Die Quelle in der Calauer Schweiz und die Hölle
Ihr habt euch gewünscht, dass ich mal wieder eine Wanderung mit euch mache. Voila. Mache ich doch glatt, nichts lieber als das. Heute nehme ich euch mit in die Hölle. Wir finden eine wundervolle Quelle und riechen Wildschweine. Wir wandern durch die Calauer Schweiz und ich nehm dich mit auf Tour.
LausitzLiebe ist dein Blog für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Lesen dieser Episode, auch deins.
Wir starten unsere Tour in Werchow bei Calau. Dort gehen wir das erste Stück auf dem Werchower Sagenpfad entlang. Es ist wunderschön. Es gibt ein Tiergehege und der Weg führt entlang eines romantischen Bachlaufes. Ich sehe Erlen, Eichen, ein paar Birken. Und der Bach schlangelt sich recht naturbelassen neben dem Weg lang. Schön.
Schon gleich zu Beginn habe ich einige Findlinge entdeckt, auf die Tafeln mit Sagen und Geschichten aufgebracht sind. Ich lese von Hexengeschichten, dem verschwundenen Drachen, vom Nix und dem verschwundenen Müllerburschen. Um mich herum grünt es, echtes Maiengrün. Der Weg führt hier asphaltiert und sehr leicht zu begehen immer am Bächlein lang.
Vom Goldborn - einer der wasserreichsten Quellen der Lausitz
Nun bin ich am Goldborn angelangt. Zuerst sehe ich hinten im Walde Wasser stehen. Der Bach fließt doch!
Ich gehe zur Quelle und entdecke tatsächlich einen ockerfarbenen Schimmer. Kann Eisen sein, kann aber auch auf die Goldene Kutsche zurückzuführen sein.
Hier sind Kastanien und eine dicke riesige BlutBuche. Der rote Laubaustrieb ist so schön.
Weinrot funkeln die frischen Blätter über mir. Komm, da gehen wir jetzt mal hin. Kuscheln.
Direkt in meiner Augenhöhe sehe ich ein kaum noch zu erkennendes Herz, was jemand vor vielen vielen vielen Jahrzehnten hier in der Baumrinde hinterlassen hat.
Bitte mach du das nicht, schreib deiner Angebeteten lieber eine WhatsApp, anstatt den Baum anzuschnitzen.
Und ich versuche, die Buche zu umfassen, aber meine Arme reichen gerade mal um ⅓ des Baumes. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Bäume lieeeeebe?
Die Quelle sprudelt jedenfalls ordentlich vor sich hin. Knapp 500 l Wasser pro Minute. Das ist ganz schön was.
Bevor der Bauer seinen Stein rein geschmissen hat, soll es noch viel mehr gewesen sein. Damit ist das wohl einer der wenigen und wasserreichsten Quellen in der Niederlausitz. Und wir sollten schauen, dass der Goldborn noch recht lange sprudelt. Es ist eine herrliche Gegend.
Übers Feld und durch den Wald (Calauer Schweiz)
Ich gehe weiter und entdecke markante Eichen. Die haben gleich mehrere Stämme, die alle miteinander verbunden zu sein scheinen. Schön!
Nun gehen wir endlich weg vom asphaltierten Weg und laufen ganz langsam und sanft auf einer Wiese. Herrlich. Um mich herum zirpen die Grillen. Der Sommer ist zum Greifen nah. Man kann ein ganzes Stück in die Landschaft schauen und die Wiese ist schon mit vielen Wiesenblumen bunt getupft. Ich sehe schon oben den Wald.
Und ich sehe, dass es ein schöner Wald ist. Buchen. Eichen. Wenige Kiefern. Auf dem Waldboden liegt noch dicke Laubstreu. Da werden sich die Bodentierchen aber freuen. Erinnerst du dich an den Podcast über Bärtierchen und Fadenwürmer? Spannend, hör unbedingt rein, was diese wichtigen Bodentierchen für uns alles tun.
Ich gehe weiter durch den wundervollen Wald. Die Blätter rauschen und jetzt wechselt die Szene zu einem lockeren Kiefernforst. Natürlich ist auch hier Sandboden und der Weg geht leicht bergauf. Wir sind ja immerhin in der Calauer Schweiz. Viele Heidelbeeren sind hier, Ein sehr schöner Forst und der Wanderweg ist fantastisch.
Der Hölle nah. Mit einem Rutsch rein.
Ich bin nahe der Hölle. Das ist ein Tal, dicht und grün. Ich empfinde die Hölle als himmlisch.
Doch erstmal müssen wir beide einen einigermaßen steilen Abstieg meistern. Zieh dir passendes Schuhwerk an mit ordentlich Gripp. Habe ich nicht, und so schlitter ich den Hang runter. Aber nix passiert. Gotseidank hab ich ab und an mal eine Kiefer zum Festhalten.
Und nun gehts direkt in die Hölle. Es ist grün, fast wie im Dschungel.
Nur ein schmaler Pfad schlängelt sich entlang. Es geht wieder bergauf, dann wieder bergab. Herrlich, Und wir beide ganz alleine.
Oh, hier riechts nach Wildschwein. Aber heftig. Das kann nicht weit weg sein,
Ich glaube ja daran, dass Wildtiere grundsätzlich überhaupt keinen Bock drauf haben, uns Menschen allzu offensichtlich zu begegnen und dass sie auch nicht aus heiterem Himmel angreifen.
Nicht mal Wildschweine. Wenn, ja wenn ich nicht gerade durch die Kinderstube der Wildschweine wandere. Also im Gebüsch rumkrieche.
Mache ich nicht. Und die Wildschweine bekomme ich auch nicht zu Gesicht. Denn, der Pfad wird wieder breiter, ein Weg ist es nun wieder.
Die Hölle und das menschliche Wirken
Doch ich wills wissen.
Es muss auch in der Hölle eine Quelle geben. Die will ich finden.
Also, wieder rein ins Tal und weiter auf dem schattigen Pfad entlang. Neben mir ist ein Graben. Aber der ist trocken.
Das ist ein guter Ort für einen Spaziergang an einem heißen Sommertag. So viel Grün. Schatten rundherum. Unten Kräuter, hier scheint es feuchter zu sein als anderswo.
Eine Quelle kann ich nicht entdecken.
Doch, vielleicht da?
Hier steht Wasser und die Gehölze scheinen im Wasser zu stehen. Es sieht sumpfig aus dahinten.
Hier mein Fußwegpfad ist trocken. Und richtig romantisch. Frisches Grün, aber auch tote oder abgebrochene Bäumstämme machen die Hölle zu einem richtigen Refugium der Wildnis.
Herrlich.
Die Hölle ist das Tal, das wir nun fast durchwandert haben. Nun entdecke ich ein Hinweisschild.
Offenbar bin ich falschrum durch die Hölle gewandert.
Ich lese, dass Klimawandel und Landnutzung die Hölle, besser gesagt, ihre Quellen in Gefahr brachten.
Denn im vorigen Jahrhundert wurde das Gebiet, das auf einer ca. 3 Meter dicken Torfschicht ruht, entwässert, sprich, es wurden Gräben gezogen, dei das Wasser ableiten sollten. Haben sie auch gemacht.
Vor einigen Jahren nun ist das wieder rückgängig gemacht worden und die Gräben wurden verschlossen, Deshalb habe ich wohl auch den trocken gefallenen Graben gesehen.
Rundum gelungene Sache
Nun soll hier langsam wieder ein Moor entstehen. Das Gebiet wird überhaupt nicht mehr genutzt. Das ist ein starkes Statement der Eigentümer Stiftung August Bier für Ökologie und Medizin. Danke dafür!
Außerdem gehört die Hölle zu den europaweiten Schutzgebieten Natura 2000.
Die Wanderung geht weiter durch lichte Wälder und an Lichtungen und Wiesen vorbei. Ich entdecke einen alten Stamm, der über und über mit Plzen bewachsen ist. Eine durchweg gelungene Sache. Kann ich dir sehr empfehlen.
Ich habe das ganze als Komot Wanderung abgespeichert. Schreib mir an info@lausitzliebe.de mit dem Stichwort Wanderung, dann kann ich das mit dir teilen.
Danke für unseren wundervollen Ausflug, der wieder am Werchower Tiergehege endet.
Warum LausitzLiebe?
Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt
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Ich bin deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt und danke dir, dass du hier bist.
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