HotSpot der Biodiversität – von Feuerspuckerpflanzen und Nicht-Vegetariern

Hotspot der Biodiversität - Mosaikteil

MosaikTeil Feuerspuckerpflanzen und Ameisenlöwen Senckenberg Naturkunde Görlitz

Dieses Mal bin ich nicht draußen – sondern habe wunderbare Gesprächspartner und Experten gefunden – an einem ganz besonderen Ort. Heute nehme ich dich mit ins Senckenberg Museum Görlitz, wo wir ganz und gar nicht verstaubt, sondern lebendig und praxisnah den Lebensraum der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft erkunden. Ich sage dir: Hier in Görlitz findest du eine Schatzkammer der Natur in einem wunderschönen Gebäude.

Doch erstmal herzlich willkommen, hier auf Blog LausitzLiebe. Das ist dein Blog und Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Hören dieser Folge, auch deins. 

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration und auch darum, was zu lernen. Jeder einzelne kann nämlich was tun, auch heute lernen wir, was du und ich für einen gesunden Boden tun können – und warum wir das machen sollten. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und begebe mich heute auf Spurensuche zwischen Bodenkrümeln, Fadenwurm und Bärtierchen.

Bevor es los geht noch eine Bitte: 

Wenn dir der Blog gefallen hat, kommentiere, was du gerne als nächstes mal von LausitzLiebe unter die Lupe genommen haben möchtest. Teile Blog und Podcast und empfiehl ihn weiter. 

Weißt du, wenn aufgrund dieses Beitrags auch nur Baum weniger gefällt oder verstümmelt wird, ein Laubsauger mehr verschrottet und ein Laubhaufen mehr liegen bleiben darf – dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht. Also: LausitzLiebe für alle. 

Ich bin deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt und danke dir, dass du hier bist. Heute bin ich im Gespräch mit Lisa Janke, Projektmitarbeiterin beim Projekt MoSaiKTeil. Was genau das Projekt ist und was das mit LausitzLiebe zu tun hat, dazu kommen wir gleich noch. Ebenfalls mit im Gespräch ist Christian Düker, er ist Pressesprecher des Senckenberg Museums in Görlitz und Vorsitzender der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz. Wo sind wir heute eigentlich?

Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft

Im Senckenberg Museum Görlitz in der Ausstellung zur Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Doch was hat es nun mit dem eigentümlich klingenden Namen MoSaiKTeil auf sich.  Lisa Janke erklärt das im Podcast genauer. Hier so viel: 

Das ist ein Hotspot der Biodiversität. Ein Mosaik der Lebensräume.

Ich finde die Sammelhefte und Interaktive Mosaiktrails ganz toll. Schon jetzt lade ich dich ein, dich auf so eine Schnitzeljagd mal zu begeben und hautnah durch die Biodiversität zu sliden. Wenn du hierfür mehr wissen möchtest, klick auf den Link in der Beschreibung oder spring zu LausitzLiebe.de – auch da ist der Link zu MoSaiKTeil zu finden.

Nun ist das ja, wie wir gelernt haben alles menschlich gemacht. Eine menschgemachte Vielfalt. Ist das noch Natur? Oder wie? Ich wollte es mal ein bisschen einordnen und habe Lisa Janke genau das gefragt, ob das nun, wenn der Mensch doch die natürliche Landschaft überformt hat, noch Natur? Warum ist das also schützenswert, wenn’s doch gar keine “echte“ Natur ist.

Biodiversität vom Menschen gemacht

Tatsächlich macht das menschliche Wirken in dieser Kulturlandschaft die Vielfalt aus.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob das Ideal der eingriffslosen Welt oder der Kulturlandschaft nun in Sachen Naturschutz anzustreben ist. Die Ergebnisse meines Denkprozesses sind ein Sowohl-als-auch.

Einerseits gibt es in Mitteleuropa aus meiner Sicht nur noch ganz wenige – wenn nicht gar keine echten Naturrefugien mehr. Der Mensch ist überall schon gewesen und hat eingegriffen. In der Lausitz wird die sumpfige Gegend schon seit tausenden von Jahren durch Menschen urbar gemacht.

Der Spreewald mit seinen Kanälen ist eine bekannte Kulturlandschaft, das ganze Seenland mit den Seen aus ehemaligen Tagebauen ist eine riesige Kulturlandschaft.

Ob das Seenland nun mit besonders hoher Artenvielfalt aufwarten kann, muss ich erst noch erkunden. Eine enorm hohe Artenvielfalt haben der Spreewald und auch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Auf engstem Raum sind hier verschiedenste Lebensräume, was dazu führt, dass sich besondere Pflanzen und allerlei Tiere hier wohlfühlen. Eine Pflanze sieht ganz ganz niedlich aus, ist aber ein echtes Fressmonster. Da kommen wir gleich noch drauf.

Doch noch mal zuück. Lisa Janke erwähnte den Hotspot der Biodiversität. Was bedeutet Biodiversität

Also fassen wir zusammen:

Biodiversität bedeutet

  • besonders vielfältige Lebensräume oder Ökosysteme
  • besonders viele verschiedene Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien)
  • besondere genetische Vielfalt innerhalb einer Art, also z.B. besonders viele verschiedene Arten von Äpfeln

Was genau wird denn nun in diesem Naturschutzprojekt MoSaikTeil gemacht?

Was macht MoSaiKTeil in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft?

Das Naturschutzprojekt MoSaiKTeiL greift die kleinteilig wechselnden Zwischenmoore, Sandheiden, Kiefernwälder und Teiche der Lausitz auf. Gemeinsam mit den Bewohner*innen, Teichwirt*innen, Naturschützer*innen, Umweltbildner*innen und Behörden sollen konkrete Maßnahmen umgesetzt und zukunftsweisende Ansätze zum Erhalt der biologischen Vielfalt dieser Hotspotregion entwickelt.

 

Namensgebend für die Landschaft sind ja die Teiche. Tatsächlich sind hier über 1000 vom Menschen angelegte Teiche. Seit mehr als 500 Jahren wird hier auf traditionelle Weise Fischzucht betrieben. Übrigens ist das Gebiet seit 1996 UNESCO Biosphärenreservat.

Die Teiche sind menschgemacht. Das bedeutet, durch Zuflüsse und Nährstoffeintrag entstehen wieder Sedimente im Teich. Langfristig würden die Teiche verlanden. Verschwinden, trochen fallen. Und dadurch würden dann die Tiere die jetzt hier in so vielen Arten vorhanden sind, verschwinden. Das bedeutet, die Teiche müssen gepflegt werden, wie eh und je, damit sich Seeadler, Kraniche, Eisvögel, Rohrweihen, Reiher, Bekassine und Pflanzen wie der Große Wiesenknopf, Sibirische Schwertlilie, Natternkopf, Graue Skabiose, Kuckucks-Lichtnelke und Wiesen-Salbei weiterhin hier wohl fühlen.

