten 2 Jahre hinaus.

 

 

Wie viele Wölfe sind denn nun in der Lausitz? 

Das kann man schätzen, anhand der Wölfen mit Sendern, anhand der Losungen und einem ungefähren Durchschnitt, wie viele Junge sie zur Welt bringen.

 

 

Die Wölfe mit den Sendern geben natürlich am meisten Aufschluss darüber, wie sich Wölfe verhalten. 

 

Meistens werden die Sender an Jungtieren befestigt. Weil man die am ehesten kriegt, um die Sender umzulegen. Alte, erfahrene Wölfe machen häufig sogar Bögen um die Wildkameras und bleiben so gänzlich unerkannt.

Und so kann nachgewiesen werden, dass die Wölfe beträchtliche Entfernungen zurücklegen. Bis Weißrussland zum Beispiel. Oder aus der Lausitz von bis an die Ostsee.

Wolf aus Niedersachsen bis nach Nordspanien. Mit Sender aus Schweiz nach Ungarn. 

 

Was fressen Wölfe

Die Hauptbeute der Wölfe sind Rehe. Auch Wildschweine und kleinere Tiere werden gefressen. 

Den Wolfsbau nutzen die Wölfe nur für die Jungenaufzucht. Die Welpen sind die ersten 4-5 Monate im Bau. Später schlafen die Wölfe in ihrem Revier immer draußen – rollen sich zusammen und schlafen einfach unter einem Baum – z.B. in einer Schonung. Oder auch unter Windkraftanlagen – da werden Wölfe öfter gesichtet. Wer genau will schon unter Windkraftanlagen spazieren gehen. Dort, wo kaum Menschen sind, fühlt sich der Wolf wohl. 

Der Mensch und der Wolf. Oft ein kontrovers diskutiertes Thema: 

Der Mensch und der Wolf

In der Lausitz sind die Reviere ausgeschöpft. Alles besetzt würde man locker formulieren.

Stephan Kaasche erzählt, dass der Bestand der Wölfe in der Lausitz stagniert. Man vermutet zweierlei Gründe. Zum einen: Alle Wohnräume besetzt. Zum anderen hat die Schweinepest ja auch gerade das Schwarzwild dezimiert und so gab es weniger Beute.

Da die Natur schlau ist, passen sich dann auch – das hatten wir schon mal beim Biber, die Nachwuchszahlen an das Nahrungs- und Platzangebot an. Jetzt wandern Wölfe nach Mecklenburg-Vorpommern aus.

Wölfe lieben dichten Wald gar nicht so sehr, wie es im Märchen beschrieben wird. Wölfe mögen wo Beute ist. Da ihre Beute Gras frisst, und junge Bäume, die wiederum eher Licht benötigen, sind sie häufig auch in offeneren Landschaften mit reichlich Nahrungsangebot für ihre Beutetiere. Graslandschaften. Rotwild schält z.B. bei jungen Kiefern auch gerne mal die Rinde ab.

Jagen Wölfe immer in Rudeln? In Gruppen? Klares Nein von Stephan Kaasche. Denn während ein junger Wolf sein eigenes Revier sucht, muss er ja alleine jagen. Ebenso, wenn die Fähe, das Wolfsweibchen, schwanger ist oder sich um den Nachwuchs kümmert.

Wir entdecken auch wieder eine Wolfsspur. Sowohl Stephan Kaasche wie auch ich sind begeistert. 

Doch nicht nur Wolfsspuren sind zu sehen, auch Rotwild, Rothirsch, ist zu sehen.

Während wir weitergehen, sprechen wir darüber, ob wir denn nun den Wolf zu Gesicht bekommen? Das kann gut sein, dass der Wolf da ist, während wir hier wandern. Aber in den meisten Fällen sieht der Wolf uns – und beobachtet die Spaziergänger während wir plaudernd an dem Tier möglicherweise vorbeigehen.

Mit seiner Schäferhündin Anima macht Kaasche ein Experiment. Er schickt das Tier vielleicht 10 Meter weg in das etwa kniehohe und von jungen Kiefern durchsetzte Gebiet und lässt es still sitzen. Schon nach wenigen Sekunden habe ich den Hund aus dem Blick verloren, der still da sitzt und jede unserer Regungen beobachtet. So ähnlich, nur wesentlich weiter weg, verhielte sich ein Wolf, wenn er denn da wäre.

Wofür ist der Wolf gut?

Der Wolf ist faszinierend. Wofür ist er gut? Und Stephan Kaasche sagt: Die Dinge – und auch der Wolf stellt einen Wert an sich dar. Kann man einen monetären Wert bemessen:

Und wie kann man denn mit dem Wolf umgehen?

Am besten, man sucht sich eine Art Co-Existenz. Also ein miteinander. Schafe und Herden schützen – ja, das muss dann ausgeglichen werden. Und aufklären, aufklären, aufklären.

Das Land Sachsen hat eine Fachstelle Wolf. Zu den Aufgaben spricht Stephan Kaasche:

  • Aufklärung/Umweltbildung
  • Rißbegutachtung/Ausgleich
  • Monitoring
  • Forschung

Das Monitoring Jahr geht am 1. Mai los und bis zum 30.4. In diser Zeit werden die Fotofallen (automatische Fotoapparate, die in den betrachteten Gebieten hängen) – immer wieder von den Experten gelehrt, d.h. die Bilder ausgelesen und an die Experten z.B. von der Senckenberg Stiftung oder dem Institut Lupus geschickt.

Diese werden dann ausgewertet und bilden auch noch mal ein weiteres Puzzleteil bei der Betrachtung der Wolfsbesiedlung in der Lausitz.

Stephan Kaasche hatte kürzlich Glück. Da war ein Wolfsrüde (Wolfsmann) mit einem Sendehalsband fotografiert worden.

Und kurz hinterher kam eine Fähe, so heißt der weibliche Wolf. Hier konnte man natürlich genau bestimmen, welcher Wolf da am Fotoapparat vorbeispazierte.

Das heißt man kann jetzt davon ausgehen, dass dieser Wolf vielleicht demnächst ein Rudel gründen wird. Fotofallen bringen da richtig Licht ins Dunkel. 

Die Spur des Wolfes

Um sich wiederzufinden, heulen Wölfe übrigens. Der Wolf heult, um sich bemerkbar zu machen. Ob wirklich immer besonders viele Wölfe zu Vollmond heulen, das mag Stephan Kaasche nicht bestätigen.

Das alles erzählt der Wolfsexperte während wir auf den Spuren des Wolfes wandern. Und natürlich wäre er nicht Wolfsexperte, wenn die Spur nicht auch dokumentiert und vermessen werden müsste.

Schrittlänge über einen halben Meter. Respekt. Der ist hier gerade lang geschnürt. Wölfe sind richtig schnell. Bis zu 60 km/h kann ein Wolf erreichen. Der Europäische Grauwolf ist hier bei uns am Start. 

Wo du Wölfe beobachten kannst und rausfindest ob in deiner Nachbarschaft Wölfe leben

Wo in Deutschland gibt es eigentlich Wölfe? Schau auf die Website DBB – Dokumentations. und Beratungsstelle und schau dort auf die Rasterzellen. Da kannst du recht detailliert entdecken, wo überall in der Lausitz Wölfe vorkommen. Den Link packe iich dir in die Beschreibung, übrigens auch den Link zum Stephan Kaasche und Wolfswandern.

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/besetzte-Rasterzellen.

 

Wo kannst du gut Wölfe beobachten?? Am Aussichtspunkt am Bergener See (das ist im Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland) während der Dämmerung morgens und abends. Da kannst du mit Geduld Wölfe sehen. Auch viele Vögel sind dort zu sehen. Unbedingt brauchst du neben Geduld ein gutes Fernglas.

Ein Wolf???

Da ist ein Wolf! Ein heller Fleck weit weit weg. Nur mit Fernglas zu erkennen und ich kann ihn sehen. Ein Welpe, der uns beobachtet. Erst zieht er sich zurück. Und dann bleibt er wieder stehen und guckt zu uns. DANKE. DANKE! Und auch wenn du mich fragst. Das bleibt ein richtiges Erlebnis.

Stephan Kaasche geht recht schnell weiter, um das Tier nicht zu stören. Immer weiter gehen. Auf keinen Fall nachstellen. Wölfe sollten sich nicht daran gewöhnen, dass Menschen da sind. Und natürlich nicht gestört werden. 

Abschießen war gestern

Wenn der Wolf da ist, heißt das, dass wir reich sind und es uns gut geht. Denn nur, wenn Wild übrig ist, was der Wolf jagen kann, sind Wölfe auch da.

So habe ich das noch nie gesehen. Der Wolf als Zeichen für Fülle.

Hach, ich lieb solche Erkenntnisse und das ist der Grund dafür, warum ich LausitzLiebe mache. Solche Dinger herausfinden begeistert mich mega.

Stell dir mal vor: Wir alle würden wieder ein bisschen mehr wissen, wo unser Essen herkommt. Dass ein Wolf anzeigt, welchen Reichtum wir hier haben.

Koexistenzen sind die Zukunft.

Koexistenzen sind die Zukunft. Und ich bin sehr dafür, dass wir das üben.

Gerade angesichts der Tatsache, die mir Stephan Kaasche noch mal ins Bewusstsein geholt hat. Wir haben gerade das größte Artensterben seit die DinoSaurier ausstarben. Auch das darf ich in diesem Podcast der guten Nachrichten aus Natur und Umwelt einmal sagen.

Was wünscht sich Stephan Kaasche für die Zukunft? Eines ganz gewisse. Dass sich noch mehr Menschen für die natürlichen Zusammenhänge um uns rum interessieren.

Abschießen war gestern – auch zwischen Menschen. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin. 

Wo der beste Käse Deutschlands herkommt – Gut Ogrosen in der Lausitz

Wo der beste Käse Deutschlands herkommt - Gut Ogrosen in der Lausitz

Wo der beste Käse Deutschlands herkommt - Gut Ogrosen in der Lausitz

Unprätentiös, bodenständig. Das Gut Ogrosen zwischen Calau und Drebkau steht exemplarisch für eine Lausitz, die Verantwortung übernimmt. In dieser Folge des Lausitzliebe Podcast besuchen wir den Demeter-Betrieb Gut Ogrosen und sprechen mit Bauer Lucas Lütke Schwienhorst über ökologische Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Qualität statt Masse. Eine Geschichte über Arbeit mit der Natur, regionale Wertschöpfung und warum ausgerechnet hier einer der besten Käse Deutschlands entsteht.

Gut Ogrosen im LausitzLiebe Podcast

Ich habe nur kurz überlegt, ob ich ein Adjektiv finde, das Gut Ogrosen im gleichnamigen Dorf zwischen Calau und Drebkau beschreibt – und mir kam spontan: Unkompliziert – und gleich hinterher noch das schöne Wort Unprätentiös – im Sinne von redlich und bescheiden – also nicht eingebildet. 

 

Wenn du auf den Hof kommst, empfangen dich widersprüchliche Eindrücke. Doch dazu später. Erst einmal herzlich willkommen im Podcast LausitzLiebe. Ich bin deine Naturpilgerin und hoste und verantworte diese Show und den gleichnamigen Blog.

 

Meine Motivation ist die von Frederik dem Farbensammler. Ebenso wie die Maus in der Geschichte sammle ich Farben der Lausitz, wenn es um Umwelt und Natur geht. LausitzLiebe zeigt immer das Herz aus dem ein Baum rauswächst. Das Herz hat Runzeln und Falten. Die alte Dame Lausitz hat ja schon so einiges mitgemacht, unter anderem Tagebaue mit krassester Zerstörung von Mutter Erde. Auch in Ogrosen gab es mal eine riesige LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in der mehr als 100 Menschen gearbeitet haben). 

 

Und dennoch sind die Falten von unserer lieben Lausitz bunt, vielfältig – und wenn du das Logo genau ansiehst, findest du vielleicht das Lächeln im Herzen der Lausitz. Und es gibt nicht nur Hoffnung sondern viele Menschen, die auf ihre Weise – in ihrer Expertise für und mit der Lausitz arbeiten. Unprätentiös – einige hast du schon in diesem Podcast kennen gelernt. In diesem treffen wir beide Lucas Lütke Schwienhorst. Er ist Bauer und bewirtschaftet mit seinem Team in 2. Generation das Gut Ogrosen. 

 

Lucas Lütke Schwienhorst nimmt uns mit durch den Demeter Betrieb. Wir werden heute lernen, was das ist – Demeter. Wir erfahren, was die Kühe hier fressen – warum dazu ein riesiges Ding gebaut wurde und was sonst noch so wächst. Ein Gewächs hätte ich never ever in der Lausitz verortet, ein anderes hingegen schon – und hier wird eine lange und typische Lausitzer Tradition wieder erweckt. Wir stapfen los. Lucas Lütke Schwienhorst in groben Gummistiefeln und großen Schritten – ich tappele in deutlich kleineren Schritten peinlicherweise in himmelblauen Sneakers durch den landwirtschaftlichen Betrieb. Manchmal klappt es noch nicht ganz so mit der Naturpilgernden Anzugsordnung. Doch zurück nach Ogrosen. Denn ich möchte ja Schritt halten mit dem erfahrenen Landwirt. Wir stapfen los, während er erzählt. Wie das alles entstanden ist und so weiter.

 

Und nahezu nebenbei berichtet er mir eine kleine Sensation. Berta nämlich hat gewonnen. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch. Was es mit Berta auf sich hat und warum das so heißt, dazu komme ich gleich. 

 

Doch erstmal zum Gut Ogrosen: Das ist ein Dreigespann aus den jeweils wirtschaftlich selbstständigen Milchschafhof, dem Ziegenhof und dem landwirtschaftlichen Betrieb, für den Lucas Lütke Schwienhorst steht. Hier steht ein bunter Mix aus alten Gutsgebäuden, buckligen Pflaster und DDR typischen unromantischen Zweckbauten. Doch viel wichtiger ist der Inhalt und der geht so:

Die Fakten

540 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet mit 17 Kulturen, die auf den Feldern angebaut werden. Und dazu gehören auch noch rund 120 Milchkühe der Rasse Altdeutsche Schwarzbunte. Diese Rasse ist vom Aussterben bedroht, auch deshalb sind diese Kühe hier am Gut Ogrosen zu Hause.

Vielfalt auf dem Bauernhof / Selbstvermarkter

Zum Gut gehört ein bisschen Wald und seit neuestem wohnen hier auch Hühner. Außerdem ist das Gut auch Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau – und oftmals sind junge und ältere Menschen hier, um hier zu lernen. Heute dürfen wir und ich nehm dich jetzt mit auf Rundgang mit Lucas Lütke Schwienhorst.

 

Fast alles vermarket der Betrieb selbst, der größte Teil der Milch wird direkt vor Ort verkäst. Ein eigenes kleines Schlachthaus ist vor Ort – und auch die geernteten Feldfrüchte werden direkt vor Ort so verarbeitet, dass sie direkt vermarktet werden können.

Das bedeutet, fast alles geht direkt vom Gut zum Endverbraucher. Im kleinen schnuckeligen Hofladen direkt in Ogrosen – oder aber im Verkaufswagen in Senftenberg, Cottbus und Berlin sind die Produkte vom Gut sehr beliebt.

 

Was ist denn nun Demeter?

Rund 30 Leute arbeiten hier und leben vom Gut Ogrosen.

Das Gut wirtschaftet seit 1991 ökologisch – und ist seit 2012/13 ein Demeter Betrieb, 

Demeter bedeutet: Biodynamische Landwirtschaft und geht auf Rudolf Steiner zurück. Er hatte in den 1920er Jahren beobachtet, dass die Bodenfruchtbarkeit, Pflanzengesundheit und das Tierwohl unter der klassisch industriellen Landbewirtschaftung litten. Demeter . und da schlägt mein Marketinherz noch ein bisschen höher ist seit 1928 als weltweit erste Biomarke zertifiziert. 1928!!! Inzwischen ist es weltweit bekannt. Wie fortschrittlich. 

Doch was ist Demeter nun genau? In erster Linie – so würde ich es laienhaft erklären – abgeguckt von der Natur. Da ist ja alles ein Kreislauf. Abfälle in Form von z.B. Laub werden verwertet und in Einzelbestandteile zersetzt, die dann wieder dem Boden Nährstoffe zuführen.

So ähnlich läuft das auch auf dem Bauernhof. Es geht um Bodenfruchtbarkeit, ökolgisches Zusammenwirken und Artenvielfalt (erinnerst du dich, 17 Feldfrüchte werden auf Gut Ogrosen angebaut) um ein vernetztes Zusammenwirken von Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen.

Der wichtigste Unterschied, den Demeter Betriebe anders machen ist, dass hier Lebensmittel mit einer hohen inneren Qualität erzeugt werden. 

Also halten wir fest:

Demeter bedeutet:

  • Ganzheitliche Betrachtung von Lebensräumen (und ich liebe das sehr!!)
  • Kreislaufwirtschaft, Mist spielt eine ganz wichtige Rolle, er düngt die Felder – und ist essentiell für das Gut – anstatt chemischer Dünger oder Pestizide. Mischkulturen und strenge Vorschriften bei der Verarbeitung machen Demeter noch ein gutes Stück strenger als die EU Bio Norm.

Wir kommen zur Getreidescheune. Hier dampft es, denn gerade läuft eine Lohntrocknung. Für benachbarte Landwirte trocknet das Gut Ogrosen heute Buchweizen. Die Feuchtigkeit wird entfernt. Es sei wichtig, so Lucas Lütke Schwienhorst, dass in der Getreidescheune die gesamte Ernte gelagert werden könne, weil man so auf die Anforderungen der verschiedenen Abnehmer individuell eingehen und ohne Zwischenhändler direkt verkaufen kann.

Vielfalt im Anbau

Was mir der sympathische Landwirt dann erzählt, erstaunt mich doch ein wenig. Denn das Gut baut unter anderem viele Sonderkulturen an, wie z.B. Ölkulturen an. 

Diese werden – fast schon selbstverständlich – direkt auf dem Hof verpresst, das Öl wird aus Lein, Sonnenblume, Mariendistel, Hanf, Raps und Co selbst gewonnen. Der Anspruch des Teams von Gut Ogrosen ist es, die Dinge selbst anzubauen, die sie auch vermarkten können.

Und in Ogrosen gibt es auch mein allerliebstes Lieblingslausitzer Leinöl.

Das wird direkt am Hof gepresst.

Nun sind wir in der riesigen Scheune. Im Hintergrund ist der Gasbrenner zu hören, der den Buchweizen trocknet. Richtig viel Technik ist da drin, zum Trocknen, Sieben, Reinigen, Lagern und so weiter.

Weiter gehts, da gucken wir in die Steckdosenrüssel von einigen Schweinen. Die werden auch in geringer Anzahl 1 x pro Monat geschlachtet. Auch hier wird das Prinzip deutlich, dass auf dem Gut nur oder überwiegend aus eigenem Nachwuchs oder Anbau gewirtschaftet wird.

Die Schweine trinken viel von der Molke, die bei der Käseherstellung anfällt. Gefüttert werden sie mit gutem Getreide, das aber zu klein oder anderweitig nicht handelsfähig ist. Auch hier wird nichts weggeworfen sondern einem Kreislauf zugeführt. 

Ich find’s so spannend, einen solch tiefen Einblick in so einen Demeter Betrieb zu bekommen. Die Kälber, Bullen, Ochsen und Kühe sind noch auf der Weide und dürfen leckeres Frischgrün fressen, eine so genannte Zwischenfrucht, die in der Lücke zwischen Sommer- und Wintersaat wächst.

Das Geheimnis des guten Käses

Wir stehen nun vor einer großen recht neuen Scheune. Lucas Lütke Schwienhorst öffnet das Tor und ich fühle mich in die 1990er zurückversetzt als ich das erste mal in meinem Leben auf einem Bauernhof in Norddeutschland Urlaub machte. Die Ferienwohnung war direkt neben der Heuscheune. Doch das hier ist was ganz besonderes. Wir steigen gemeinsam die steile Stiege rauf und ich sehe Heu, Heu, Heu, Heu. Gutes Heu, so lerne ich, denn ich kann noch ganze Pflanzen erkennen. Es riecht fantastisch. Nach Sommer.

Das ist ein riesiges Heulager, das von unten belüftet werden kann. Wenn das Heu geerntet wird, kommt es leicht feucht in eine der Boxen und kann von unten her getrocknet werden, Schonend. Diese Kühe hier fressen also das Ganze Jahr über glückliches Grün. Und das schmeckt man auch – bei Käse, Quark, Milch und Co.

Dank des modernen Heulagers kann öfter geerntet werden und vor allem sieht das Heu nicht aus wie Stroh sondern die Pflanzen, wie z.B. Luzerne sind noch vollständig und grün erhalten. Alle Blätter dran. Da möchte man fast Kuh sein. Und ich gebe zu, dass ich mich an den Heuboden meines lieben Opas erinnern kann, der sein Heu für die Kaninchen auf der Wiese trocknete, das sah nicht so perfekt aus. (Außerdem erinnere ich mich auch an die Hektik, die aufkam, wenn ein Sommergewitter nahte, schnell musste das ausgebreitete Heu zu einem Haufen zusammengerecht werden – und nachher wieder ausgebreitet. Kann man sicher machen wenn man 5 Kaninchen zu versorgen hat. Bei 120 Kühen wird es da schon schwieriger. Daher ein Hoch auf das Heulager, das die Kühe auch im Winter mit gutem Futter versorgt. Im Sommr gibts für die Wiederkäuer natürlich Gras direkt von der Weide. Und weißt du, was ich noch liebe – an diesem Podcast und an den Lausitzer Machern die ich hier vorstelle? Dass sie ihrer Leidenschaft für ihren Beruf und ihre Berufung so dermaßen freien Lauf und uns beide hier teilhaben lassen.

Hier bekommt keine Kuh Silage. Sondern eben nur das geile Produkt Heu im Winter. Silage ist Sauerkraut aus Gras. Doch Gut Orgrosen wollte Heumilchkäse machen. Die Milch wird also direkt so wie sie aus dem Euter kommt, verkäst und um das tun zu können, muss sie eine hohe Qualität haben. Das bekommt man nur ohne Silage hin, weil in der Silage eben Dinge drin sind, die den Käse minderwertiger machen. (Krass, das wusste ich echt alles nicht!)

Und jetzt kommen wir zu Berta.

Berta im LausitzLiebe Podcast

So, nun zur Berta. Der Käse namens Berta (ein Hartkäse, 15 Monate alt und im Kupferkessel hergestellt) ist vor wenigen Wochen als BESTER DEUTSCHER Käse ausgezeichnet worden. World Cheese Award. Bester von 5000 eingesandten Käsesorten. Ich sage hier: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. Doch hör mal selbst mit welchem Understatement uns das der Landwirt erzählt.

Das ist wirklich cool! Der Käse heißt Berta, weil das eine der besonderen Kühe waren, die lange die ganze Herde geprägt haben. Eine der Lieblingskühe von den Mitarbeitern. Und deshalb heißt der Käse auch Berta.

Dennoch muss auch das Gut Ogrosen wirtschaftlich arbeiten und kann sich nicht ewig ausdehnen. Es geht eben vor allem darum, die Kuh artgerecht zu ernähren und lieber auf Qualität denn auf Leistung zu arbeiten. Die Kuh kann gut Gras und Heu fressen – und macht dann gute Milch. Klingt gut. Schmeckt auch gut für Menschen, die nicht vegan leben.

Und natürlich ist auch das Gut Ogrosen wie alle Landwirtschaftlichen Betriebe in einem Wettbewerb – und zwar mit der Welt. EIne Welt in der es keine Mindestlöhne gibt und ganz andere Arbeitsbedingungen. Und die Lausitz hat schlechtere Böden als andere Standorte. Also gab es im Grunde – so erzählt es Lucas Lütke Schwienhorst, nur eine Möglichkeit: Sich breit mit vielen Spezialkulturen aufzustellen und über Qualität zu positionieren – und die Produkte so direkt wie möglich zu vermarkten. Auch das ist natürlich nicht immer einfach.

Damit machen die Landwirte von Gut Ogrosen einiges anders als andere. Normalerweise wird nämlich empfohlen, dass sich ein Bauer auf möglichst ein Produkt spezialisieren solle und davon so viel wie möglich anzubauen. Ich persönlich mag den Ansatz mehr, viel Auswahl und Diversität zu haben. Aber logisch, es ist ein wesentlich höherer Aufwand dahinter. Das wird mir hier noch mal klar.

Interessant, dass 80 % der Kunden von Ogrosen direkt aus der Lausitz kommen – und auch keine Öko-Käufer sind.

Und auch die Tiere werden direkt auf dem Hof geschlachtet, das bedeutet, sie haben keinen Transportstress.

Ein schmuckes Gebäude liegt vor uns. Das ist die neue Hofkäserei. Die Milch kommt direkt vom Kuhstall wenige Meter entfernt, dort an, eine Frischmilchverarbeitung – und hier werden die preisgekrönten und leckeren Käse, Joghurt, Quark und Butter hergestellt. Und der Käse reift direkt in Ziegelgewölbekellern, die der Käsemeister ebenerdig erreichen kann. 

Lucas Lütke Schwienhorst erzählt, wie wichtig es ist, mit den richtigen Menschen zusammenzuarbeiten. Lena und Robert, die beiden Käsemeister in eigenständiger GmbH haben maßgeblich den Bau der neuen Käserei voran getrieben. Und hier arbeiten Menschen, die vor allem wissen was sie tun und lieben was sie tun.

Wir gehen weiter zum Kuhstall. Es gibt einen Stall, wo gefüttert wird, einen Liegestall und weitere Ställe je nachdem, was die Kuh gerade macht oder machen soll. Zweimal am Tag werden die Tiere gemolken. Die Kühe – auch das eine Besonderheit bei Demeter, haben alle Hörner, das ist Pflicht, wenn man hier zertifiziert werden will. 

Der Wunsch für die Lausitz

Was ich süß fand. Markante Tiere haben Namen. Berta war lange die Leitkuh des Betriebes . und ist jetzt im besten Käse verewigt.

Nochmal herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung, Mir haben die Sachen vom Gut Ogrosen auch ohne Auszeichnung schon sehr geschmeckt. Irgendwie ist da Leben drin. Mein Dank gilt Lucas Lütke Schwienhorst, der sich ganz viel Zeit für mich (und nun auch für dich, da du ja diesen Podcast hörst) genommen hat.

Es ist sehr sehr erdend, immer mal wieder auf so einen Bauernhof, ein Gut oder in einen landwirtschaftlichen Betrieb zu gehen, nicht nur in den Supermarkt, wo alles steril verpackt und dargeboten wird. Man vergisst allzuleicht, dass es am Ende Pflanzen und Tiere sind, die wir essen oder durch die bestimmte Produkte entstehen. 

Ich habe viel gelernt – und ehrlich, werde noch ein bisschen achtsamer Leinöl, Brot oder Haferflocken, kostbare Milch und Quark und Käse zu mir nehmen. In Dankbarkeit an die Arbeit der Menschen und Tiere und des Bodens und der Pflanzen hier und anderswo.

Zum Abschluss frage ich Lucas Lütke Schwienhorst, was er sich wünscht für die Zukunft. Für die Lausitz: 

Naja. Er wünscht sich das Gleiche wie ich: Bewusstsein für natürliche Kreisläufe und für gute Lebensmittel.

Und wenn du das nächste Mal in eine Quarkstulle ...

Und genau das ist mir heute wieder so richtig bewusst geworden. Ein Glück, dass wir in der Lausitz so was wie Gut Ogrosen und die anderen Landwirtschaftsbetriebe haben. 

Danke an Gut Ogrosen, dass ich da sein durfte und wieder ein Stück LausitzLiebe einsammeln und für dich hier mitbringen konnte.

Das ist dein Podcast für dich, wenn du Lausitzerin oder Lausitzer bist, wenn du die Lausitz liebst – oder Lausitzliebende werden möchtest.


Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und eben auch mal solche Betriebe wie Gut Ogrosen rund um Natur und Umwelt in der Lausitz.

Lausitz Liebe ist ein wacher Blick auf die Landschaft vor unserer Tür – und eine Einladung an dich, sie neu zu entdecken.

Wenn dir der Podcast gefallen hat, gib mir eine 5 Sterne Bewertung, kommentiere, was du gerne als nächstes mal von LausitzLiebe unter die Lupe genommen haben möchtest. Teile den Podcast und empfiehl ihn weiter. Weißt du, wenn aufgrund dieses Podcasts auch nur ein Vorgarten weniger steinig, ein Baum weniger gefällt und eine Quarkstulle noch achtsamer gegessen wird angesichts der Leistung von Mensch, Tier, Pflanze und Mutter Erde, die dahinter steht – dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht. 

In den Shownotes findest du den Link zum Gut Ogrosen, zu Hofladen, Marktzeiten und Co.

Ich wünsche dir eine schöne Zeit – und vor allem ganz viel LausitzLiebe! 

 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin. 

Wo sich die Natur nackig macht – und das Farbensammeln in der Lausitz

Wo sich die Natur nackig macht - und das Farbensammeln in der Lausitz

Nackte Bäume - Farben sammeln

Heute gehts um nackte Bäume. Und um Farben. Jetzt offenbart sich die Struktur hinter dem Grün.

Und ich erzähle dir eine kleine, wundervolle Geschichte. Eine Geschichte von Leo Lionni – und ein Kinderbuch.

Hol dir das Buch unbedingt, es ist einfach zu süß – und ganz und gar nicht so kindisch, wie es sich auf den ersten Blick vielleicht anfühlt. 

Du bist im Podcast LausitzLiebe und ich bin dein Host, deine Naturpilgerin. Lausitzliebe ist dein natürlicher Podcast für die Lausitz. Das ist dein Podcast für dich, wenn du Lausitzerin oder Lausitzer bist, wenn du die Lausitz liebst – oder Lausitzliebender werden möchtest.

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen rund um Natur und Umwelt in der Lausitz. Lausitz Liebe ist ein wacher Blick auf die Landschaft vor unserer Tür – und eine Einladung an dich, sie neu zu entdecken.

Ohne Kostüm

Was ich so liebe an dieser vegetationslosen oder -armen Zeit ist, dass sich die Gehölze und die Natur so ein bisschen ohne Kostüm offenbart. Man beginnt, Strukturen wahrzunehmen: Schon auf den blattlosen Zweigen, da sind die Knospen fürs nächste Jahr zu sehen  

Die Struktur generell, vom Strauch oder vom Baum kann ja sehr unterschiedlich sein: Ist das eher ein aufstrebender, glatter Habitus, oder ist der verschnörkelt und verdreht, verwinkelt. 

Das ist so ein bisschen wie des „Königs neue Kleider“, ja, also du siehst halt jetzt die Struktur dahinter. 

Im Frühjahr und Sommer ist das alles so eher flächig grün. 

Ich weiß nicht, ob das dir auch so geht. Es gibt im Sommer verschiedene Texturen, verschiedene Muster durch die verschiedenen Blattformen und Größen natürlich, aber das alles ist mehr flächig. 

Geheime Strukturen

Jetzt offenbaren sich die geheimen Strukturen der Natur, Bäume, Sträucher, die zeigen sich nackt.

Gleichzeitig kannst du da, wenn du da Spaß dran hast und ich hab da große Freude dran, mal Baumraten machen.

Was ist das jetzt? Ist das vielleicht eine Linde? Ist es vielleicht eine Kastanie? Was könnte das sein? 

Und ob du das weißt oder nicht, spielt gar keine Rolle.

Wir sind ja hier nicht beim Biologie-Leistungs-Kurs.

Das ist vollkommen egal. Mir geht es darum, sich einfach damit zu beschäftigen und auch in dieser Nacktheit die Schönheit zu erkennen. Vielleicht findest du es auch nicht schön, dann lade ich dich ein, es ist einfach nicht schön zu finden und gut. 

Figur angucken

Okay, ja. Vielleicht, wenn du an so einem Wintertag einen großen Spaziergang machst oder auch einen kleinen, suchst du dir vielleicht wirklich ein Stück Lausitzer Natur oder wo auch immer du gerade bist ein Stückchen Natur und guck mal gezielt darauf: wie sich jetzt so die „nackten“ Bäume darstellen. Ja, dicke Äste, gedrungene, „Figur“. Oder ist es eine Prima Ballerina vielleicht? Wie ist denn der Habitus? Ist der stolz und mächtig, oder ist es eher so ein pragmatisch-und-praktisch-und-gut-Typ. 

Du musst gar nicht die Baumnamen kennen dafür, das ist doch überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist, dass du Lust und Spaß hast, mit mir hier draußen zu sein und mit dir und nach dem draußen sein mit all den Eindrücken wieder reingehen zu können unter deine dicke oder dünne Kuscheldecke und von den Erlebnissen zu zehren, die du hattest. 

Was ist denn nun mit Frederik

Ich lade dich ein, ja jetzt gerade in dieser Zwischenzeit, Abschiedszeit auch für dich zu sorgen, indem du, vielleicht oder ganz bestimmt, jeden Tag, auch wenn es grau und kalt und regnerisch ist, so ein, zwei, drei Dinge in der Natur mit den Augen sammelst, die du mit heimnehmen kannst in dein schönes, warmes Zuhause. 

Ich weiß nicht, ob du die Geschichte kennst von Frederik, der Maus? Ich will das kurz nacherzählen. Es war Sommer und die Mäusefamilie wusste, der Winter kommt. So sagte der Vater: „Hey Mädels und Jungs, wir gehen jetzt fleißig sammeln: Körner und Nüsse und Vorräte, damit wir als Familie über den kalten und langen Winter kommen.“  Na ja, das haben die auch alle gemacht, außer Frederik. 

Der lange Winter

Frederik, das Mäusekind, saß da, hielt das Schnäuzchen in die Sonne und machte nichts. Er hatte die Augen geschlossen und tat nichts. 

Ja, irgendwann wurde dann Frederik gefragt, hey, sag mal, warum machst du hier nicht mit? Was soll das denn? 

Da sagte Frederik: Du, ich sammle Farben. Ich sammle die Wärme des Sommers. „Ja, sagten die anderen, du, faule Suppe, nun müssen wir eben die Arbeit alleine machen.“

So ließ man ihn halt sitzen oder liegen, an einem Baum lehnen, also man ließ den Frederik. Und dann kam der Winter. Nun  haben die Mäuse schön in ihrem warmen Zuhause gesessen. Haben die ganzen Vorräte langsam aufgegessen. Und dann, der Winter dieses Jahr war besonders lang und hart. Die Vorräte gingen langsam zur Neige. Die Tagesration wurde immer kleiner. Und es wurde auch immer kälter in dem Mäusebau

Auf einmal passierte es...

Und dann sagte eine Maus, Mensch, Frederik, vielleicht hätten wir genug gehabt, wenn du mitgemacht hättest. 

Und Frederik: „Ich kann euch jetzt die Farben des Sommers geben.“

Und er begann zu erzählen von den roten Mohnblumen, von den Sonnenblumen, die geblüht hatten, von der Sonne, die so wohlig warm auf dem Bauch schien.

Und von all den Farben, von den Formen, von den frischen Grün, was gesprossen war, von den Blättern, die so wunderschön aussahen, er hatte alle Farben gesammelt.

Wirklich alle, alle Farben der Lausitz sind in Frederik.

Und er erzählte, erzählte der Mäusefamilie von der Sonne, ja, von den Mondnächten.

Er erzählte von allem.

Und auf einmal war der Hunger schon ein bisschen weniger. Die Kälte, seltsamerweise, obwohl draußen der Sturm ums Mäusehaus pfiff, war auch weniger geworden. Und alle Mäuse sahen diese wunderschönen Farben.

Also Frederik der Farbensammler hatte was ganz wertvolles getan.

Eine Einladung an dich

Und ich lade dich ein. Werd doch jetzt im Winter zu Frederik, dem Farbensammler. Oder zu Frederik, dem Formensammler. 

Wie viele Grüntöne gibt es? Wie sehen die Bäume aus? Wie riecht es? Welche Blätter liegen noch am Boden? Wo kannst du durchrascheln? Siehst du vielleicht noch beraureifte Spinnennetze? Oder Pflanzen wie den Beifuß, der jetzt total beraureift und mit einer glitzernen Eiskette bedeckt ist? Was siehst du? 

Schließe diese Farben fest in dein Herz, um sie an dem Tag, wo du vielleicht sagst, oh, mir ist kalt, alles ist doof. Und das muss vielleicht gar nicht unbedingt mit dem Wetter zusammenhängen. 

Ich bin traurig, ich sehe nur dunkel. Weißt du, an so einem Tag, da lässt du deinen inneren Frederick all diese Dinge auspacken. 

Und ich bin mir ganz sicher, dass es dir danach ein gutes Stück besser geht. Ich mache das nämlich auch so. 

Ich freue mich, wenn du mir schreibst, welche Farbe aus dem Sommer und aus diesem wundervollen Herbst und selbst aus einem regnerisch grauen, nebligen Tag du mitnehmen kannst. 

Wie weiter?

Schreib mir die Kommentare oder schreib mir eine persönliche Nachricht. Ich freue mich total, diese Sachen zu lesen. Und ich werde sie auch in einem der nächsten Podcasts teilen, was ihr alles an Farben gesammelt habt. Darauf freue ich mich jetzt schon. Du kannst mir auch auf Instagram folgen. Lausitz Liebe heißt der Podcast Lausitz mit Unterstrich Liebe, falls du nicht gleich findest. 

Und ansonsten natürlich drück die Glocke, lass dich informieren, damit du dann auch rechtzeitig weißt, wann eine neue Folge draußen ist und du keine Folge verpasst. Ich danke dir ganz doll und sendedir ganz liebe Grüße und immer schön die Farben sammeln.

Warum eigentlich dieses Logo?

Auch dieser Podcast soll so ein Farbensammeln sein – so ein Farbensammeln für die Lausitz.

Nicht unbedingt für schlechte Zeiten, sondern für trübe Herbst- und Lebenstage. Für dich.

Heute habe ich dir nicht nur die kleine Geschichte von Frederik mitgebracht.

Ich lade dich ein, selbst zur Farbensammlerin, zum Farbensammler zu werden.

Das Logo von LausitzLiebe ist nicht ohne Grund ein Herz mit Runzeln und Falten. So wie die Lausitz.

Die hat auch schon viele Sorgen gehabt und ist rau und runzelig. Aber gleichzeitig wächst aus diesem Herzen etwas heraus.

Gleichzeitig blüht sie wunderschön – unsere Lausitz.

Also denk dran, schick mir deine Lausitzfarben. Hier habe ich heute noch einen beruhigenden Abspann aus Klopfen. Du hörst jetzt einen Buntspecht in Aktion. Und ich hoffe sehr, dass dich das sehr beruhigt. Bis bald und ganz viel LausitzLiebe. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an dieser Folge. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin.