Warum dein innerer Frieden so wichtig ist

Warum dein innerer Frieden so wichtig ist

 Vier Schritte wie du inneren Frieden findest

Ich war gerade vier Wochen auf Bali in Indonesien. Nein, ich erzähle dir das nicht, weil ich damit angeben will. Denn ganz ehrlich: Ich habe auf Bali nicht mehr Geld ausgegeben als ich das auch zu Hause getan hätte.

Also ist das absolut ok.

Und ich habe viel gelernt auf der Insel der Götter. Darüber schreibe ich in meinem wöchentlichen Newsletter exklusiv und da gibt es eine Menge Tipps von mir zu einem Leben in achtsamer Kommunikation.

Aber weißt du, warum bin ich denn so gerne unterwegs?

Ganz einfach, es bringt mich in Flow. Das Reisen an sich bringt mich in einen so dermaßen hohen Kreativitätsboost, dass ich noch Wochen später diese Energie in Kundenprojekte für unsere Firma Wieduwilt Kommunikation umsetzen kann – oder sie eben hier im Blog kanalisiere und dir weitergebe.

Unterwegs-Sein gehört dazu

Ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass ich – ich ganz individuell eine ganz bestimmte Mischung aus Aktivitäten brauche, um meine Energie und Krafttanks aufzuladen. Das Unterwegs-Sein gehört dazu.

Ich möchte unabhängig und selbstbestimmt arbeiten.

In meinem eigenen Rhythmus.

Da fällt mir wieder ein Teil meines Lernweges ein: Ich hatte mal einen tollen Job, ich war zwar selbstständig und wurde auch anständig bezahlt, aber ich musste an einem bestimmten Ort in einem Büro anwesend sein.

ANWESEND. Egal, ob ich gerade nun viel oder wenig für diesen Job zu tun hatte.

Schon der Gedanke daran, dort um eine bestimmte Zeit sein zu müssen, machte mich wahnsinnig. Wahnsinnig. Nein, die Kollegen waren nett, das Büro gut geheizt, die Technik funktionierte tadellos.

Alles Bestens? Ne, eben nicht.

Ich fühlte mich wie ein Adler, den man in einen Käfig für einen Spatzen gesperrt hatte. Meine Flügel, mein Kopf, alles war eingezwängt in diesem von 8 bis 16 Uhr auf Arbeit-Dings. Ich hatte anspruchsvolle Aufgaben und konnte viel lernen.

Aber ich wollte und konnte nicht dort jeden Tag hingehen.

Also, klar ich konnte schon und habe es auch eine Weile gemacht. Bis ich merkte, dass ich einfach so massiv Kraft, Kreativität und Leistung einbüßte, dass ich daran kaputt gegangen wäre, wenn ich es weiter betrieben hätte. 

Nun, was soll ich dir sagen.

Einer meiner höchsten Werte ist Unabhängigkeit.

Warum ich das habe, weiß ich nicht. Aber es ist so. Ich möchte frei sein. Wie der Adler eben von oben die Sache betrachten, helfen, wo notwendig, aber in meinem Rhythmus und vor allem möchte ich meine eigenen Entscheidungen treffen.

Wenn an diesem Tag zum Beispiel mein Biorhythmus meint, dass ich früh erst meditiere, dann pilgern gehe und danach anfange, meine Arbeit zu erledigen, obwohl das vielleicht in Berlin-Mitte und nicht in Sangerhausen stattfindet, dann ist das für mich Freiheit.

Diese Freiheit gibt mir Frieden. Inneren Frieden.

Ich bin bei mir. Ich darf entscheiden, wann und wo und wie ich arbeite. Eins kannst du mir glauben: Wenn du die Stunden zählst, die ich arbeite, also für Kunden von Wieduwilt Kommunikation da bin. Die Stunden, in denen ich Blogbeiträge schreibe oder auch strategisch über Dinge nachdenke, dann sind das weit mehr als die üblichen 40 Stunden pro Woche.

Aber für mich ist das keine Arbeit. Es ist mein Leben.

Wenn ich es so tun kann, wie ich es tue. Also zwischendurch auch gerne mal ganz in Ruhe meinen Tee trinken. Die Blumen im Garten bestaunen. Tagträumen. Meine neu gelernten Yoga-Übungen machen.

Und dann wieder fröhlich an das Projekt gehen.

Ups, wenn ich zwischendurch eine Idee habe, dann schnell mal mit meinem Team besprechen. Oder eben auch zwischendurch einen Flug nach Bali auschecken. Ich bin ein aktiver Mensch, aber ich habe kein ADHS. Glaub ich jedenfalls nicht.

Für mich ist dieses schmetterlingshafte Fliegen von Blüte zu Blüte eben Alltag. Ich liebe es, so sein zu dürfen. Und jetzt zwischendurch gerade dir das alles in diesem Podcast erzählen zu können.

Bessere Aussichten

Aber zurück nach Bali. Ich war auf Bali, weil es mich mega interessiert hat und weil wir dort Teammeeting hatten. Ich habe auf Bali jede Menge gearbeitet. Nur die Aussicht war an der ein oder anderen Stelle exotischer als die Aussicht, die ich jetzt habe: die auf meinen Garten in Lauchhammer.

Heiler und Götter und Erkenntnis

Ich habe Heiler getroffen, viele, viele freundliche Einheimische dort gesehen und doch auch das ein oder andere Gespräch geführt. Habe viel über Götter und Energien gelernt. Und einmal mehr erkannt, dass ich meinen inneren Frieden eben nur finde, wenn ich unterwegs bin.

Zweckorientiert. Nicht einfach so.

Ja, da kannst du jetzt denken: Was für eine kompromisslose Herangehensweise. Egoistisch. Das stimmt absolut. Weißt du, warum ich kompromisslos sein kann? Weil ich mir mein Leben so aufgebaut habe, dass ich mit meiner Reiselust keinen störe.

Es stört niemanden, wenn ich mittags erst mal eine Viertelstunde mein Yoga-Tutorial ansehe und danach weiter mache.

Weil ich für unsere Kunden und Mitarbeiter da bin, wenn es notwendig ist und dann genau auf den Punkt. Und mit voller Kraft. Die Kraft erhalte ich aber dadurch, dass ich in meinem inneren Frieden bin.

Ganztagspilgerer

So ging es auch Norman Siehl. Check mal Wieduwilt-kommunikation.de, da findest du das Interview mit ihm. Normal Siehl ist Halbtagspilger ohne es zu wissen, wie er selbst sagt. Eigentlich ist er eher ein Ganztagspilger, denn er geht auch schon mal 24-Stunden nonstop wandern.

Uns verbindet also eine Leidenschaft:

Das Wandern oder auch das Pilgern als Reise zu sich selbst. Und Norman Siehl hat – trotz bestem Einkommens, verantwortungsvoller Position und herausfordernder Tätigkeiten – seinen Job gekündigt und ist jetzt selbstständig.

Er hat sein Hobby, das Wandern, das in der Natur-Sein zum Beruf gemacht.

Seiner Berufung ist er gefolgt und dazu möchte ich ihm so sehr gratulieren. Denn er sagt selbst – und das kannst du im Interview auf meinem Blog nachlesen, wenn du magst: Ich habe Lebensqualität gewonnen. So viel, dass sie nicht mit dem Geld aufzuwiegen ist, dass er momentan weniger verdient als vorher.

Denn jetzt ist er tiefenentspannt.

Und weißt du was er macht? Norman Siehl bewertet Wanderwege, wie zum Beispiel den von uns marketingtechnisch betreuten Paul Gerhardt Wanderweg nach ihrer Qualität. Er hat seine Kenntnisse und Erfahrungen als Langzeitwanderer zum Beruf gemacht. Das finde ich so wunderbar, so mutig und so wichtig.

Er macht es sogar möglich, das Pilgern oder Wandern auf dem Wasser fortzusetzen, denn er vertreibt ein tragbares Faltboot. Also, die Saison ist günstig. Schau gerne mal rein, bei mir auf dem Blog, da findest du alle Links zu Norman Siehl und seine Geschichte. Norman hat seinen inneren Frieden gefunden.

Wir auch.

Das war ein Weg.

Daraus habe ich dir heute ein paar Tipps zusammen gestellt, wie du auch zu deinem inneren Frieden gelangst:

  1. Check mal, was dich wirklich antreibt
  2. Nutze dazu deine eigenen Gedanken, nicht das, was du denkst, was du haben müsstest oder was die anderen machen würden. Was würdest DU machen, wenn du alles machen könntest, wie du wolltest. Jetzt?
  3. Wer willst du Sein, um zu leben wie DU leben willst?
  4. Was kannst du TUN, um der oder die zu sein?

Und dann einfach machen. So wie wir.

Du wirst deinen Frieden finden. Und weißt du was? Bei uns Halbtagspilgern sieht man das am genüsslichen Dauergrinsen. 

Genau das ist auch so wichtig, bei der Wahl deiner Marketingstrategie. Die Strategie muss natürlich deinem Wurm, äh, Fisch schmecken. Das ist mal klar. Aber ehrlich, die muss auch zu dir passen.

Sonst bist du so wenig in deiner Kraft, dass du es nicht lange durchhältst, es so zu tun, wie du es tust.

Oder dass du so dermaßen unauthentisch bist, dass deine angesprochenen Kunden sowieso nicht glauben, dass das was du da sagst wirklich von dir kommt.

Das ist zum Beispiel so, beim Stadtmarketing – oder auch beim Personalmarketing. Die Menschen spüren es, wenn da nur aufgesetzte Agenturphrasen sind.

Mein Team und ich bei Wieduwilt Kommunikation – ja wir arbeiten anders.

Wir möchten arbeiten, wo und wie wir wollen. Das bringt uns alle in den Flow. Und in diesem Flow sind wir genau die Richtigen für unsere Kunden. Denn, wir lieben es, die Kunden zu beraten, sie auf Ideen zu bringen, den Weg miteinander zu gehen. Weil wir so sehr im Frieden sind, verschmelzen wir mit der Aufgabe, sie wird zu unserem Leben.

Wir nehmen dich und deine strategische Kommunikationsaufgabe mit auf unser Tandem.

Wir treten gemeinsam ordentlich in die Pedale. Das kostet die halbe Kraft und bringt doppelten Speed. So kommst du schneller voran und bist deinen Mitbewerben immer ein paar ganze Radlängen voraus. Du bist nicht allein. Du musst die Dinge nicht alleine tun, sondern du hast einen Sparringspartner an deiner Seite, der in deinem Sinne mitdenkt – für deinen inneren Frieden. 

Ich freue mich auf dein Feedback, check meine Accounts auf Social Media unter Jana Wieduwilt. Oder schreib mir an info@wieduwilt-kommunikation.de

Wir haben die Wahl

Wir haben die Wahl

Außensicht trifft Innensicht und was die Eisdiele in Hamburg damit zu tun hat

Nehmen wir mal an und dir geht es wie mir – hast ein großartiges Wochenende mit Freunden (Danke an euch!) und Familie (Danke danke!) hinter dir. Ja, sogar ein bisschen gearbeitet habe ich, und Yoga gemacht, das ist ja ganz klar.

Und Pilgern war ich auch.

Mein Tag hat genau wie deiner 24 Stunden. Weißt du, wie dann meine Woche beginnt? Wunderbar. Ich schwebe auf einer dicken fetten “Angenehm-Wolke” durch den Wochenbeginn.

Bald ist wieder Hamburg

Gestern Abend habe ich meine Wochenplanung gemacht und festgestellt, was in dieser Woche für spannende Aufgaben auf mich warten und dann auch wieder Hamburg. Ich liebe den Norden und auch Hamburg, obwohl wir ja Marketing für kleine Städte machen.

Aber weißt du was?

Hamburg besteht für mich jedenfalls, wie Berlin aus vielen dicken Dörfern oder Kleinstädten, die irgendwann im Lauf der Zeit zu einer großen Stadt zusammengewachsen sind. Jeder Stadtteil hat so seine Eigenheiten, ob Winterhude, Altona oder auch Blankenese.

Das finde ich schön.

Genauso wie den Regen in Hamburg. Ich persönlich denke, dass es in Hamburg nicht so viel öfter regnet als in anderen Städten, aber die Menschen in Hamburg sagen einfach, dass es immerzu regnen würde. Ich war in den letzten Monaten oft hier. Aber Regen habe ich nur an jedem 2. Tag gehabt.

Ich habe wunderbare Abende und Nachmittage an der Alster verbracht, den Menschen beim öffentlichen Grillen zugesehen und so weiter und so weiter.

Also habe ich die Wahl, Hamburg für eine verregnete norddeutsche, kühle Großstadt zu halten oder für ein romantisches Fleckchen mit ganz viel Liebe. Daher kann ich wählen, was Hamburg für mich ist. Ich kann mich dafür entscheiden, “die Hamburger” alle für fürchterliche Snobs zu halten oder hier genauso wie überall bodenständige Handwerker, besorgte Hausfrauen, liebevolle Masseure und ruppige Busfahrer zu treffen.

Es ist eine Frage der Sichtweise.

Genau wie mein Hamburg-Erlebnis das mir gerade in den Sinn kommt. Ein warmer Abend und ich hatte so richtig Lust auf Eis. Prompt hatte das Universum eine Eisdiele bereit gestellt, die lange Schlange davor zeugte entweder von der Geschäftstüchtigkeit der Inhaber oder von wirklich gutem Eis.

Ich habe mich für Zweiteres entschieden und mich brav in die Schlange eingereiht.

Nach vorsichtigen Schätzungen würde das Ganze mehr als eine halbe Stunde dauern, denn das Eis wurde geradezu zelebriert. Nun, ich hatte Zeit und nutzte das Ganze, um meine Gedanken zu sortieren, meinen Tag zu reflektieren und zu entspannen, was bedeutet, dass ich meistens gar nichts dachte.

Der letzte Ossi

Bis sich auch nach mir weitere Menschen anstellten, um an das begehrte Eis zu kommen. Junge Leute, ich schätze, Anfang 20. Sie plauderten über den letzten Urlaub irgendwo im Süden, der erst einige Tage her zu sein schien. Irene (Name geändert) berichtete von einem jungen Mann, der sie doch so sehr angebaggert habe.

Sie schien ihn zu mögen, irgendwie.

Aber sie traute sich nicht, das so richtig zu sagen, denn Barbara (Name geändert) fand den Typen gar nicht gut. “Er sieht ja gut aus, aber er ist aus dem Osten. Das ist ja furchtbar.” Er ist aus der Zone!

Also, Barbara sagt Irene, dass sie die Finger von jemandem lassen soll, der aus dem Osten ist. Barbara und Irene waren noch nicht geboren, als es die Zone gab. Als sie geboren wurden, war die Zone bereits 10 Jahre Geschichte und man nannte das Gebiet “neue Bundesländer” und man schimpfte über den Soli.

Aber weder Barbara noch Irene haben den Soli bezahlt oder darunter gelitten, dass ihre Eltern den bezahlt haben.

Aber der vielversprechende Baggerer aus dem Osten kam nicht zum Zuge, weil Barbaras ererbte Vorurteile so stark waren, dass sie das möglicherweise junge Liebesglück komplett verhinderten.

Vorurteile.

Sie beide konnten ja qua später Geburt gar nicht den Osten erlebt haben. Denn die Schauergeschichten, die Barbara über die barbarischen Ostdeutschen erzählte, bis ich das Eis bestellen konnte, waren allesamt Geschichten, die von ihren Eltern stammten und die übrigens auch der baggernde Ossi nicht selbst verbrochen haben konnte, weil er wohl nach Irenes Angaben 23 Jahre ist.

Schöne Geschichte, nicht wahr?

Bevor du mir jetzt mit dem Jammer-Ossi daher kommst, lies weiter, denn es betrifft dich. Ja dich.

Wie oft urteilst du über etwas, das du selbst gar nicht be-urteilen kannst?

Hamburg und der Regen – oder Ossis und Liebesbeziehungen. Oder Städte, die hässlich sind. Oder langweilig? Oder Regionen, in denen du “nicht tot über den Zaun hängen möchtest”.

Ich habe in den letzten Jahren viele, viele Regionen gesehen, einige durften und dürfen wir in ihrer Entwicklung begleiten.

Einige haben das gleiche Problem wie Irene. Sie dürfen sich nicht der Liebe (zur Region) hingeben, weil Eltern, Großeltern und Urgroßeltern erzählen, wie doof, schlecht, unwirtlich ihre Region ist.

Und manchmal wundern sich dann dieselben Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern, warum “der Junge” oder “das Mädchen” nicht in der Region bleiben, sondern schnell nach Schulabschluss das Weite suchen.

Mein Appell heute an dich:

Welche Sichtweise hast du? Auf den Wochenstart, deine Arbeit, deine Region, das Wetter und den Weltfrieden? Komm mal her, ich möchte dir was verraten:

Du hast die Wahl!

Du kannst das Wetter, deine Region, deine Freunde oder die Pizza vor dir komplett bescheuert finden – oder dir die Oliven rauspicken und dich daran erfreuen. Danach kannst du allen erzählen, wie gut, toll und schön du es hast.

Und dann? Dann ändert sich langsam aber sicher deine Innensicht.

Langsam aber sicher aber auch die Außensicht. Wenn du ausstrahlst, dass du am schönsten Ort der Welt lebst oder arbeitest oder Urlaub machst. Was macht das mit denen, die dir zuhören und zusehen?

Genau, sie wollen auch.

Du spiegelst durch deine Freude, was dich an Schönheit umgibt. Da du dich freust, muss es toll sein. Das kannst du auch schön beobachten, wenn sich in deinem Bekanntenkreis jemand verliebt. Die oder der Angebetete ist einfach alles. Schön. Klug. Sexy.

Und der Verliebte auch. Meist freuen wir uns mit, wenn sich jemand so sehr freut.

Das Eis, das war übrigens Spitze. Ich stell mich definitiv wieder an. 

Was Tirol mit deinem Selbstwert zu tun hat

Was Tirol mit deinem Selbstwert zu tun hat

Was wir bei Wieduwilt Kommunikation eigentlich machen

Wir sind gut in Arbeit gerade. Sommerloch? Nö, hab keins bemerkt. Im Gegenteil, durch ein paar neu zu sortierende Projekte und einige Aktivitäten im Hintergrund, sind wir doch ganz gut beschäftigt.

Ich sitze oft an den Wochenenden und kümmere mich um Liegengebliebenes, lerne was dazu, damit ich unsere Kunden weiterbringe, beschäftige mich mit Strategien und Konzepten, die unseren Kunden richtig Rückenwind bescheren.

Weißt du, was der Kern all dieser Dinge ist, die ich tue?

Beim Halbtagspilgern oder Halbtagsarbeiten? Selbstbewusstsein. Selbstwert. Ich habe hier auf dem Blog schon oft darüber berichtet, wie wichtig es ist, dass du dir selbst-was-wert bist.

Entweder zu pilgern, dir eine Auszeit zu gönnen oder eben auch, deine Preisvorstellungen bei deinen Kunden durchzusetzen.

Des Pudels Kern

Selbst-Wert brauchst du immer, wenn du zum Beispiel deine Ideen beim Chef oder übergeordneter Stelle anbringen und finanziert haben möchtest, wie machst du das?

Du kannst hingehen, in gebückter Haltung und mit leisem Stimmchen fragen, ob du auch wirklich nicht störst – und dass es doch schön wäre, wenn eventuell, vielleicht, bei Gelegenheit mal diese oder jene Idee anzudenken. Haaaaaaaahhhhh.

Ne. Wer um Himmelswillen soll dir den GLAUBEN, dass du eine gute Idee hast?

Das du der Urheber bist, der Impulsgeber.

Hör auf, DICH UNTER WERT zu verkaufen.

Werde dir deiner Selbst bewusst. Deines Wertes.

Du sagst, du kannst nix? Glaub ich erstens nicht und zweitens: Wenn du wirklich nix kannst, dann bist du der einzige Mensch auf der Welt, der nichts kann. Das ist doch dann auch schon wieder was ganz Tolles.

Das ist unsere Arbeit. Das tun wir jeden Tag.

Denn bevor du kleine Städte; Unternehmen, Produkte und Kommunen und Regionen vermarkten kannst, muss erst mal sicher gestellt sein, dass sich die Einwohner, Unternehmer und Repräsentanten dieser Regionen selbst mögen. Dass sie die Stadt mögen, in der sie wohnen und/oder arbeiten.

Nur dann macht Marketing Sinn.

Nimm doch mal das Vorzeigebeispiel Tirol. Falls du da demnächst vorbeikommst oder jemanden kennst, der jemanden kennt, dann frag doch mal denjenigen, wie er Tirol so findet. Probiere es aus. Ich schätze, du erntest zumindest verwunderte Blicke und dann wirst du hören, dass es die tollste Region der Welt ist.

Die tollste, schönste, kreativste, bergreichste, wohlschmeckendste und menschlichste Region der Welt. Je nach Wortgewandtheit wird das eine Weile dauern, bis alle Vorzüge der Region aufgezählt sind.

Break.

Und nun komm gedanklich bitte zurück nach Deutschland. Frag mal deinen Nachbarn in deiner Stadt, in deinem Dorf und dann frag den Gemüsehändler, deinen Bürgermeister, die Putzfrau und den Rentner beim Sonntagstanz.

Wie findest du eigentlich XYStadt?

Du wirst, auch da bin ich sicher, eine durchwachsene Antwort erhalten. Hmmnajaganznettabermanweißesnichtdiesesundjenesderverkehr und so weiter. Also es gibt mit Sicherheit Lokalpatrioten, die nichts aber auch gar nichts auf ihre Stadt kommen lassen.

Und es gibt sie: Nörgler.

Illoyale Einwohner. Frustrierte Unternehmer. Warum ist das so? Kann ich dir sagen: Tirol hat zuallererst Selbstwert geschaffen. Im Inneren. Bei den Einwohnern. Und du weißt sicher selbst, dass Tirol noch vor 150 Jahren die ärmlichste Gegend weit und breit war.

Heute strotzt die Region vor Selbstbewusstsein. Das ist das, was wir mit Wieduwilt Kommunikation machen, das ist das, was ich hier mit dem Blog beim Halbtagspilgern mache: Ich sorge mit meinem wunderbaren Team dafür, dass unseren Kunden der Selbstwert bewusst wird.

Nur wenn du weißt, was du wert bist, kannst du diesen Wert auch nach außen verbringen.

Wenn du dich selbst nicht liebst, kannst du keinen anderen lieben.

Sich selbst zu lieben bedeutet, sich selbst anzuerkennen, sich seiner selbst-bewusst zu sein. Mit allen augenscheinlichen Fehlern, mit allen Vorzügen. Wenn du das tust, und wenn das die Menschen auch mit ihrem Heimatort tun, dann sprechen sie so mit sich selbst und über sich/ihren Heimatort.

Wie sollten sich dann andere nicht verlieben – entweder in den Menschen oder den Ort, wo derjenige lebt.

Klingt wieder einfach? Ja, ist es auch.

Es ist ein bisschen buddhistisch, ein bisschen biblisch und ein bisschen Berufserfahrung. Die beste Kampagne nützt nichts, wenn die versprochenen Werte nicht im Innen gelebt werden. Das merken die Käufer. Vielleicht kaufen sie, aber nur einmal. 

Mein Impuls für dich: Liebe dich! Und deinen Heimatort!

Wie fängst du damit an?

Schreib heute mal drei Eigenschaften auf, die du an dir magst. Und drei Sachen, Orte oder Tätigkeiten, die du in deinem Heimatort machen kannst. Wenn du magst, teile sie mit mir. 

Wie du es schaffst, dass du nur noch gute Tage hast

Wie du es schaffst, dass du nur noch gute Tage hast

Vier wirklich praktische Tipps für deine Balance

Erst mal wirst du fragen, ob ich nun völlig verrückt geworden bin und nur noch in meiner Traumwelt lebe?

Äh, nö! Im Gegenteil.

Mein Team und ich – du weißt ja, ich habe eine Agentur für Kommunikation – also mein Team und ich, wir wuppen ein paar ganz schöne Projekte im Moment. All die Dinge, die wir strategisch auf Bali überlegt haben, die setzen wir um. Selbst für mich in wirklich rasender Geschwindigkeit. 

Achtsam voran gehen

Warum wir das tun und was mein Unternehmen Wieduwilt Kommunikation mit Bali zu tun hat, das kannst im Blog www.wieduwilt-kommunikation.de nachlesen. Ganz kurz zusammengefasst: Wir haben uns alle acht dazu ausgetauscht, wie wir achtsame Kommunikation noch stärker leben und praktizieren können und dabei ganz besonders eng mit unseren Kunden gemeinsam voran gehen. 

Das ist wie Tandem fahren.

Wir sitzen hinten mit drauf und treten absolut kräftig in die Pedale, damit du durch die Kommunikation nach außen wie innen, strategisch immer eine Radlänge voran bist. Nun, das waren gute Tage. Bali. Tropische Sonne. Strand fast in der Nähe, Cocktails am Abend und Räucherstäbchen den ganzen Tag wegen der vielen balinesischen Opferzeremonien.

Komm raus aus dem Schneckenhaus

Nun, vielleicht denkst du jetzt: Was für eine Angeberin. Ja und nein. Ich liebe es einfach, mein Leben mit dir zu teilen und weißt du, warum ich das tue? Endlich tue? Weil ich denke, dass ich dir durch meine Impulse so viel Mehrwert mitgeben kann, dass auch du als Unternehmer, als Chef endlich aus deinem Schneckenhaus raus kommst und deinen ganz persönlichen Weg in dein Glück gehen kannst. 

Klischee Nummer 2

Deshalb mach ich das. Und noch aus einem zweiten Grund: Ich liebe, was ich tue. Ein Klischee. Ja. Esoterisch. Na klar, wenn du so willst. Ja. 

Und weißt du was, es funktioniert, seitdem ich LIEBE, was ich tue. Alles. Mein Business. Mein Blog. Meine Leidenschaft kann ich voll ausleben. Ebenso wie meine Leidenschaft des Reisens. Ich kann es ausleben.

Weil ich es mir erlaubt habe.

Und weil ich mir selbst näher gekommen bin, weil ich jeden Tag daran arbeite, gute Tage zu haben. Und dabei ist alles ganz leicht. Es geht ineinander über, es flutscht, würde der Sachse sagen. 

Wie geschmiert

Denn an guten Tagen läuft unser Unternehmen Wieduwilt Kommunikation wie geschmiert. Warum tut es das? Weil ich beim Kunden in den Raum komme und strahle.

Vor Freude und Dankbarkeit. Ich versende positive Energiewellen. Weil ich es so möchte. Und weil mir einfach danach ist. Weißt du, was passiert, wenn ich das tue? Ich bekomme positive Energie zurück. Esoterisch. Von mir aus, ja. 

Energie kannst du spüren

Kennst du das, wenn du in einen Raum reinkommst, dann ist da dicke Luft, richtig dicke Luft. Dann spürst auch du die negative Energie, die da herrscht – und wenn du schlau bist, gehst du wieder. Aber zurück zu den guten Tagen mit der positiven, kraftvollen Energie. 

Und warum habe ich nur noch gute Tage?

Was ist denn ein guter Tag? Für dich ist ein guter Tag vielleicht einer, an dem du keinen Ärger hast. An dem dein Kunde nicht gemeckert hat. An dem du keinen Unfall….. Stoppp.

Hör dir und mir grad mal zu. Hör mal wirklich zu.

Was ist dir jetzt im Gedächnis geblieben: Ärger, Mecker, Unfall. Schhhhhh. Kopfkino. Aus. Mach mal leer die Birne. Und du und ich, wir beide kommen jetzt noch mal neu rein. Weißt du warum? Unser Gehirn, das geniale Teil zwischen deinen Ohren, unser Gehirn versteht die Negation.

Eisberg

Das Gehirn ist aber leider nicht das, was uns treibt, auch wenn wir als moderne Menschen das so denken. Denn gesteuert werden wir, wie seit mehr als einer Million Jahren vom Unterbewusstsein. Du kennst das Eisberg-Prinzip? Ein Eisberg schaut etwa 10 % seines Gesamtvolumens auf der Wasseroberfläche hinaus, der Rest, 90 Prozent, ist unter Wasser verborgen.

Einfach verborgen.

Man sieht nur die Spitze. Also Dein Unterbewusstsein ist so ein Eisberg. 10 Prozent, ich würde manchmal sagen, sogar noch weniger. Das ist der bewusste Bereich. Das ist das, was wir bewusst mit unserem Gehirn steuern. Und der Rest, fast alles, das macht unser Unterbewusstsein. Oder steuerst du bewusst deinen Herzschlag? Wenn dir ein Mensch zu Nahe rückt, rutscht du instinktiv ein Stückel weg.

Da musst du nicht bewusst drüber nachdenken.

Wenn du Angst hast, setzt dein Urmenschen-Instinkt ein:

Flucht oder Kampf. Oder Totstellen. Mehr Möglichkeiten haben wir nicht. So, und mit dem Wissen bitte ich dich heute um eins: Achte auf dein Wording.

Was sagst du: Wie du das tun sollst? Also: Was ist für dich ein guter Tag? Nimm dir gerne dein Tagebuch zur Hand und schreib das da rein. Vermeide Worte wie „nicht“, „kein“ und solche Negationen. Also, um beim Beispiel von vorhin zu bleiben:

Ein guter Tag ist einer, an dem du in Freude bist.

An dem dein Kunde dich gelobt hat oder ihr euch geschmeidig und lächelnd aus dem Weg gegangen seid. Aber wenn du deinem Kunden lieber aus dem Weg gehst, dann überleg mal, ob du an der Stelle vielleicht möglicherweise oder sowieso den falschen Kunden hast.

Und ein guter Tag ist der, an dem du dich um dich selbst gekümmert hast.

Halt. Halt kurz mal inne.

Was genau fühlst du? Anspannung, Stress, Freude, Angst, Rücken? So und jetzt fühl mal weiter: Was genau brauchst du, um dich entspannt zu fühlen? Deine Lieblingsmusik? Na dann mach sie an, vielleicht nachher, denn du willst ja noch wissen, wie du dir nur noch gute Tage machst.

Du willst Natur?

Na, dann schau auf den Baum vor deinem Fenster. Kein Baum da? Eine Blume vielleicht? Ein Blumentopf mit Grünpflanze in deinem Büro? Auch nicht. Dann check dein Smartphone und sieh dir dein Lieblingsurlaubsbild vom letzten Urlaub an. Und wenn du es mal rausgesucht hast, dann leg dir das Bild gleich auf den Startbildschirm.

Du willst Bewegung?

Na, dann lauf die Treppen hoch zum nächsten Termin. Oder parke zwei Blocks weiter, auch wenn es regnet. Das schaffst du. Und: Wie fühlt sich dein Tag jetzt an? Besser? Na, geht doch!

Jetzt habe ich dir schon zwei Schritte zu deinen nur noch guten Tagen genannt:

  1. Achte auf dein Wording. Immer. Dein Wording beeinflusst, wie du denkst und wie du handelst. Wenn du denkst, es wird ein Scheißtag, weißt du was dann passiert? Es wird ein Scheißtag!Und wenn du früh aufwachst, mit einem kleinen Moment der Dankbarkeit und dann sagst du dir selbst liebevoll Guten Morgen. Heute wird ein wundervoller, großartiger Tag. Ich habe viel zu tun. Das ist doch herrlich. Ich werde gebraucht. Meine Kunden lieben, was ich tue.Beim Thema Dankbarkeit: Ich mache das seit vielen Jahren und schreibe jeden Tag drei Dinge in mein Tagebuch, für die ich dankbar bin. Für gestern steht da: Das wundervolle Abendessen mit der ganzen Familie,  das wunderbare Wetter und der großartige lange Spaziergang mit dem Hund.Für heute steht da: Meine Yoga-Stunde, das gute und lange Gespräch mit einer jungen Frau, das mein Herz berührt hat. Und diese wunderwundervolle Karaffe mit Wasser, die hier steht. Ich bin gesund. Ich bin reich. Ich bin gesegnet. Ich hab ein großartiges Team. Die denken mehr mit als ich selber.

     

    Gerade wieder passiert. Ich darf dir diesen Text aufschreiben und du liest ihn. Was bin ich doch für ein Glückspilz!

Doch nun zu 2.

2. Tue dir Gutes. Wenn du meine Dankbarkeitsthemen gerade gehört hast, merkst du schnell, dass ich mir bewusst kleine Geschenke mache, die mein Herz – oder meinen Gaumen erfreuen.

Jeden Tag. Jeden.

Weißt du, warum das so wichtig ist?

Hab ich auch schon so oft hier geschrieben. Weil du dich erst selbst gut versorgen musst, erst dann kannst du für die anderen sorgen.

Und jetzt, komm mal ein Stück näher. Ich möchte dir mein Geheimnis verraten.

Mein Geheimnis ist folgendes: Du machst dir deine guten Tage selber mit deinen Gedanken. Was passiert, passiert sowieso. Manches kannst du ändern, anderes nicht. Also die Dinge geschehen. Manchmal regnet es morgens und manchmal scheint die Sonne.

Das kannste nicht ändern.

Aber du kannst ändern, wie du dazu stehst.

An meinem Schrank hängt eine Karte. Darauf ist ein Junge abgebildet, der einen Schirm hält und mit den Füßen in einer überschwemmten Straße steht. Ein paar Fische sind sogar zu sehen. Und drauf steht: Darum rät der Optimist. Nimm es einfach wie es ist.

Also 3. Nimm hin, was ist.

Es ist eben. Das heißt nicht, dass du die Hände in den Schoß legen und warten sollst, bis es besser wird. Aber wenn du akzeptierst, was ist. Zum. Beispiel schlechtes Wetter oder Stau, Stau ist auch ein gutes Thema. Stau kannst du nicht ändern. Du stehst eben drin.

Jetzt hast du zwei Optionen:

Du regst dich auf, meckerst und bist ungerecht. Oder du nimmst es hin. Ist Stau. Hm. Du musst dich nicht drüber freuen. Aber nimm es hin und dann kommt 4.

Das ist die Bewertung, die du den Ereignissen gibst, die dich ereilen.

Es ist Stau. Du kannst eben meckern oder auch sagen: Prima, da kriege ich mein Hörbuch heute noch fertig gehört. Und dann ist der Stau sozusagen fast schon ein Geschenk. Das hoffe ich jedenfalls. Weil du positiv gestimmt auf das Ereignis reagierst.

Und was das alles mit dem Marketing zu tun hat?

Kann ich dir sagen: An guten Tagen versprühst du positive Energie. Diese nehmen auch deine Kunden auf. Denn sie sind schließlich auch nur Menschen. Und wenn du diese heitere Gestimmtheit vorlebst, das verspreche ich dir, werden deine Ergebnisse besser.

Deine Kunden werden loyaler. Und dein Betrieb rentabler. 

Lass uns einen Deal machen: Du probierst das mal vier Wochen lang. Wenn es nicht funktioniert hat, kannst du dich ja immer noch einfach zum alten Schlechte-Tage-Modell zurück bewegen.

Faktisch kannst du nur gewinnen.

Und nun? Nur noch alles rosarot malen? Nee, eben nicht. Mach ich doch auch nicht, das weiß jeder, der mich kennt.

Ich renne doch auch nicht mit rosa Kleidchen durch die Welt und rette Einhörner. 

Ne. Ich bin Unternehmerin und man sagt mir nach, dass ich mein Handwerk gut verstehe, meine Kunden ordentlich nach vorne zu pushen. Trotzdem sind alle meine Tage gut. Manche sind richtig gut.

Manche sind zum Glückstränen vergießen genial.

Manche sind gut. Und weißt du, ich finde an jedem Tag, an wirklich jedem Tag irgendwas, wofür ich dankbar sein kann und was mir wenigstens ein leises Lächeln ins Gesicht zaubert. Probier es mal aus, lieber Halbtagspilger. Dein Umfeld wird es dir danken. Fakt.

Wenn du es ausprobiert hast, freue ich mich so sehr auf dein Feedback.  Wenn du wissen möchtest, was wir für kleine Städte und große Regionen und für dein Unternehmen tun können, dann check www.wieduwilt-kommunikation.de

Sie macht es einfach. Jetzt. Yvonne Simon im Interview.

Sie macht es einfach. Jetzt. Yvonne Simon im Interview.

Warum es manchmal eine schmerzhafte Zäsur braucht und was du daraus machen kannst.

Yvonne ist eine Macherin. Aus Leipzig, wobei die Herkunft nicht so viel mit Machen zu tun hat, aber wichtig ist, wenn man verstehen will, warum Yvonne macht, was sie macht.

Coach und Lebensmutmacherin

Yvonne Simon ist Coach und Lebensmutmacherin. Du findest ihre Website hier www.yvonne-simon.com Sie hilft Menschen, ins Tun zu kommen. Das tut sie in ihrer ganz eigenen beherzten Art. Uns verbindet die Liebe zum Jakobsweg, zum Wandern in der Natur, zum Reflektieren und zum Schreiben. Ich bin so dankbar, dass ich schon bei ihr im Podcast zu Gast sein durfte. Hört gerne mal rein: Ihr findet den Podcast hier. https://yvonne-simon.com/podcast/

Jana: Hast du schon immer „einfach gemacht“? Magst du deine Geschichte teilen, die dich zu dem gemacht hat, was du bist?

Yvonne: Leider brauchen wir ganz oft eine Zäsur, ein einschneidendes Erlebnis, um das Leben einmal komplett auf den Prüfstand zu stellen. So war das auch bei mir. Vor genau sieben Jahren ist mein Mann gestorben und nach der ersten Schock- und Trauerphase begann ich zu grübeln:

Das alles muss doch irgendeinen Sinn ergeben? Welchen Sinn hat das das alles?

Was ist wirklich wichtig im Leben? Was ist mir wirklich wichtig im Leben!

Und ja – ich habe immer schon „gemacht“. Ich liebe es, zu entscheiden. Eine Entscheidung zu treffen, ist immer der erste Schritt.  Und Hand aufs Herz, wie oft denken wir über den zehnten Schritt nach, den wir natürlich noch nicht kennen können und vergessen dabei, den ersten Schritt zu gehen?

Dabei schiebt sich „dem Gehenden der Weg unter die Füße“.

Ich habe das ganz wörtlich genommen und bin „losgegangen“ – auf den Camino portugues – 330 Kilometer von Porto über Santiago de Compostela bis nach Finisterre ans Meer. Meine Fragen zum Sinn des Lebens habe ich mit auf den Jakobsweg genommen.

Gekündigt nach dem Jakobsweg

Tatsächlich war ich eine Andere, als ich nach drei Wochen in Deutschland wieder aus dem Flieger gestiegen bin, innerlich viel fester und nun auch mutig genug, nach 25 Jahren im Angestelltenverhältnis meinen Arbeitgeber um die Aufhebung meines Arbeitsvertrages zu bitten. Mein neues „Ich“ hatte neue Ziele.

Sich selbst anders gesehen

In den drei Wochen meiner Pilgerreise hatte ich viele Gespräche mit Menschen geführt, die meinen Mut und meine innere Stärke bewundert haben. Eigenschaften, die ich bei mir selbst noch nie so gesehen habe … Ich erkannte tatsächlich erstmals klar und zutiefst berührt, dass ich durch meine Erfahrungen mit der Krebserkrankung meines Mannes, durch das Begleiten seines Sterbens und durch meine Art der Verarbeitung des Erlebten auch Anderen etwas zu geben habe.

Mit sich selbst im Reinen sein als Überlebensstrategie

Die Besinnung auf mich selbst, auf meine eigenen Stärken, die Bedeutung der Tatsache, dass ich lernen konnte, mit mir selbst und meiner Seele im Reinen zu sein und auch das Alleinsein genießen zu können – das waren für mich wichtige Überlebensstrategien. Könnten sie das nicht auch für andere sein?!

Es folgten eine Reihe von Ausbildungen, damit ich auch über die notwendigen Werkzeuge als Coach verfüge. Doch wirklich wichtig ist aus meiner Sicht, dass es mir ein großes Herzensbedürfnis ist, Menschen zu inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen und sie dabei auch zu begleiten. Und so wurde ich mit allen Fasern meines Herzens die „Lebensmutmacherin“.

Jana: Danke Yvonne für deine Offenheit und dein Herzensbedürfnis. Das passt so gut zu dir. Dein Podcast heißt: „Ich mach’s einfach. Jetzt“. Cooler Name. Wie ist er denn entstanden?

Yvonne: Bei einem Seminar hat eine der Teilnehmerinnen erzählt, dass sie sich vor noch nicht so langer Zeit einen ihrer Herzenswünsche erfüllt hat und sich mit einer spannenden Geschäftsidee selbstständig gemacht hat. Und während sie mir davon erzählte, da funkelten ihre Augen und ihre Begeisterung sprang total auf mich über. Bis genau zu dem Moment, an dem ihre Selbstzweifel einsetzten.

Selbstzweifel zerstören Energie

Als sie sich daran erinnerte, dass es ja Menschen gibt, die genau diese Idee schon vor langer Zeit umgesetzt haben. Dass diese damit ewig schon auf dem Markt erfolgreich sind und dass es für sie als Newcomerin vielleicht gar keinen Platz mehr gibt. Das Strahlen in den Augen erlosch, die Energie, die eben noch so spürbar war, verwandelte sich in Angst und Unsicherheit.

Wann ist zu groß wirklich zu groß?

Und mal ganz ehrlich, wie oft geht es uns so, dass wir ein Projekt, eine Idee, eine Leidenschaft nicht weitergelebt haben, weil es uns einfach zu groß erschien? Wie oft haben wir uns die Frage gestellt, wer bin ich schon, dass ich etwas in die Welt bringen kann?

Aus meiner Sicht ist es viel spannender, die Frage einmal umzudrehen.

Wer bin ich, es nicht zu tun?

Ist nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt für meinen Impuls, für meine Inspiration, meine Idee? Und je authentischer und klarer wir in dem sind, was wir tun, umso mehr ziehen wir mit unserer Energie andere Menschen an und reißen sie vielleicht sogar mit.

Genau das war dann auch die Geburtsstunde meines Podcasts, mit denen ich die Hörer ermutige, ihre Träume in die Welt zu tragen und sich auszuprobieren.

Keine Idee und trotzdem gemacht

Ganz ehrlich: ich hatte keine Ahnung vom Podcasting und auch keine Idee, wieviel Folgen es davon geben würde. Doch ich habe „erstmal gemacht“ – so ist dann auch der Name entstanden – und nun sind schon über 100 Folgen online. Mit jeder neuen Episode habe ich mehr Freude daran, weil ich erleben kann, was sich bei den Menschen dadurch verändert.

Jana: Ich habe ja erst vor kurzem mein Warum gefunden. Schreibend und reisend möchte ich Menschen  mit achtsamer Kommunikation zum Losgehen bewegen. Liebe Yvonne, was ist dein Warum und wie hast du es gefunden?

Yvonne: Spannende Frage 🙂 Gefunden habe ich mein Warum über die Philosophie von John Strelecky. Die drei – wie ich finde – magischen Fragen in seinem Buch „Das Café am Rande der Welt“ begleiten mich seit Jahren auf meinem Weg.

Die erste Frage lautet: „Warum bist du hier“ – John nennt es den „Zweck der Existenz“.

Meine Antwort darauf lautet: „Ich bin frei, ich selbst zu sein und ermutige damit Andere, ebenfalls ihren eigenen Weg zu gehen“. Das bedeutet, dass ich in jedem Moment meines Lebens die authentischste Form meiner selbst bin, keine Rollen mehr spiele, sondern ein selbstbestimmtes und damit auch erfülltes Leben führe.

Und darüber, dass ich mir das „selbst erlaube“, bin ich auch Vorbild für andere, ihre Freiheit zu leben. Wir haben viel mehr Freiheiten als wir glauben. Vor allem Freiheit im eigenen Denken. Deswegen ist das Credo meines Coachings auch „Sei frei, du selbst zu sein!“.

Jana: Mein allerliebster Lieblingsspruch von dir ist: „Das Meer ist meine Kathedrale“. Was für eine Kraft steckt in diesem Satz. Was hältst du von Kraftorten und welche Tipps hast du für Menschen, die gerade auf der Suche sind? Nach sich selbst, einem Lebenssinn, nach Liebe.

Yvonne: Oh ja, das Meer gibt mir soviel Kraft und Energie, dass ich immer wieder dorthin zurückkehre.

Kraftorte der Welt

Tatsächlich habe ich auf meiner Weltreise im letzten Jahr viele Kraftorte besucht. Nach der Definition sind das Plätze, an denen wir Ruhe, Stärkung und sogar eine Bewußtseinserweiterung erfahren können. Für die Maoris in Neuseeland ist es zum Beispiel das wunderbare Cape Reinga hoch im Norden, wo der Pazifik und die Tasmanische See aufeinandertreffen oder für die Aborigines der Uluru, besser bekannt als Ayers Rock.

An all diesen Plätzen habe ich die Energie gespürt.

Doch die wahre Erkenntnis meiner Reise war, dass ich meinen Kraftort in mir selbst habe.

Es ist wunderbar, unterwegs zu sein, Menschen, Kulturen, Religionen kennenzulernen. Und gleichzeitig ist jede Reise im außen auch eine Reise zu dir selbst.

Um deinen inneren Frieden zu spüren, braucht es keine Reise, kein Seminar, kein Retreat.

Dieses Gefühl kommt aus deinem eigenen Herzen, es liegt an dir, innezuhalten und genau zuzuhören, was es dir sagen will. Vielleicht braucht es dazu am Anfang etwas Übung, wieder auf dein Herz, deine Intuition zu hören. Doch es lohnt sich auf jeden Fall, denn dein Kopf denkt, während dein Herz schon weiß …

Jana: Liebe Yvonne, so weise Worte, vielen vielen Dank. Hol uns bitte einmal kurz in dein Leben heute. Was machst du gerade und woran arbeitest du?

Yvonne: Liebe Jana, du hast es schon angesprochen. Uns beide verbinden viele Gemeinsamkeiten. Neben dem Schreiben und dem Reisen, auch Menschen zu inspirieren und die Liebe zur Natur.

Inspiration in der Natur

Um die beiden letzten wunderbaren Punkte geht es in meinem Projekt, das ich gerade mit Monika Breitinger vorbereite. Gemeinsam laden wir vom 18. bis 20. Oktober zu den Herbsttagen im Berchtesgadener Land ein. In einem Auszeitwochenende entführen wir die Teilnehmer auf den „Glückspfad des Lebens.“

Träumen Leben schenken, frische Luft atmen, Kraft tanken – darum geht es in unserem Auszeit-Seminar.

Ich freu mich schon sehr auf die verschiedenen Elemente des Waldbadens, des Spirit Walkes und auch den Schwerpunkten, denen wir uns dann im Studio von Monika widmen werden. Dabei geht es um das Leben in Balance mit den eigenen Werten, um die Stärken und Talente von jedem Einzelnen und darum, herauszufinden, was das eigene Herz zum Leuchten bringt und natürlich jede Menge Anregungen, wie die Themen in den Alltag integriert werden können.

Ein Tag auf Bali und was du damit anfangen kannst

Ein Tag auf Bali und was du damit anfangen kannst

Die Menschen auf Bali

Es ist kurz vor 6, da erwacht das Leben auf Bali. Es ist tropisch, die Tage und Nächte sind nahezu gleich lang, und abends kurz vor 7 geht die Sonne unter. Jeden Tag. Daher gilt es, die Lichtstunden des Tages möglichst effektiv zu nutzen, also sind hier alle recht früh auf den Beinen.

Sch-sch-sch…

In den Hotels und zahllosen Homestays, die ich als Pensionen bezeichnen würde, beginnen die Arbeiten. Frühstück machen für die Gäste und vor allem fegen. Das Sch-Sch-Sch-Sch der Palmbesen gehört zu einem Morgen auf Bali einfach dazu. Dazu gehört auch der Duft der Räucherstäbchen, die ebenfalls jeden Morgen – egal wo auf der Insel reichlich an den Opferstellen, auf der Straße, der Schwelle, auf Treppensimsen und Fensterbänken reichlich verteilt werden.

Lärm is immer

Es gehört auch das Verkehrsgeräusch von hunderten und tausenden Mopeds dazu, die von hier nach da querbunt durch das Land fahren. Und zu einem Morgen auf Bali gehört auch der Sonnenaufgang, die Farben über der Stadt. Der Moment, in dem Schwarz zu Farbe wird.

Das ist auch der Moment, in dem die Steinsägen anfangen, Fliesen oder Steine oder was immer zu mit dem kreischenden Quietschkreisch.. zurecht zu schneiden.

Also stell dir vor, du sitzt auf Bali und es ist laut!

Das geht so bis mittags. Früh ist es übrigens recht kühl. Die Menschen sind auf den Feldern schon früh unterwegs, die unzähligen Reisfelder verlangen viel Aufmerksamkeit. Auch Blumenfelder, Bohnen, Paprika und Chilli werden auf der grünen Insel angebaut. Die Landwirtschaft dominiert. Achja, und lecker Kakao. So lecker!

Wir sind mit dem Moped unterwegs und kehren bei Burkit Artha ein. Er betreibt ein kleines Restaurant und zwei Bungalows mitten im Reisfeld, die er an Touristen vermietet. Als wir eintreffen, sind wir die einzigen Gäste. Und es sieht so aus, als würden wir ihn überraschen.

Die Ruhe selbst

Doch einen echten Balinesen bringen nicht mal zwei Gäste um die Mittagszeit aus der Ruhe. Schnell ist das Telefon gezückt und Verstärkung für die Küche organisiert. Als erstes treffen Sohn und Töchterlein ein. Sohnemann ist höchstens zehn und meistert das Fahren mit dem schweren Motorroller souverän. Seine Schwester, die vielleicht 4 oder 5 Jahre alt ist, schmiegt sich an das Motorrad und scheint damit verwachsen zu sein.

Der Junge hat irgendwelche Zutaten im Gepäck, die wir wahrscheinlich gleich auf den Teller bekommen. Ich freue mich schon. In der Küche rumort es.

Was für ein Aufwand für zwei Gäste!

Aber der Gastgeber bleibt entspannt und zeigt uns seine Gästebücher, die voll sind mit Lobeshymnen, liebevollen Zeichnungen und persönlichen Widmungen seiner Gäste aus aller Welt. Mit diesen Gästebüchern kann man sich super die Zeit vertreiben. Dann kommt das Essen und wir kommen ins Gespräch.

Unser Wirt berichtet, dass heute im Dorf eine Beerdigungszeremonie stattfindet. Das sollten wir uns ansehen.

Zaungast bei einer Beerdigung?

Ich frage vorsichtshalber noch mal nach. “Ja, natürlich. Es stört nicht. Da sind immer viele Zuschauer”, bekräftigt unser Gastgeber bevor er uns sanft aus dem Laden schiebt. Wir sollten jetzt los, um der Beerdigung noch beiwohnen zu können. Und dann hören wir es schon.

Den Gleichklang der Trommeln, den Rhythmus, der fast schon wie ein Mantra ins Gehirn eingeht. Die Männer tragen einen leeren Stuhl auf einem Bambusgestell. Doch sie bewegen sich rhythmisch, scheinen mit etwas Unsichtbarem zu kämpfen. Werden wellenförmig von einer nicht sichtbaren Kraft hin und her geworfen, während festlich gekleidete Männer und Frauen johlend und lachend zusehen.

Denn es ist Kremation.

Die irdischen Überreste der Verstorbenen, hier offenbar aus drei Familien im Dorf, werden feierlich verbrannt. Erst, wenn diese Kremation vollzogen ist, kann die Seele des Toten die Erde verlassen und den Himmel erreichen, um wiedergeboren zu werden, so der Hinduistische Glaube auf Bali. Der “Kampf” dient dazu, die Geister zu verwirren, damit diese die Seele frei ziehen lassen. Dann werden aufwändige Opfergaben zu den Verbrennungsplätzen gebracht. Unzählige Gestecke, Blumen, Speisen und vieles andere mehr werden dem Verstorbenen mit auf seinen Weg gegeben. Besser gesagt, den Geistern, damit diese milde gestimmt sind.

Von den Flammen gefressen

Nach langem Warten dann beginnen die Verbrennungen. Diese sind für die Einheimischen eher unemotional, man schaut zu, wie die Gestelle mit den Gebeinen der Toten und den Opfergaben von den Flammen gefressen werden. Dazu wird Wasser verteilt – und die Trommeln hören auf zu schlagen. Ein für mich sehr ergreifender Moment. Das Feuer ist eine enorme Kraft, die mir hier an diesem fremden Ort irgendwie emotional zusetzt. Was auch immer es ist, ich bin recht ergriffen und dankbar, dass ich so etwas erleben darf.

Es ist spät, als wir das Dorf verlassen.

Wir fahren vorbei an auf der Straße trocknendem Reis und so langsam beginnt die Dämmerung. Es wird frisch auf dem Moped. Wenn es dämmert, ist es 20 Minuten später dunkel. Komplett dunkel. Die Straßen sind noch immer vom Verkehr überflutet. Die abendlichen Opfergaben werden zumeist von Frauen dargebracht, die mit großen flachen Tabletts aus geflochtenen Palmblättern über die Straßen schreiten.

Nun gehen die Menschen nach Hause.

Wir sind im Homestay zurück und können noch ein wenig arbeiten, in Deutschland ist es ja erst Mittag und ich kann mein Tagebuch schreiben. Mein Impuls heute für dich: Schreib doch mal wieder in dein Tagebuch, wofür du an einem normalen Tag dankbar bist. Was ist es genau? Was hat dich besonders beeindruckt? Besonders berührt?

Körperwunder. Und was das mit dem Verkehr zu tun hat

Körperwunder. Und was das mit dem Verkehr zu tun hat

Wir haben es getan und ein Impuls der Achtsamkeit für dich

Wir haben es getan und uns auf Bali tatsächlich einen Scooter gemietet. Im Grunde genommen hat es Jörg getan und ich bin hinten mitgefahren. Also, der Verkehr ist, gewöhnungsbedürftig für uns Europäer. Allerdings ist ein Motorroller das effizienteste Mittel und für mich das Schönste, mich über die Insel zu bewegen.

Freiheit macht Frieden

Auch hier wieder darf ich meinen Lieblings-Lebensaspekt für mich bedienen: Freiheit. Freiheit macht Frieden. Ich darf mit dem Motorroller anhalten, wo immer es der Verkehr zulässt. Die Verkehrsregeln sind ein wenig flexibler als in Deutschland und so haben wir beide uns durch den wahrhaft dichten Verkehr auf der Insel geschleust.

Erkenntnisse vom Insel-Scooter-Fahren

Erste Erkenntnis: Es ist Linksverkehr. Also wenn du in Gedanken links abbiegst, ist das die kleine Kurve. Schön links bleiben, sonst hast du auf einmal ziemlich viel Gegenverkehr auf deiner Spur. Unschön und sorgt für hektische Kreischer des Mitfahrers.

Weiterhin: Kreuzungen ohne Ampeln sind spannend. Das heißt, 99,9 Prozent aller Kreuzungen auf Bali betrifft das. Ich habe bis zu unserer Abreise die Regeln nicht verstanden, vielleicht gibt es auch keine, außer: Gucken und dann fährst du, wenn keiner kommt, bzw. die anderen anhalten.

Die Handbewegung

Eine Handbewegung ist mega wichtig: So eine Art Winken nach unten. Das signalisiert den anderen Verkehrsteilnehmern: Sie oder er will hier durch.

Wichtig ist noch: Hupen.

Wenn du gemütlich mit deinem Moped durch die Gegend fährst, und einer hupt hinter dir: Dann bleib auf deiner Seite. Mach dich dünne. Denn das kurze Hupen bedeutet, „Bleib da, ich überhole dich!“ Hörst du vor einer scharfen Kurve ein Hupen, zeigt das an, dass hinter der Kurve ein Hindernis auf dich wartet. Daher lieber Geschwindigkeit drosseln. 

Überbreiten und Überhöhen

Ein weiteres Phänomen des asiatischen Motorollergebrauchs sind ziemlich erschreckende Überbreiten und -höhen. Mit dem Mopeds werden nicht nur ganze Familien mit bis zu 3 Kindern transportiert, sondern Geschäftseinrichtungen, Spielsachen, Luftballons, die gesamte Ernte, die Suppenküche, Einkäufe für die Großfamilie, die Oma, alle Kinderspielsachen, selbst der Hund, Koffer – Ersatzteile, kurz: Alles, was irgendwie von A nach B muss, kommt auf einen Motorroller oder wird dran befestigt.

Das ist im Prinzip in Ordnung, allerdings haben daher die schmalen Mopeds durchaus manchmal eine absolute Überbreite, die unter Umständen die ganze Straßenbreite einnimmt. Bei fehlenden Randstreifen und ziemlich engen Straßen kann da auch schon mal eine Begegnung zweier Motorräder zu interessanten Ausweichmanövern führen. 

Wahnsinn. Und auf dem Roller geboren.

Alles in allem ist der Verkehr zwar Wahnsinn, weil die Motorräder die ewigen Staus bei jeder größeren Ansiedlung einfach umfahren und zwar rechts und links der Autoschlangen. Manchmal kommt auch Gegenverkehr. Entweder er bremst oder hupt oder man schiebt sich geschmeidig aneinander vorbei, wobei dem Durchschnittseuropäer der Angstschweiß kommt. Und wichtig zu wissen. Menschen auf Bali werden geboren und sitzen sofort auf einem Motorroller. Sie können die Dinger schon mit sechs-sieben Jahren fahren und sind dementsprechend geschickt in der Handhabung der für so kleine Menschen durchaus schweren Maschinen. Der Europäer schaut ein wenig neidvoll auf das Fahrgeschick der Einheimischen. 

Achtung. Kopfkino.

Weiterhin: Gewicht und Berge. Auf Bali gibt es Straßen, die haben gefühlt 45 % Gefälle. In echt haben sie wahrscheinlich weit über 30 %, das ist schon steil. So steil, dass die 125er Maschinen, die meist in der Vermietung sind, bei zwei Erwachsenen, wie Jörg und mir, einfach stehen bleiben.

Stehen bleiben bei 30 %

So meine Lieben, jetzt darf euer Kopfkino starten: Jörg und Jana mit dem kleinen Moped auf steiler Auffahrt. Das Mopedchen bemüht sich nach Kräften, die beiden Personen plus Rucksäcke nach oben zu transportieren. Die Maschine gibt ihr Bestesl Geschwindigkeitsrausch von 8 km/h. Nur noch wenige Meter, dann ist der Gipfel erreicht. Maschine gibt auf. Geschwindigkeit unter 8 km/h. Maschine und Menschen fallen einfach um. Bumm.

Gottseidank, es ist nichts passiert. Dem Sozius sind schlagartig mehr als 30 Jahre nicht mehr benutzte Simson-Moped-Mechanismen des rechtzeitigen Abspringens von fallenden Zweirädern wieder eingefallen und diese sind sofort umgesetzt worden. Sozius ist abgesprungen!

Beine und Kraft

Vordermann und Führer des Fahrzeuges nutzt Kraft und Beine, kann das Gefährt aber trotzdem nicht halten, so dass es den löchrigen Asphalt des steilen Pfades leicht touchiert. Mittels Gas und schiebendem Nebenherlaufen meistern Fahrer bzw. Moped den Hang souverän, während Sozius plus Rucksack keuchend, aber pilgererfahren hinterher hechelt.

Antrainierte Reflexe bleiben bestehen

Also wir haben uns kurz mal abgelegt und dabei durfte ich allen Ernstes feststellen, dass einmal antrainierte Reflexe auch nach Jahrzehnten wieder da sind. Was für ein Wunderwerk unser Körper doch ist!

Alles wieder da, auch das Mopedfahren selbst ist mir immer noch vertraut oder wieder vertraut. Vorsicht vor dem Auspuff (heiß). Füße schön reinnehmen. Sachte um sandige Kurven fahren. Berge meiden oder Sozius abschmeißen und laufen lassen.

Und als Beifahrer, still sitzen und schön mit den Bewegungen des Fahrzeugs mitgehen. Da fährste halt, in Deutschland unvorstellbar, mit kurzen Hosen, mit T-Shirt, einem Helm und Badelatschen übers Land. Nix Motorradkleidung. Du genießt den Fahrtwind und ein Stück Erinnerung an meine Mopedzeiten mit dem Nonnenroller.

Kommt auch ins Buch

Darüber schreibe ich gerade in meinem Buch, ein autobiografisches Lebensbuch. Worauf ich dich heute einmal aufmerksam machen möchte, ist, welches Wunder dein Körper ist. Er kann sich an Bewegungen, Reaktionen und Fähigkeiten erinnern, die du schon vor Jahrzehnten erlernt hast.

Ein Wunder

Wenn du 20 Jahre nicht Rad fährst oder zum Skifahren gehst, dein Körper speichert die erlernten Bewegungen sicher und kann sie bei Bedarf wieder aufrufen. Unglaublich! Ein Wunder. Daher feiere deinen Körper, er ist ein großartiges Geschenk. Ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß dabei.

Drei Tipps für Yoga-Anfänger

Drei Tipps für Yoga-Anfänger

Der Pups. Aber das nur nebenbei. Es geht um eine Philosophie!

Und jetzt auf den Rücken. Puup. Ups. Mein asiatisch aussehender Nachbar hat gerade so richtig einen raus geknallt. Das war der, der auch beim Essen schon so geschlürft hat. Na. Sowas. Also, ich weiß, was du jetzt denkst.

Zumindest wage ich eine Prognose.

Du denkst vielleicht so was, wie „altes Ferkel“. Der asiatisch aussehende Nachbar, dessen Namen ich nicht kenne und auch dessen eigentliche Herkunft ich auf China vermute, dem isser entfleucht. Bin gerade heilfroh, dass mir das nicht.. aber ehrlich. Und wenn?

Was wäre dann?

Dann würden die Leute denken: „Was für ein altes Ferkel!“

Naja aber was wäre, wenn es die Leute dächten. 1. Würden sie es mir vermutlich nicht sagen und 2. Warum sollte es mich interessieren?

Yoga im Schweigeretreat

Ich bin nämlich beim Yoga. Meine allererste Yoga-Stunde habe ich im Schweigeretreat auf Bali. Und ja Yoga ist Absicht, ja, Absicht. Weil ich wissen wollte, warum so viele von Yoga schwärmen. Nun weiß ich es. Und ja, das hat auch mit dem versehentlich entfleuchten Pup zu tun.

Loslassen von Körper, Geist und Seele

Denn Yoga ist so was wie Loslassen und zwar von Körper, Geist und Seele – also deutlich mehr als Körperknotenbildung. Man kann sich natürlich verknoten. Das empfehle ich allerdings nur Fortgeschrittenen.

Eingerostet und pupende Posen

Wenn man so wie ich doch ein wenig eingerostet ist, vor allem, was die Beweglichkeit von Wirbelsäule und Oberkörper betrifft, kann man auch langsamer machen und sich von seinem Atem leiten lassen. Und langsam Körperpartie für Körperpartie dehnen, flexibler machen. Und da gibt es durchaus Posen, die im normalen Leben ziemlich albern aussehen und manchmal eben zum Pupen anregen. Machen aber nicht alle, pupen, meine ich.

Happy Baby. Warrior und Upward facing dog

Es gibt lustige Posen, wie das Happy Baby. Da liegst du auf dem Rücken, hebst die Beine in die Höhe und fasst deine Zehen an. Sieht sehr interessant aus, wenn das vernünftige Erwachsene machen. Freiwillig. Leider gibt es dazu keine Fotos. Oder es gibt den Krieger. Oder den Drachen, der fliegt. (Waage, nannte man das früher, glaub ich).

Am allergenialsten und meine meist gehasste Pose ist the upward facing dog. Also der kopfhängende, nach oben gerichtete Hund. Du stehst mit gestreckten Armen und Beinen auf der Matte, Po ganz oben. Kopf hängt zwischen deinen Schultern rum. Mach das mal fünf Minuten. Mir jedenfalls fällt das schon schwer. Interessanterweise kräftigt das aber auf eine wirklich effektive Weise sämtliche Muskeln, auch die, von denen du nicht wusstest, dass du sie hast.

Meine Tipps für dich

Wenn du zum Yoga gehst, versuch mal ein paar Stunden vorher nichts zu essen. Dann machen sich die Übungen einfacher.

Also Tipp Nummero eins: Lass dich ein auf die Yoga-Philosophie, es geht nicht um Knoten oder wer am besten dabei aussieht. Es geht darum, auf deinen Körper zu hören. Reinzufühlen, was das jetzt gerade mit dir macht.

Zweitens: Relax. Wenn du mit den Händen nicht bis runter kommst, dann geht es vielleicht mit den Fingerspitzen. Und wenn du mit den Fingerspitzen nicht runter kommst, dann nimmst du dir einen Block. Wenn neben dir eine Yoga-Prinzessin, die 30 Jahre jünger ist als du, ihren Körper geschmeidig zu einem Kissen faltet, dann ist das doch schön.

Du bist Anfänger und eben eine große Bettdecke.

Offen.

Drittens: Enjoy. Erfreue dich an deinem Körper und schau, was dein Atem dazu sagt. Dieser Atem kann deine Bemühungen, deine Körperbettdecke zusammen zu falten, deutlich vereinfachen. Und dann noch der Bonustipp: Probier es einfach mal aus. Mach das mal mehrere Tage hintereinander – und wenn du schon paar Tage älter oder auch eingerostet bist, dann versuch mal anschließend, deinen Rücken zu kratzen. Du wirst dich wundern, was in nur wenigen Tagen möglich ist. 

Auf dem Meeresgrund verewigt

Auf dem Meeresgrund verewigt

Warum ich fest davon überzeugt bin, dass Geben funktioniert

In Pemuteran auf Bali gab es Korallen. Die bunte und farbenfrohe Unterwasserwelt begeisterte Touristen und natürlich gab es dort viele Fische. Diese wiederum begeisterten die Fischer und diese fischten fröhlich drauf los.

Sensible Korallenriffe zerstört

Der trockene Norden der Insel der Götter Indonesiens war schon immer arm dran und die Menschen mussten härter arbeiten als die Menschen in anderen Teilen der Insel, wo reichlich Regen, das tropische Klima und der gut gedeihende Reis reiche Ernte versprachen. Daher musste das Fischen effektiver passieren. Tat es auch und brachte kurzfristig Einkommen. Dass dabei die sensiblen Korallenriffe vor der Küste beschädigt und zerstört wurden, bekamen die Fischer erst später zu spüren. Nämlich dann, als die Gäste ausblieben und die Fische weniger wurden.

„Einfach“ Korallen neu gebaut

Dann hatten die Menschen vor Ort die Idee zu einem Projekt. Biorocks. Sie bauten “einfach” ihre Korallen neu. Wissenschaftlich begleitet vom Biorocks-Projekt, dem unzählige freiwillige Wissenschaftler und Forscher ihre Zeit widmen, wird hier mittels Strom das Korallenwachstum um das Doppelte bis zum Zehnfachen des normal möglichen Wachstums beschleunigt. Die Wissenschaftler und Helfer bringen Metallgerüste ins Meer und lassen Strom durch diese fließen.

Schneller und clever!

So können sich die notwendigen Mineralien als Grundlage eines neuen Riffs schneller andocken und die Korallen und mit ihnen das gesamte Ökosystem finden schneller wieder dorthin. Warum ich euch das erzähle?

Ein tolles Spendenprojekt

Weil die Forscher nicht nur schlau sind, sondern auch clever. Sie haben sich ein Spendeprojekt ausgedacht, das sehr sehr schön ist. Du kannst dort in dem Projekt deinen eigenen Namen in Drahtform gestalten und die Taucher (oder, falls du tauchen kannst, du selbst) bringen deinen Namen dann am Korallenriff an. Mit der Zeit siedeln sich dann auf deinem Namen die richtigen Korallen an und über die Jahre bekommst du per Mail Fotos von “deinem” Stückchen Korallenriff.

Was fürs Herz

Ach, was für eine schöne und nette Art, Spenden einzuwerben. Natürlich haben wir, Jörg Strohmeyer und ich, Jana Wieduwilt das gemacht. Denn wir sind der Meinung: Wenn es uns schon auf die Sonnenseite des Lebens verschlagen hat, dürfen wir zurückgeben, was auch immer uns möglich ist.

Was du gibst, kommt zurück

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass alles, was wir guten Herzens und freiwillig geben, auf die ein oder andere Weise zu uns zurück kommt. Entweder in diesem oder einem der nächsten Leben. Die Theorie dahinter ist nicht von mir, ich habe sie aber so vollständig absorbiert, dass sie auch von mir sein könnte. Viele Religionen und Theorien beschäftigen sich damit. Beispielsweise Neale Walsh: Gespräche mit Gott erläutert auf eindrucksvolle Weise, dass wir alle miteinander verbunden sind.

Das Phänomen des Schmetterlingsschlags

Denn feinstofflich gesehen, bestehen wir Menschen, die Tiere und Pflanzen alle aus Atomen, genauso wie Luft und Wasser. Daher glaube ich fest an das Phänomen des Schmetterlingsschlags. Wenn in Europa ein Schmetterling mit dem Flügel schlägt, kann sich das tatsächlich auf ein Ereignis am anderen Ende der Welt auswirken. Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus, das wiederum die Pflanzen brauchen, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Das ist nur ein Beispiel, das für diese Verbundenheit spricht.

Zukunftsfähiges Geschäftsprinzip

Und Geben: Ja, ich halte Geben als Geschäftsprinzip tatsächlich für zukunftsfähig. Natürlich haben wir ein ausgesprochen gutes Wissen rund um alle Themen nachhaltiger Kommunikation. Natürlich ist der Sinn vom Unternehmen, damit Geld zu verdienen. Und ja, ich liebe es, Geld zu haben. Aber unser Ziel – als Privatpersonen wie auch als Unternehmer ist es, Menschen, Projekte, Regionen und Unternehmen voran zu bringen durch unsere Arbeit.

Die tägliche Portion Achtsamkeit

Unsere Arbeit bringt unseren Kunden so viel Mehrwert, dass das, was sie für unsere Leistungen zahlen, ein winziger Bruchteil dessen ist, was sie durch unsere Arbeit an Finanzen gewinnen oder einsparen. Das ist, was für uns zählt. Und privat? Nun, ich glaube, du weißt, dass wir uns auf vielfältige Weise engagieren. Zum Beispiel hier auf diesem Blog. Hier teile ich mein Wissen mit dir, damit du deine tägliche Portion Achtsamkeit in dein Leben integrieren kannst, so wie ich es seit einigen Jahren tun darf. Du bekommst Tipps und Hinweise, wie du dein Team aufbaust, so dass dein Unternehmen die besten Bewerber bekommt, die du haben kannst, um deine unternehmerischen Ziele zu erreichen. Und du bekommst von mir ein Buch geschenkt, das dich in einigen Schritten zum Losgehen animiert und praktisch dabei begleitet.  

Halbtagspilger und 24-Stunden Wanderer Norman Siehl im Interview

Halbtagspilger und 24-Stunden Wanderer Norman Siehl im Interview

Den Wanderer auf dem Kahn getroffen

Witzigerweise traf ich Norman Siehl nicht beim Halbtagspilgern, oder doch, eigentlich schon: Allerdings trafen wir uns nicht auf dem Paul-Gerhardt-Wanderweg, dessen feierliche Eröffnung wir mit Auftraggebern und Politikprominenz an jenem Tag zelebrierten, sondern auf einem Spreewaldkahn. Zugegeben, nach einem Stück Wanderung vom Zentrum Lübbens bis in den Spreewald, aber es war ein Kahn. Wie das so ist, kamen wir ins Plaudern – und stellten ziemlich schnell fest, dass da mehr Gemeinsames als Trennendes ist.

Ein 24-Stunden-Wanderer

Norman Siehl ist Wanderer, so wie ich. Allerdings ist er kein Halbtagswanderer. Norman Siehl wandert auch mal 24 Stunden am Stück und motiviert als Kreiswegewart des Landkreises Dahme-Spreewald auch andere Wandersleute, es ihm gleich zu tun und das schöne Brandenburg auf Schusters Rappen zu erkunden. Außerdem bringt der findige Ingenieur bei seinen Touren Rucksackboote ins Spiel, die es dem Wanderer ermöglichen, auch einmal die Welt vom See oder Fluss aus zu erkunden, wenn die Füße müde werden.

Danke für Ideen und Dankbarkeit

Eine Menge Ideen und von meiner Seite eine riesige Portion Dankbarkeit, dass ich Norman Siehl heute hier bei uns Halbtagspilgern im Interview habe.

Jana Wieduwilt: Lieber Norman Siehl, Wandern – oder, wie ich es nenne, Pilgern ist auch Ihr Lebensthema, so scheint es. Nehmen Sie uns doch gerne einmal mit: Wie kommt man dazu?

Norman Siehl: Sie haben absolut Recht, Wandern ist ein zentrales Lebens-Thema für mich geworden. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeiten als Wanderwegewart in Wildau und Kreiswegewart im Dahme-Seenland, habe ich vor Jahren eine Ausbildung zum Wanderleiter gemacht und führe als Solcher mehr oder weniger regelmäßig Wandergruppen durch unsere Region.

Wanderverein Dahme-Seenland gegründet

Außerdem haben wir in 2018 den Wanderverein Dahme-Seenland e.V. aus der Taufe gehoben, dessen Vorsitz ich inne habe. Der Wanderverein hat, natürlich mit Hilfe vieler anderer Unterstützer, die 24h – Fontanewanderung organisiert und im März durchgeführt. Um zuletzt mein geschäftliches Baby mit der in 2018 gegründeten HIKANOE GmbH zu nennen. Auch hier geht es unter anderem um Wandern.

Wandern auf dem Wasser

Wandern 2.0 wie ich es nenne, da die leichten aufblasbaren Boote, welche im Rucksack transportiert werden können, die Grenzen zwischen Wandern und Wasserwandern aufheben. Es ist ein Leichtes vom Wanderweg ins Wasser zu wechseln und natürlich wieder zurück umso die Umgebung auf und neben dem Wasser zu genießen.

Mensch im Mittelpunkt

Warum ist es dazu gekommen ist eine gute Frage. Nach dem Studium der regenerativen Energien, bin ich seit 2000 im industriellen Umfeld, vorwiegend im Mittelmanagement unterwegs gewesen. Der Aufbau von Ablauf- und Aufbauorganisationen hat mir immer viel Spaß gemacht, weil der Mensch hier im Mittelpunkt steht. Selbiges gilt für die Arbeit mit Kunden und Dienstleistern, die mich permanent in meiner Arbeitswelt begleiteten. Eigentlich möchte ich diese Zeit nicht missen (würde sie aber auch nicht noch einmal wiederholen wollen ;-)) .

Mehr Lebensqualität ist JETZT mit minimierter Gereiztheit

Aber trotzdem entschied ich mich für eine Wende. Ehrlicherweise lag es wohl an den vielen Dienstreisen, den endlosen Stunden im Flugzeug, den unbefriedigenden und teilweise sinnlosen Projekten bei massivem Druck, nicht nachzuvollziehenden Entscheidungen, mentalem Stress, Stress und nochmals Stress. Es hat übrigens Jahre gedauert, bis ich dann endlich den Sprung in die Selbständigkeit gewagt habe.

Weniger Geld aber deutlich mehr Lebensqualität waren der Lohn. Meine Kinder reflektieren mir eine deutliche Entspannung und minimierte Gereiztheit. Ich denke das ist ein hervorragendes Attest für die Richtigkeit des Schrittes.

Als Naturfreund und Dauercamper aufgewachsen

Außerdem war ich schon immer gerne in der Natur. Geprägt von meinem Elternhaus, die entweder ein Gartenhäuschen ihr Eigenen nennen konnten oder nun schon seit Jahrzehnten als Dauercamper den Sommer im Wald verbringen. Mein Vater war ein Wandersmann… sagt ein Volkslied. Wohl auch ein Grund, dass ich einer bin. Ich wandere gerne alleine aber eben auch in der Gruppe und liebe die sich ergebene Dynamik unter den teilweise fremden Wanderern. So sind schon einige gute Bekanntschaften und Freundschaften entstanden. Und über die gesundheitlichen Aspekte muss wohl nicht viel gesagt werden.

Jana Wieduwilt: Wo wandern Sie am liebsten?

Norman Siehl: Ich finde Brandenburg und das Dahme-Seenland ist eine hervorragende Wandergegend. Es müssen nicht immer Berge sein. Es ist mein erklärtes Ziel, unsere Region stärker als Wanderregion sichtbar zu machen.

Zertifizierer von Qualitätswegen

Als Zertifizierer von Qualitätswegen im Auftrag des Deutschen Wanderverbandes sehe ich mir Wanderwege teilweise mit einer „Bewertungsbrille“ an und ich bin mir sicher, dass auch ohne ein Zertifikat viel Qualität in unseren Wanderwegen schlummert. Als Wildauer liebe ich den Wanderweg am Dahme-Ufer auf dem auch der Fontanewanderweg und der Paul-Gerhardt-Weg verlaufen.

Sutschketal und Krummer See

Das Sutschketal und der Weg um den Krummen See sind klasse, der Uferweg am Hölzernen See ist toll, Wanderwege am und um die Pätzer Seen, die Köriser Seen … es sind einfach viele schöne Ecken zu entdecken. Oder auch die Naturparkroute in Buckow in der Märkischen Schweiz, das Schlaubetal….

Generell versuche ich mir in jeder Region, in der ich gerade bin, eine Wanderkarte zu besorgen und auch ein wenig zu wandern. Vor kurzem war ich in Salzgitter und bin erstaunt von dem hervorragenden Wanderpfad in den Höhenzügen in der Nähe der Stadt um nur ein Bsp. zu nennen.

Jana Wieduwilt: Was hat es mit den 24-Stunden-Wanderungen auf sich?

Norman Siehl: Ich wandere mit Freunden seit ein paar Jahren auf diesen 100km-Veranstaltungen, wobei wir nur 1…2 Veranstaltungen im Jahr aufsuchen. Da gibt es ganz andere Sportsfreunde, die das deutlich häufiger machen.

Glücksgefühl nach 24 Stunden Wandern

Neben dem Gruppenerlebnis und dem Erleben der Natur ist die Überwindung des inneren Schweinehundes (und der sich einstellenden Schmerzen 😉 ) sicherlich der Hauptgrund für die Teilnahme an solchen Veranstaltungen. Und das Glücksgefühl nach bestandenem Marsch ist schon einzigartig.

Die Idee für die 100-km Wanderung in 2019 auf unserem dahme-seenländischen Fontanewanderweg ist dann naheliegend gewesen und wurde in Abstimmung mit dem Tourismusverband Dahme-Seen aus der Taufe gehoben.

Jana Wieduwilt: Auch Sie haben ja das Wandern mit in Ihren Beruf integriert so wie ich es mit dem Halbtagspilgern tue. Was genau haben Wanderwege mit Ihrem Beruf zu tun?

Norman Siehl: Wie schon beschrieben, dreht sich viel um den Wanderweg. Ob geführte Touren mit und ohne Boot auf dem Rücken, ob Zertifizierung von Qualitätswegen oder Beratung von Tourismusunternehmen bei der Konzeption und Anlage von Wanderwegen und Wegenetzen, ob bei der Markierung von Wegen oder der Schulung von Wanderwegewarten – Wanderwege sind das zentrale Element meiner Arbeit.

Infrastruktur-Experte für Wanderwege

Eigentlich jedoch nur Infrastruktur für den eigentlichen Zweck des Wanderns. Natur erleben und sich mit ihr verbinden, erholen, Gesundheit stärken, genießen, Stress abbauen, zu sich und zu anderen finden um nur einige der wesentlichen Motive für das Wandern aufzuzählen.

Jana Wieduwilt: Wie kommt man als Wanderer eigentlich auf die Idee, Packrafts in die Wanderung zu integrieren?

Norman Siehl: Das liegt sicherlich an meiner direkten Umgebung. Brandenburg hat das meiste Oberflächenwasser im deutschen Vergleich und ich liebe die Abwechslung von Wald, Feld, Ortschaft und eben Wasser. Als bekennende Wander- und Wasserratte konnte ich wohl nicht anders als zufällig über diese Boote zu stolpern.

Komplett infiziert

Nachdem ich das erste Packraft getestet habe, war ich komplett infiziert. Es ist ja auch unvorstellbar sein eigenes Kajak auf dem Rücken zu tragen und nach Lust und Laune ins Wasser zu wechseln. Das geht durch neue Hightech-Materialien und Ventilarten, die das Gewicht der Boote auf unter 4 kg reduzieren und ein Aufblasen in 5 Minuten ermöglichen. Nachdem ich mit vielen Personen diese Kombitouren gemacht habe, bin ich absolut überzeugt, dass Wandern 2.0 eine reale Chance sowohl in Outdoor-Bereich als auch in Städten hat. Aber kommen sie doch einfach mal mit liebe Frau Wieduwilt und testen es selber.

Jana Wieduwilt: Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen Wandern und Pilgern? Was halten Sie vom Halbtagspilgern, so wie ich es mache und als Lebensmodell empfehle?

Norman Siehl: Ehrlicherweise habe ich mir da nie Gedanken drüber gemacht. Ich selber war noch nie Pilgern, kenne aber nicht wenige Freunde die sich auf die Suche gemacht haben. Denn das wäre Pilgern für mich, die Suche nach Erkenntnis. Allerdings muss ich beim Schreiben feststellen, dass mir das beim Wandern oftmals auch so geht.

„Vielleicht bin ich also ein Halbtagspilgerer ohne es gewusst zu haben.“

Wie auch immer, die Verbindung von Beruf (kommend von Berufung!) und der Arbeit mit Menschen in der Natur ist genau mein Weg und ich bin glücklich, den ersten Schritt gemacht zu haben.

Jana Wieduwilt: Lieber Norman Siehl, ganz ganz herzlichen Dank für Ihre tollen Impulse und ganz, ganz viel Glück auf all Ihren Wegen.