Die Teiche und Moore

Ziel ist es, den Lebensraum zu erhalten. Und das ist harte Arbeit. Spätestens alle 30 Jahre müssen die Teiche entschlammt werden. Tatsächlich wurden wohl früher die Teiche von Hand entschlammt. Heute ist Gottseidank einige Technik da.

Spannender Side-Fact. Teichwirtschaft ist wirtschaftlich solide, aber auch kostenintensiv. Man sagt, dass eine Teichwirtschaft 30 Jahre gut wirtschaften muss, um das Geld für die Entschlammung eines Teiches zusammen zu bekommen. Von daher hilft das Projekt auch ganz konkret den Teichwirten und dem Erhalt dieser historischen Bewirtschaftungsform.

Doch verlassen wir mal die Teiche. Lang ist der Weg nicht, denn das Charakteristikum der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft sind genau die kleinteiligen dicht aneinanderliegenden ganz unterschiedlichen Landschaften. Komm mit mir auf einen virtuellen Sprung ins Moor.

Immer mehr Moore verschwinden. Durch Austrocknung. Deshalb hat sich das Projekt der Wiedervernässung von Mooren gewidmet. Wie das gemacht wird, erzählt Lisa Janke.

Doch wir haben mit Wasserknappheit zu kämpfen. Überall in Deutschland aber besonders in der Lausitz. Hinzu kommen noch die Grundwasserabsenkungen durch Tagebau und Co. Umso wichtiger ist es, dass jetzt angestoßen wird, was langfristig wieder Moor werden soll. 

Fleischfressende Pflanzen in der Oberlausitz und Wasser für Berlin

Christian Düker macht noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam: Das Wasser der Spree, das die Lausitz bestimmt und auch das Teichgebiet speist, dient der Wasserversorgung der Hauptstadt. Je länger das Wasser in der Region gehalten werden kann, desto besser das Wasser für Berlin.

Eine Pflanze die ganz besonders ist, ist das Torfmoos. Das Torfmoos kann enorm viel Wasser speichern, ist eine Art natürlicher Schwamm.

Ich frage mich (und auch Lisa Janke und Christian Düker) was passiert denn konkret, um Moore zu erhalten? Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Landwirte, die diese Flächen warum auch immer in ihrer Bewirtschaftung haben, nicht gerade freuen, wenn diese häufig als Wiesen genutzten Flächen wieder Moor werden sollen. 

Lisa Janke erklärt, dass Naturschutz nicht nur Bäume pflanzen und Gräben zuschütten oder Teiche entschlammen bedeutet. Ein ziemlich großerTeil der Arbeit betrifft auch das Kommunizieren und Verhandeln. Es müssen z.B. Eigentümer ausfindig gemacht werden, Gespräche geführt, die jeweiligen Interessen abgewogen und dann ggf. Käufe durchgeführt und Ersatzflächen für den Verkäufer gefunden werden. Ein zähes Ringen um Interessenausgleich zwischen Natur und Mensch. Ich persönlich lerne – in jedem Podcast, dass es keinesfalls darum geht, das eine also z.B. Landwirtschaft zu verteufeln und das andere, z.B. unberührte Natur in den Himmel zu heben.

Es ist eben ein Dialog. Eine Abwägung von Interessen.

Mir ist klar, dass ein Flächeneigentümer lieber Weideflächen als “nutzlose” Moore haben möchte.

Hier ist die Moderationsrolle so enorm wichtig. Und ehrlich, das war mir vor diesem Podcast überhaupt nicht so klar, wie wichtig das Akzeptanz schaffen auf beiden Seiten ist. 

Eine ganz besondere Pflanze aus dem Moor haben wir. Das ist der Sonnentau. Und der ist hochspannend. Sie ist keineswegs Vegetarier.

Und den Sumpfporst. Hat eine berauschende Wirkung,

Feuerspucker Pflanzen und der Kiefernwald

Doch jetzt verlassen wir die Moore der Oberlausitz und springen aufs nächste Fleckchen Erde. Meine geliebten Kiefernwälder. Ich weiß, dass es Forst ist – wirtschaftlich genutzt und eine Monokultur darstellt. Ich mag diese Wälder trotzdem sehr gerne. Sie sind für mich Heimat.

Streurechen. So wurde der Boden extrem nährstoffarm. Nun wird das Streurechen durchgeführt, um Bärlapp, Wintergrün, Erdflechten und holzbewohnende Käfer.

Ganz besonders ist der Keulenbärlapp. 

Das sind Feuerspucker Pflanzen.

Ich bin begeistert: Feuerspucker Pflanzen in nährstoffarmen Kiefernwäldern. Mich fasziniert immer wieder mit welcher Beobachtungsgabe und welcher Lust am Ausprobieren die Pflanzen in ihren Eigenheiten und Wundern genutzt wurden. Und nun haben wir eben Feuerspucker Bärlapp gefunden. Hach, ich liebe diese Geschichten. Der Bärlapp braucht also recht offenen Waldboden ohne viele Nährstoffe. Übrigens finde ich es auch bemerkenswert, dass, egal, wie der Mensch bewirtschaftet und tut und macht, sich immer wieder geduldige Pflanzen und Tiere finden, die diese Bedingungen feiern und sich dort ansiedeln. Damit will ich keinesfalls dem weiteren Raubbau der Natur Tür und Tor öffnen sondern weiter gerne daran erinnern, dass  wir Menschen TEIL der Natur sind. Wir stehen nicht drüber oder drunter. Sondern wir sind im Mosaik quasi ein Teilchen, das seinen Beitrag dazu beisteuert, wie es um die Natur bestellt ist. Leider vergessen wir das manchmal und das macht mich traurig, wenn achtlos mit der Natur umgegangen wird. Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Oder mit LausitzLiebe. Das fänd ich toll. 

Doch zurück in den Kiefernwald. Da gibt es zum Beispiel den Kiefernprachtkäfer, die im Tothholz der Kiefern ihr Larvenstadium durchleben. Der Kiefernprachtkäfer braucht Totholz und eben Kiefern. 

Übrigens: Es gibt auch Streurechen-Aktionen im MoSaiKTeil Projekt. 

Der Ameisenbär in der Sandheide

Und weiter gehts zur Sandheide. Der trockenste Standort in der Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft. Was hat es denn mit der Sandheide auf sich?

Das sind extreme Standorte. Trocken. Mit starken Temperaturschwankungen zwischen der Tageshitze und der kühlen oder auch kalten Nacht. Hier können nur ganz wenige, sehr spezialisierte Arten überleben.

Klasse. Eine Kreiselwespe, die zur Sandschauflerin wird.
Und was ist das Lieblingstier von Lisa Janke?

Das ist der Ameisenlöwe, der Konstrukteur und lauernder Jäger. 

Scheint ja ein berechnendes eigenwilliges Tierchen zu sein, der Ameisenlöwe. Was es so alles für Tiere gibt in unserer Lausitz. Da geht mein Herz mal wieder in LausitzLiebe-Modus.

Mitwirken ist ausdrücklich erlaubt. Denn Sandlebensräume existieren nur, wenn sie gepflegt werden. Das bedeutet, Gehölze müssen entfernt werden. 

Ich habe noch mal etwas indiskret gefragt, ob es einen Lieblingsplatz für die Projektmitarbeitern von MoSaiKTeil gibt?

Zukunftswünsche für die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Was wünscht sich Lisa Janke für die Zukunft?

Dass die Menschen hier stolz auf die Vielfalt ihrer Landschaften sein mögen. 

Und nicht nur darauf, denn wir befinden uns auch mitten im Sorbischen Siedlungsgebiet. Ein kleines Volk, das vielerlei besondere Bräuche, Ihre eigene Sprache und Kultur seit vielen Jahrhunderten hier lebt. Auch das ist Vielfalt, alleine wenn ich an die sorbischen Märchen und Sagenfiguren von Krabat bis Wassermann erinnere.

Dem habe ich gar nichts mehr dazu zufügen. Denn das ist genau der Grund, warum ich diesen Podcast, übrigens komplett ehrenamtlich produziere. Ich finde, dass es sooo viel Schönes und Erhaltenswertes und auch Bestaunenswertes hier bei uns in der Lausitz gibt, das ist das was ich erzählen möchte. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Agroforst – aus der Lausitz in die Welt

Agroforst - aus der Lausitz in die Welt

Agroforst aus der Lausitz - wo Wald die Felder küsst

Weißt du, was ein WALD_ACKER System ist? Was richtig feines. Per Neudeutsch nennt man das Agroforst. Alles Aggro oder was? Nein, natürlich nicht. Heute befassen wir uns mit einer Landwirtschaftsform, die im Grunde uralt ist. Seit einigen Jahren geht von der Lausitz aus ein deutschlandweites Signal, wieder mehr Romantik in die Beziehung zwischen forst und Feld zu bringen.

(Was wir von Olivenhainen udn Korkeichenwäldern lernen können).

Agroforst - was ist das?

Ich habe im Podcast zwei fachkundige Personen zu Gast: Dr. Christian Böhm. Er ist Fachmann für Agroforstsysteme und Vorsitzender des Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.

Er wird uns mitnehmen in Hintergründe für dieses System, was wirklich vieles verändert.

Und dann habe ich noch Landwirt Thomas Domin aus Peickwitz besucht.

Bei knirschendem Frost sind wir auf seinen Agroforstflächen herumgestiefelt und ich habe ganz praktisch verstanden, was Agroforst bedeutet.

Warum das Ganze aus der Lausitz deutschlandweit ausstrahlt, dass erfährst du wenn du weiter liest und was du ganz persönlich tun kannst, um mehr Bäume auf die Äcker zu bringen. 

Ich möchte von Dr. Christian Böhm wissen, was Agroforst eigentlich ist.

Es ist eine Mischung aus Agrar- also Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Das bedeutet, Bäume und Sträucher werden auf den Feldern gepflanzt. 

Warum Agroforst in der Lausitz?

Da gibt es verschiedene Gründe:

Erstmal werden die Gehölzstreifen so angelegt, dass die Maschinen immer noch gut um die kleinen “Wäldchen” herum fahren können.

Die Gehölzstreifen sorgen dafür, dass der Boden auf der Fläche bleibt, daas es weniger windig ist, das Mikroklima besser und nicht zuletzt, sich auch Tiere ansiedeln.

Warum sind solche Systeme besonders in der Lausitz gut geeignet?

In der Lausitz ist ewiger Wassermangel. Sofort wenn ein Gehölzstreifen eingeordnet wird, dann bleibt mehr Wasser auf den Flächen. Aber auch, bei guten Bodenstandorten, bleiben die Böden erhalten. Damit bleiben die Erträge stabil.

Agroforst: Wer hat's erfunden?

Zunächst forschte Dr. Christian Böhm daran, Tagebauflächen mittels Gehölzen zu verbessern. Weil die Ergebnisse so überraschend gut waren, begann er, sich in Agroforstsysteme zu vertiefen. Seit 2019 gibt es den Verband Defaf.

Früher nannte man das übrigens: Baum-Feldwirtschaft. Hach. Der gute alte Heinrich Cotta, ein berühmter Forstwissenschaftler aus dem 19. Jahrhundert. Wenn du so willst, war das der Begründer der geregelten Forstwirtschaft. Also er hat als erster die wirtschaftlichen Ausbeutung von Wäldern voran getrieben. Wo stammt der Meister her? Nein, nicht ganz aus der Lausitz sondern aus Tharandt (Das ist nahe Dresden und da gibt es bis heute eine Forstwissenschaftliche Fakultät).

Ich finde aber eben auch den neuen Studiengang Sozialökonomisches Waldmanagement von Peter Wohlleben am der FH Eberswalde möglicherweise inzwischen etwas zeitgemäßer.

Aber zurück zur Agroforstwirtschaft. Diese Initiative, die hoffentlich noch viele viele Anhänger findet, ist quasi in der Lausitz geboren.

Warum wächst die Agroforst-Bewegung inzwischen deutschlandweit?

Es gab ein Forschungsprojekt – in der Lausitz, bei Thomas Domin.

Und in der Lausitz wurde der Fachverband für Agroforstwirtschaft gegründet, der schnell von 90 bis auf jetzt 600 Mitglieder gewachsen ist. Das Thema findet immer mehr Anklang, auch in der Praxis. Jedes Jahr entstehen neue Agroforstsysteme in Deutschland – auch wenn es noch viele Hürden gibt.

Die Menschen und das Thema Bäume steckt viele Menschen an. Es gibt viel ehrenamtliches Engagement, der Vorstand z.B. arbeitet ehrenamtlich. Und das Netzwerk ist kunterbunt und so entsteht eine breite Vernetzung zwischen unterschiedlichen Disziplinen.

Es gibt z.B. den Science Club, wo sich angehende Wissenschaftler sich vernetzen können.

Der Verband hat auch ehrenamtliche Agroforstbotschafter ernannt, die deutschlandweit für die Baum.-Feldwirtschaft werben, unter anderem Thomas Domin, den du nachher noch kennenlernst.

Doch bei allem Enthusiasmus. Im Prinzip wäre es ja einfach. Jeder Bauer in Deutschland pflanzt Gehölzstreifen. Aber sooooo einfach ist das nicht. Warum denn eigentlich? Ist doch eigentlich was Gutes, Bäume und Sträucher anzupflanzen, oder?

Es gibt einige Vorbehalte, z.B. weil die Flächen der Bauern z.T. nicht im Eigentum sind.

Und das zweite Hindernis ist das Geld, das investiert werden muss. Auch naturschutzrechtliche Rahmenbedingungen sind für Agroforstsysteme zumindest anstrengend. Es ist eine Nutzungsänderung. Und diese muss im Grunde genehmigt werden, denn es gibt keine Planungssicherheit.

Und lassen wir es mal so. Der wirtschaftliche Aspekt spielt hier eine Rolle. Es heißt immernoch Land- und Forstwirtschaft.

Das Ziel des Verbandes ist es, es den Bauern einfach zu machen, diese Gehölze auf ihren Flächen anzupflanzen. 

Und trotzdem sind in der Lausitz schon einige Betriebe dabei, Yeah!! Etwa 10 Betriebe in der Lausitz befassen sich derzeit mit Agroforst.

Agroforst sieht schön aus und hält ganz schön Wasser

Agroforst sieht übrigens schön aus. Die Hecken oder Gehölzstreifen gliedern die Landschaft. Doch „nebenbei“  bieten diese Streifen ja auch Lebensraum. Wirkt sich also auf die Biodiversität aus. Und das ist auch ganz gut untersucht.

Es sind noch lange nicht alle Arten untersucht worden, aber man kann eindeutig nachweisen, dass die meisten Arten von der stärkeren Strukturierung der Landschaft profitieren. Nicht ganz so fein finden das einige Offenlandarten. 

Was aber definitiv Fakt ist: Wasser bleibt gerade in usnerer Streusandkiste, der trockenen Lausitz, deutlich länger in der Landschaft. Das bestätigen auch die Wissenschaftler des Senckenberg Museums in Görlitz. Der Podcast dazu wird in den nächsten Wochen erscheinen, hör da unbedingt rein, warum wir Wasser so lange wie möglich bei uns in der Lausitz halten sollten.

Der Wind ist der Hauptfaktor der zur Austrocknung der Böden beiträgt. Die Gehölzstreifen sorgen dafür, dass der Wind abgebremst wird. Die Flächen werden so gekühlt und das Wasser bleibt. Immerhin 30 % weniger Verdunstung!

Mehr Agroforst für alle in der Lausitz

Das hat der Verband erforscht, doch es gibt ja noch weitere Projekte, die der Verband durchführt. 

Zum Beispiel wurden Agroforstbrote gebacken. Roggen von Landwirt Domin, der regional verbacken und als Brot verkauft wurde. Und ein weiteres Projekt wird durch den Verband koordiniert, in dem 50 Betriebe deutschlandweit mitmachen um Agroforst weiter zu erforschen.

Jetzt sind wir sehr sehr bei den Landwirten gewesen. Aber was können du und ich als Einzelpersonen machen, um Agroforst zu fördern? 

Da gibts mehrere Dinge, sagt Dr. Christian Böhm: 

  1. Agroforstprodukte kaufen
  2. Weiterempfehlen und Schulklassen und weiteren Menschen davon erzählen
  3. Spenden an den Verband
  4. Wandern gehen, sich den Strukturen erfreuen, sich an den Tieren erfreuen, die dort sich wohlfühlen
  5. Jeder kleine alte Bauerngarten mit Bäumen ist im Grunde ein archaisches Agroforstsytem – also Leude legt Waldgärten an. 
  6. Städtische Grünflächenämter – bitte legt Waldgärten in euren Städten an.

Fazit: Mehr Waldgarten für alle.

Agroforst praktisch - im Gespräch mit dem Landwirt

Ich treffe Thomas Domin, Landwirt aus Peickwitz, an einem bitterkalten Morgen.

Der Schnee knirscht unter unseren Füßen. Doch in der Teeküche sitzen und über Agroforst reden, das ist nicht die Sache des Landwirts.

Wir gehen auf den Acker, dorthin wo jetzt Agroforstflächen sind. Ich sehe eine einstmals riesige Ackerfläche, die sicherlich, so viel ist auch mir klar, mit den großen, modernen Maschinen sehr gut zu bewirtschaften war.

Nun ziehen sich Gehölzstreifen durch in Abständen durch die Landschaft. Der Schnee macht das Ganze noch eindrucksvoller. Eine klare Struktur.

Ich möchte wissen, warum er Gehölze pflanzt, wenn doch der Traktor nicht mehr ganz so schnell über den Acker brausen kann. 

Weil ihm sonst sein Produktionsmittel davon geweht wird. Die kostbare Ackerkrume. 

Und ich sehe Apfelbäume. 

Es sind vielerlei Obstgehölze, die als uraltes Agroforstsystem schon immer gegeben hat. Nun hat Bauer Domin gezeigt, dass Agroforst durchaus sehr vielfältig sein kann.

Darüber hinaus sind alte Wegeflächen, die sich noch im kommunalen Eigentum befinden und zu DDR Zeiten überpflügt worden sind, ebenfalls mit Gehölzen bepflanzt worden. Das macht die Fläche deutlich strukturierter, aber eben auch aufwändiger zu bewirtschaften.

Domin hat 2012 angefangen zu planen und 2015 waren die ersten Pflanzungen. 

Er erinnert sich gut an die Anfangszeiten, wo er mit der ganzen Familie die Bäumchen gepflegt hat.

Ziel ist auch hier, die Gehölze zu ernten, sprich zu nutzen. Domin konnte erstmals 2019 ernten und nimmt immer nur Teile der Gehölzflächen weg, so dass der kühlende, bodenerhaltende Efffekt erhalten bleibt.

Es ist auch eine Fläche für Experimente.

Agroforst für alle? Oder lieber nicht?

Und Hand aufs Herz. In der Theorie klingt das alles richtig gut. Aber hat das nun tatsächlich Effekte auf den Ertrag des Landwirts?

Es wird Humus direkt am und im Gehölzstreifen aufgebaut. Das ist auch messbar. Der Mehrertrag kann so nicht gemessen werden. Allerdings ist der Ertrag stabilisiert. Obwohl 10 % des Ackers mit Gehölzen aufgebaut und das wird ausgeglichen?

Könnten das alle Landwirte machen?

Domin kann es nur jedem empfehlen.

Wenn so ein System einmal steht, ist es dann fertig?

Nein, es kommen gelegentlich neue Flächen dazu oder aber es gibt neue Ideen, so dass ein Agroforstsystem quasi nie ganz fertig wird.

Die Tiere fühlen sich absolut wohl, Nicht nur die Rinder, sondern auch Hasen und Vögel suchen Schutz in der nun deutlich strukturierteren Landschaft.

Thomas Domin ist nicht nur Fan von Agroforstsystemen sondern auch Botschafter für diese Systeme.

Wenn ich Thomas Domin eine Wunschfee sende. Was wünscht er sich für die nächsten 10 Jahre?

Er wünscht sich, dass Agroforstsysteme nicht mehr Einzelmaßnahmen sind.

Und ich komme noch mal um die Ecke mit meiner Wunschfee. Was wünscht sich Dr. Christian Böhm für die nächsten 10 Jahre in Bezug auf Agroforst?

Eine gute Ausfinanzierung des Verbandes und eigene Agroforstflächen.

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Singende Seen – und die Vögel kommen zurück in die Lausitz

Singender See in der Lausitz und die Vögel kehren zurück

Februar in der Lausitz der singende See, Vogelhochzeit

und wenn winter is
so dass
bäche und seen zugefroren sind
dann geh mal an einen see und stell dich mal ganz still
ans ufer

und zwar an einem tag
wo es anfängt n bisschen zu tauen
wenn die sonne scheint und die temperaturen wechseln
dann

hör mal zu
was der see und
das eis dir erzählen

Lausitzliebe: Podcast für Natur und Umwelt

du bist im podcast lausitzliebe
das ist dein podcast für natur und umwelt
aus und für die lausitz
lausitzliebe für alle ist mein motto
und ich hoffe nach dem hören dieser folge auch deins

Wenn das Eis spricht: Winterliche Klänge am See

das eis schwingt
das eis überträgt schwingungen kilometerweit
weil die unterschiedlichen spannungen
natürlich
geräusche erzeugen
ich find das ganz ganz ganz faszinierend 

fast magisch
wie dieser see die ganze zeit
mit uns spricht 

dieser zugefrorene see

Februar in der Lausitz: Erste Stimmen der Vögel nach dem Winter

und du hörst auch n bisschen im hintergrund

vielleicht schon
das vögel zwitschern

wir haben ja gelernt
in der folge als es um die wintervögel ging 
hör da gerne mal rein (Stunde der Wintervögel)
sehr spannende einsichten
was die zählung der wintervögel in diesem jahr ergeben
hat in der Lausitz

dass
jetzt schon im februar
die balzzeit einiger vogelarten beginnt
und einige vogelarten auch schon zurückkommen aus dem süden

und die männchen
alles schön vorbereiten und dann die partnerinnen
mit einem
gebauten nest
empfangen

ob das jetzt wirklich hundertprozentig so ist
wie ich mir das in meinem romantischen geiste vorstelle
das werden wir erkunden.

Februar Lausitz: Spurenlesen zwischen Eis und Sonne

und ich bin jetzt an so nem
sonnigen februar tag
hier am start

was ich hier sehe 
das sind biber spuren
der kollege biber hat hier
ein bisschen an einem stamm rumgeraspelt

und
hier hab ich wieder spuren
könnte wolf sein
ich würd mich freuen wenn’s so wär

hier an den seen im lausitzer seenland
ist ja im winter nicht ganz so viel los
wie im sommer
da trauen sich auch
die tiere ein bisschen näher dran

und die sonne ist schon
kräftig
ich will nicht sagen es ist warm wir haben 
temperaturen unter null
aber
die sonne hat aus meiner sicht
ne andere power
die tage werden merklich länger

und trotzdem schläft die natur noch so n bisschen

Vorfrühling in der Lausitz: Raureif, Lichtungen und erste Farben

wie kannst du vögel beobachten erstmal indem du inne hältst
stehen bleibst
indem du einfach stehen bleibst

du kannst ganz viel natur erleben
wenn du einfach still bleibst und es beobachtest

also mal stehen bleiben

mal gucken was sind hier so für spuren

hier ist alles noch beraureift
sieht wunderschön aus

und hier grad auf so ner lichtung
trotzdem
scheint hier nur sehr spät die sonne hinzukommen
und hier ist alles noch voll reif

reif – das gleiche wort wie die apfelreife

optisch genauso schön

ja vorfrühling halt

du weißt ja maria lichtmes ist so n datum
was
in der lausitz vielleicht nicht ganz so häufig
gefeiert wird

unsere
sorbischen menschen feiern ja schon
im januar die vogelhochzeit

und
vertreiben mit den fastnachtsbräuchen den winter

Februar in der Lausitz: Sehnsucht nach Frühling

ich finde auch ehrlicherweise
so wichtig der winter natürlich ist
ist so zeit und ist auch okay

ich persönlich find ja immer februar
das ist die schwerste zeit des winters

weil
die sonne schon so hoch steht
und es einem alles
in allen fingern juckt

und hier um mich herum zwitschern die vögel

nicht wie im mai
aber sie zwitschern

sie sind da

und das war meine kleine einladung für dich
mal einen
spätwinterspaziergang zu machen

Seen im Winter: Eis, Nebel und Geschichten

wenn noch der see zugefroren ist 
und du einen in deiner nähe hast 
dann check das mal was der see dir erzählt

vielleicht kannst du auch den nebel aufsteigen sehen
das macht das ganze
in der sonne
noch ein bisschen mystischer und schöner

und die natur hat sich vorbereitet
überall sind schon knospen zu sehen

auch wenns hier noch knistert
das alles schon vorbereitet

Winter Lausitz: Ausblick auf den Frühling
und weißt du was das schöne is
dass wir wissen
es geht immer weiter

ja das war unser dein und mein kleiner winter
ein hochwinterspaziergang
und mit dem hoffnungsvollen ausblick auf den frühling

ganz viel lausitzliebe

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Wölfe abschießen??

Wölfe abschießen? Ein Kommentar

Wölfe abschießen?

Ist es soweit: Schießen statt Koexistenz?

Ist das unser Ernst? Haben wir immer noch nichts gelernt? Opfern wir den Wolf wirklich politischen Macht- und Klickbaiting Stimmen? 

Disclaimer: Das ist ein Kommentar.
Dein Podcast LausitzLiebe ist ein journalistisch recherchierter Podcast, der sich um Natur und Umwelt in der Lausitz befasst. Ich bin Jana Wieduwilt und hoste sowie moderiere diesen unabhängigen Podcast.

Ich wähle dieses Format für diese Folge, weil es – im Gegensatz zu anderen Folgen, meine Meinung klar und deutlich wiedergibt. 

Wölfe vom Naturschutz ins Jagdrecht

Das war 2025. Nun hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorgelegt, die es aus meiner Sicht in sich hat. Nämlich: Der Wolf ist jetzt ins Jagdgesetz eingeordnet worden.

Nicht mehr im Naturschutzgesetz.

Der Wolf ist jetzt jagdbar wie Wildschwein, Hirsch, Reh und Fuchs. Und ehrlich, ich halte schon mal gar nichts von der Jagd als solches – und nun darf der Wolf, den wir schon mal ausgerottet hatten, wieder ausgerottet werden. Glückwunsch.

In der Parlamentarischen Debatte waren unser Landwirtschaftsminister Alois Reiner und die CDU, die AfD und die SPD recht klar dafür. Die Linken und die Grünen dagegen. 

Das ist erstmal soweit, so schlecht. 

Wolf abschießen in der Lausitz? Warum das?

Was mich wirklich aufregt, neben der Tatsache, dass wir sehenden Auges nicht nur bewusst unsere Artenvielfalt und den Wolf in seiner wichtigen Funktion im Wald einschränken, sondern auch die Scheinheiligkeit, mit der die Ausrottung des Wildtieres begründet wird.

Sie wird begründet vom Gesetzentwerfer Bundeslandwirtschaftsministerium damit, dass man die Viehhalter schützen müsse, weil sie einen Beitrag zu unserer Kulturlandschaft leisten und – hör zu, aufgrund der Wölfe ihre Tätigkeit aufgeben müssten.

Und ja, viele Viehhalter haben es schwer. Aber nicht wegen der Wölfe. Schon jetzt lohnt sich z.B. Schafzucht zur reinen Verwertung nur schwer. Die meisten Schäfer erzielen mindestens 60 % ihres Einkommens – seit vielen Jahren bereits aus Landschaftspflegemaßnahmen. Die Schafe stellen durch ihr Fressen nämlich Offenlandschaften für besonders Arten her. So.

Man kann ganz genau sagen, wie viele Schafe gerissen wurden. Schafe und Ziegen sind Beute für den Wolf. Allerdings nur ein Bruchteil seiner sonstigen Nahrung.

Im Jahr 2024 fanden deutschlandweit etwas mehr als 1000 Angriffe von Wölfen auf (meist ungeschützte) Schaf- und/oder Ziegenherden statt. Und ja, der Wolf reißt Tiere. Das liegt in seiner Natur.

1,6 % der Wolfsnahrung sind Nutztiere

Ich zitiere aus dem Bericht des DBBW zu Prävention und Nutztierschäden. „Die Anzahl der von den Bundesländern bestätigten Wolfsübergriffe auf Nutztiere sank gegenüber dem Vorjahr deutschlandweit um 13 % und die Anzahl der geschädigten Nutztiere um 25 %.

Dabei verlief die Entwicklung der Schadenszahlen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. In den Ländern mit den meisten Wölfen (mehr als 10 Wolfsterritorien im Monitoringjahr 2023/24), nahm die Anzahl der wolfsverursachten Übergriffe in fast allen Bundesländern deutlich ab, während sie in Mecklenburg-Vorpommern anstieg (DBBW 2024)“

Die Ursache dafür sehen die Experten vom Wolfsinstitut Lupus, der Senckenberg Stiftung für Naturkunde, dem Leibnitz Institut für Naturforschung und dem Bundesamt für Naturschutz – immerhin doch sehr renommierte Forschungseinrichtungen, darin, dass die Schutzmaßnahmen der Herdenhalter inzwischen greifen. In Mecklenburg-Vorpommern, wohin sich der Wolf gerade ausbreitet, sind die Viehhalter noch nicht darauf eingestellt – dort sind die Schäden gestiegen. 

Und: Die Nahrung des Wolfes besteht zu mehr als 90 % aus Reh, Wildschwein und Co. Nutztiere machen 1,6 % seiner Nahrung aus. 1,6 Prozent. Das bedeutet von 365 Tagen im Jahr frisst ein Wolf an 5 Tagen Nutztiere. Alles klar?? 

Jeder Wolfsriss wird finanziell ausgeglichen. Seit 2000

Also noch mal anders erklärt: 

Für jedes vom Wolf gerissene Tier kann der Viehhalter bislang eine Ausgleichszahlung erhalten. Und diese Ausgaben sind kontinuierlich angestiegen. Noch viel wichtiger: Auch Herdenschutzmaßnahmen, wie Zäune und Co. werden gefördert. Schon seitdem die Wölfe wieder bei uns eingewandert sind. Sicher, ich gebe dem Argument Raum, dass die Viehhalter nicht nur bei der reinen Technik, wie Zäune, Elektroschutz und Co, sondern intensiver auch bei den Kosten für die ERRICHTUNG der Anlagen unterstützt werden müssen, keine Frage. 

In Brandenburg z.B. werden 100 % der Kosten für durch den Wolf getötete Tiere basierend auf dem Marktwert, 100 % der Tierarztkosten für die Behandlung verletzter Tiere max. bis zum ermittelten Marktwert, 100 % der Kosten für Sachschäden an Weidezäunen einschließlich des benötigten Zubehörs.

In Sachsen, bei Hobbyhaltern und Nebenerwerbslandwirten durchschnittlicher Marktwert, bei Betrieben kann tatsächlicher Erlös aus letztem Jahresabschluss herangezogen werden ja, 80 % der Tierarztkosten und Arbeitskosten für Suche nach vermissten Tieren, 100 % durch Übergriff zerstörtes Weidematerial, kein zeitlicher Ausgleich. 

So sieht es aus. 

Was viele Viehhalter zu Recht kritisieren, ist ein strukturelles Problem. Schaffen sie sich z.B. Herdenschutzhunde an, um ihre Tiere vor Wolfsangriffen zu schützen, werden zwar teilweise die Anschaffungskosten von mehreren 1000 Euro für die Hunde bezahlt. Aber das Futter, was so ein Hund zu sich nimmt, über die Jahre – das kostet und wird nicht bezahlt. Der Hund ist nur zwischen seinem 4. und 8. Lebensjahr wirklich einsatzfähig, vorher ist er zu jung und der Wolf nimmt werde zu junge noch ältere Tiere wirklich als Bedrohung wahr. 


Auch Viehhalter, die Wölfe lieben und mögen, müssen in Schutzmaßnahmen investieren, damit ihre Lebensgrundlage erhalten bleibt und ich finde es schlimm, wenn Schafe, Ziegen und Co. gerissen werden.

Doch ist ein Abschuss von Wölfen wirklich die Lösung – oder wird hier die Sichtweise der Naturschützer gegen die berechtigten Interessen der Viehhalter ausgespielt??

Wolf als Polemik-Beitrag??

Aber zu argumentieren, dass der Wolf den armen Ziegen und Schafen blutrünstig den Garaus macht – UND dass nur der ABSCHUSS des Wildtieres die Viehhalter rettet, sorry, dass ist schlicht und ergreifend, wenn nicht bewusst unehrlich, dann zumindest fahrlässig unreflektiert. Wir machen also in Deutschland ein Gesetz, dass das Jagdrecht ÜBER das Naturschutzrecht stellt. 

Dazu kommt, dass über Abschussquote und Co. die Jagdbehörden entscheiden. Was wollen Jagdbehörden: Genau. Jagen. Kannste dir also denken, was passieren wird. 

Hier wird also ganz ganz bewusst und reichlich polemisch mit der archaischen Urangst des Menschen vor dem Wolf gespielt, um – sorry not sorry auf populistische Weise die Angst auszunutzen, um die Interessen einer Lobby durchzusetzen.

Und ehrlich: Das regt mich auf. 

Unsere Abgeordneten im Bundestag haben dem in der Debatte mehrheitlich zugestimmt.

Übrigens wurde nicht nur der Wolf, sondern auch das MURMELTIER ins Jagdrecht aufgenommen. Ob das Murmeltier auch die Viehhaltung ärgert, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls wurde das in der Parlamentsdebatte nicht erwähnt.

Warum den Wolf erhalten?

So, und warum sollte denn der Wolf uns erhalten bleiben?

1. Was ist das für eine Frage? Es ist ein Lebewesen. Bist du Gott, dass du über andere Wesen richten kannst? Bin ich Gott? Wer sind wir denn, dass wir glauben, die Natur steuern zu können. Nein. 

2. Der Wolf rettet Wälder. Er reguliert das Rotwild, das wir in Deutschland reichlich haben. Rotwild verbeißt, weil es so zahlreich vorkommt, die jungen Bäume. Waldverjüngung findet in den dichten Rotwildbeständen also nicht statt. Weniger Rotwild mehr Bäume, besseres Klima.

3. Der Wolf ist die Gesundheitspolizei des Waldes: Durch das Entfernen kranker Tiere verbessern Wölfe die Gesundheit der gesamten Beutepopulation.

4. Wiederherstellung des Ökosystems: Die Rückkehr des Wolfs ist ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem und trägt zur Artenvielfalt bei.

5. Könnte es sein, dass der Wolf einfach schön ist. Ein schönes, scheues Tier, das wir noch viel zu wenig erforscht haben.

6. Wir jagen zum Vergnügen. Wir sind SATT. Wir töten. AUS VERGNÜGEN.

Wolf abschießen: Fazit

Fazit:

Fazit: Der Wolf gehört zur Lausitz. Auch die Landwirte gehören zur Lausitz. Vor allem gehören sie zur LausitzLiebe und da finde ich ein Miteinander in einer Abwägung der Interessen als ganz ganz wesentlich. Hör dazu gern in meinen Wolfspodcast rein, Episoden 15 und 16, wenn du ganz viel über das Verhalten dieser wertvollen Tiere wissen und dir selbst eine Meinung bilden möchtest. Und abonniere den Kanal, denn demnächst kommt eine Folge mit Schäfern, die ihre Erfahrungen berichten. 

Ich wünsche dir und mir eine ehrliche lobbyfreie Politik und ganz viel LausitzLiebe.

 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Stunde der Wintervögel in der Lausitz

Stunde der Wintervögel in der Lausitz

Stunde der Wintervögel in der Lausitz Lausitzliebe

Alljährlich im Januar wird gezählt. Der Nabu ruft seit 16 Jahren dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen. Egal wo, im Garten, im Park oder auf dem Balkon. Die Ergebnisse werden bundesweit erfasst und in einer Art Live-Ticker im Netz auf den Seiten des NABU zur Verfügung gestellt. Ich habe mir die Auswertungen für die Landkreise der Lausitz mal angesehen und dazu auch wieder einen Gast in der Sendung.

Naturpilgerin Jana Wieduwilt und LausitzLiebe

Ich bin Naturpilgerin Jana Wieduwilt. Weißt du, mein Anliegen mit diesem Podcast ist es, dich mitzunehmen in unsere schöne Lausitz. Dich mitzunehmen, dich auf spannende Sachen aufmerksam zu machen und gemeinsam mit dir zu lernen. Vor allem zu lernen oder auch zu sehen, was kann ich eigentlich als kleines Menschlein tun, damit unsere Lausitz enkeltauglich bleibt. Wenn wegen dieses Podcasts auch nur ein Vögelchen nicht an eine Fensterscheibe fliegt, ein Baum weniger gefällt oder verstümmelt und eine gute Portion Fadenwürmer mehr satt werden, weil Laubhaufen auch mal liegenbleiben dürfen, dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht.

Du kannst meine Arbeit unterstützen, indem du den Podcast likest, kommentierst und abonnierst. Danke dafür. Und jetzt kommen wir zur Stunde der Wintervögel.

Stunde der Wintervögel: Citizen Science in der Lausitz

Das ist im Grunde genommen ein Citizen Science Projekt. Das bedeutet, die Bürger beteiligen sich an der Wissenschaft. Jeder, der möchte, kann helfen und eine Stunde lang Vögel zählen. Das ganze wird Online eingegeben und ist dann auf der NABU Website zu finden. Da es ja eine Lausitz als administrativen Bereich nicht gibt, habe ich mir die dauzgehörigen Landkreise in Brandenburg und Sachsen angesehen.

Wintervogelzählung Lausitz: Häufigste Arten

Die Rangfolge ist bei fast allen Landkreisen

Kohlmeise, Haussperling, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Grünfink. Zusammengezählt die Lausitzer Landkreise und Cottbus sind z.B. in der einen Stunde 17.000 Kohlmeisen, fast genausoviele Haussperlinge gezählt worden. Amseln waren rund 2.600 am Start. Klingt alles schön und das ist es ja auch..

Bestandsentwicklung der Wintervögel

Trotzdem ist der Bestand an Haussperlingen überall konstant, in einigen Gegenden leicht rückläufig. Erfreut hat mich persönlich, dass meine geliebte Amsel ebenfalls häufig gesichtet wurde und sich ihr Bestand zumindest im Brandenburgischen Teil der Lausitz offenbar leicht erholt hat.

Auch das Rotkehlchen kommt zwar nicht ganz so häufig in der absoluten Zahl, aber doch in rund 70 % der Zählstellen vor. Das finde ich schon mal ganz gut.

Weitere Wintervögel in Senftenberg und der Lausitz

Ansonsten wurden unter anderem noch Grünfinken, Bergfinken, Kranich, Stieglitz und Buntspecht gesichtet.

Rückgang beim Eichelhäher

Was ist mir noch aufgefallen? Erschreckt hat mich, dass der Eichelhäher, ein prächtiger Vogel, der noch dazu Eicheln „pflanzt“, um fast ¼ zurückgegangen ist. Der Eichelhäher ist einer meiner Lieblingsvögel, ich mag ihre majestätische Art – und auch ihr Aussehen. Rotbraun und schwarz-weiß gestreift sieht der stattliche Vogel aus – und ich mag ihn sehr. Als ich in die Lausitz zurückkam, ist er mir häufig aufgefallen – doch jetzt, wo ich drüber nachdenke, habe ich ihn schon länger nicht mehr gesehen.

NABU Senftenberg: Gespräch mit Toralf Nowatzki

Ich habe noch einige Fragen zum Thema Wintervögel. Dankbar bin ich, dass ich beim NABU Senftenberg Toralf Nowatzki treffen konnte. Er befasst sich seit seiner Kindheit als Hobby mit dem Thema Ornithologie und er nimmt mich mit auf einen kurzen Spaziergang durch den Senftenberger Schlosspark.

Wo und wann gibt es Wintervögel zu beobachten

Vor allem am frühen Abend, kurz vor dem Dunkelwerden und am morgen nachdem es hell wird. Dann müssen die Vögel dringend fressen und wagen sich aus der Deckung. Das Wichtigste: Stehenbleiben. Schauen und Lauschen.

Welche Arten von Vögeln gibt es?

Es gibt Körnerfresser, Insektenfresser und Allesfresser. 

Eisvogel in Senftenberg ??

In Senftenberg kann man den Eisvogel sehen??? Wo denn?

Früh am Stadthafen. Stehenbleiben gucken und hören, Eisvogel sind ruffreudig. Und ein Eisvogel muss Fisch fressen, deshalb ist er an frühen, stillen Morgen dort zu beobachten.

Vögel bestimmen: Wie geht das?

Wie findet man denn raus, was für ein Vogel das gerade ist?
Man kann einfache Apps benutzen, in ein Bestimmungsbuch schauen oder an einer Führung teilnehmen.

Wintervögel füttern: sinnvoll oder nicht

Vogel füttern, wie soll man es machen?
Grundsätzlich, so lerne ich, ist es nicht schädlich, Vögel im Winter zu füttern, aber eben auch nicht notwendig. Klar, es macht Spaß, die bunte Vogelschar am Fenster oder im Garten zu beobachten. Etwas nachdenklich wurde ich, als ich einen Artikel vom NABU Berlin gelesen habe.

Dort wird beschrieben, wie man am sinnvollsten füttert, nämlich so, dass das Futter nicht durch Kot verunreinigt werden kann.

Mein schönes Futterhäuschen ist also eigentlich nicht ganz so günstig, weil das Futter ja offen drin liegt und die Vögel eben das Futter selbst verunreinigen können. Meisenknödel oder auch selbst gemachte Futtertöpfe zum Aufhängen sind eine Lösung. Auch bei der Wahl des Futters ist Vorsicht geboten.

Wir haben gelernt, dass es verschiedene Vogelarten gibt. Körnerfresser, Insektenfresser und Allesfresser. Je nach dem, was die Vögel sind, sollten sie gefüttert werden.

Wir können mit Mais zum Beispiel, der in manchen fertigen Supermarkt-Futtermischungen drin ist, gar nicht helfen. Das fressen die Tiere sonst auch nicht, es bekommt ihnen also auch nicht.

Warum der Bestand der Wintervögel zurückgeht

Fakt ist, der Bestand an Vögeln ist zurückgegangen. Das hat mehrere Gründe.

Unter anderem der Verlust der Lebensräume, der zunehmende Verkehr, aber auch die immer größeren Fensterfronten die durch Reflektion die Tiere verwirren. Am wichtigsten aber ist der Verlust der Lebensräume. Je aufgeräumter Parks und Gärten, desto weniger Lebensräume für unsere Wintervögel!

Vogelwanderungen in der Lausitz und Stunde der Gartenvögel

Also, wenn du mehr zum Thema Vögel in der Lausitz wissen möchtest, geh mit auf eine der Führungen. Es gibt mehrere Vogelwanderungen im Lausitzer Gebiet. Für den NaBU Senftenberg und Toralf Nowatzki kann ich sagen, dass es wieder eine Wanderung zur Stunde der Gartenvögel geben wird. Das ist im Mai. Wenn du möchtest und mir schreibst, geh ich mit LausitzLiebe gerne mit.

Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir, wie immer ganz viel LausitzLiebe.

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Winter in der Lausitz – Spaziergang am Senftenberger See

Winter in der Lausitz - Spaziergang am Senftenberger See

Winter in der Lausitz. Spaziergang am Senftenberger See

Winter in der Lausitz ist selten. Genau deshalb nehme ich dich heute mit raus an den Senftenberger See. Was mir dort passiert ist, war überaus selten, akustisch, spannend. Diese Geschichte stammt aus dem Podcast LausitzLiebe – deinem Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. Lausitzliebe für alle ist das Motto.

Lausitz Liebe im Winterwald bei Senftenberg

Heute bin ich mit dir im Lausitzer Winterwald. Über Nacht sind tatsächlich fünfzehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Sonnenschein, keine Niederschläge, blauer Himmel. Schnee liegt auf den Bäumen, alles ist dick mit einer schweren Frau-Holle-Schneeschicht bedeckt. Es ist ruhig, klar, beeindruckend.

Winter am Senftenberger See: Alleinsein als Ausnahme

Der Senftenberger See ist ein sehr beliebtes Erholungsgebiet im Lausitzer Seenland. Heute ist hier außer mir niemand. Das ist selten. Es gibt Stellen, die du dir suchen kannst, an denen du ganz allein bist – selbst an so einem herrlichen Wintertag. Der Schnee zeichnet Konturen nach, macht Landschaft sichtbar.

Schneelandschaft Lausitz: Bäume, Formen, Architektur

Ich stehe vor einer jungen Eiche, vielleicht zwanzig Jahre alt. Waagerecht abstehende Äste, jeder einzelne mit einem kleinen Schneeberg bedeckt. In der Sonne zeichnet sich die Architektur des Baumes ab, als wäre sie mit einem Fineliner nachgezogen. Kiefern tragen Schnee in den Kronen. Still. Romantisch. Du hörst nur meine Schritte im Schnee.

Eigene Wege gehen: Winterspaziergang in der Lausitz

Am Ufer des Senftenberger Sees kannst du direkt entlanglaufen, ein Stück weit, ganz allein. Du darfst deine eigene Spur finden. Abseits der breiten Wege entdeckst du Details, die sonst verloren gehen. Der See ist in Ufernähe zugefroren, weiter draußen offen. Schwäne sind da, mehrere Familien. Sie singen oder schimpfen.

Tierspuren im Schnee am Senftenberger See

Wenn du eigene Wege gehst, siehst du Spuren. Kleine parallele Abdrücke von Vögeln, wie ein Näh- oder Strickmuster. Dann eine lange Schnürspur, perlenartig, fast wie Hundetatzen. Kurz kommt der Gedanke an einen Wolf, aber hier am Senftenberger See passt das nicht. Zu klein. Wahrscheinlich ein Fuchs. Wenn du mehr zum Wolf wissen willst, schau hier rein: Wölfe in der Lausitz

Winter in der Lausitz: Reinheit und Stille

Unberührte Schneeflächen, Sonne nach Neuschnee – das verändert alles. Der Schnee deckt Wege zu, Pflanzen, Kräuter, auch das, was sonst stört. Müll, Unordnung, alles verschwindet unter dieser dämpfenden Decke. Der See wirkt rein und pur. Die Erde scheint sich einzupacken, die Bäume tragen weiße Jacken.

Rundwanderweg Senftenberger See im Winter

Ich stapfe weiter, fünfzehn Zentimeter Neuschnee machen es anstrengend. Am Rundwanderweg wurde eine schmale Spur geschoben. Mehr braucht es nicht. Das Gehen ist einfacher, trotzdem ist niemand hier. Absolute Stille. Von der Insel her höre ich Kraniche, dann eine Krähe. Zwei Kiefern, darunter Bänke mit Blick auf den See. Im Sommer sieht das hier komplett anders aus.

Winterruhe in der Lausitz: Natur im Winterschlaf

Kaum Wind, unberührter Schnee. Frau Holle hat das Land zugedeckt, damit es schlafen kann. Winterschlaf. Gut zu wissen, dass Frühling und Sommer wiederkommen. Und dann wieder Herbst und Winter. Dieses Auf und Ab der Jahreszeiten ist ein Grund, warum ich die Lausitz mag und liebe.

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt