Agroforst – aus der Lausitz in die Welt

Agroforst - aus der Lausitz in die Welt

Agroforst aus der Lausitz - wo Wald die Felder küsst

Weißt du, was ein WALD_ACKER System ist? Was richtig feines. Per Neudeutsch nennt man das Agroforst. Alles Aggro oder was? Nein, natürlich nicht. Heute befassen wir uns mit einer Landwirtschaftsform, die im Grunde uralt ist. Seit einigen Jahren geht von der Lausitz aus ein deutschlandweites Signal, wieder mehr Romantik in die Beziehung zwischen forst und Feld zu bringen.

(Was wir von Olivenhainen udn Korkeichenwäldern lernen können).

Agroforst - was ist das?

Ich habe im Podcast zwei fachkundige Personen zu Gast: Dr. Christian Böhm. Er ist Fachmann für Agroforstsysteme und Vorsitzender des Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.

Er wird uns mitnehmen in Hintergründe für dieses System, was wirklich vieles verändert.

Und dann habe ich noch Landwirt Thomas Domin aus Peickwitz besucht.

Bei knirschendem Frost sind wir auf seinen Agroforstflächen herumgestiefelt und ich habe ganz praktisch verstanden, was Agroforst bedeutet.

Warum das Ganze aus der Lausitz deutschlandweit ausstrahlt, dass erfährst du wenn du weiter liest und was du ganz persönlich tun kannst, um mehr Bäume auf die Äcker zu bringen. 

Ich möchte von Dr. Christian Böhm wissen, was Agroforst eigentlich ist.

Es ist eine Mischung aus Agrar- also Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Das bedeutet, Bäume und Sträucher werden auf den Feldern gepflanzt. 

Warum Agroforst in der Lausitz?

Da gibt es verschiedene Gründe:

Erstmal werden die Gehölzstreifen so angelegt, dass die Maschinen immer noch gut um die kleinen “Wäldchen” herum fahren können.

Die Gehölzstreifen sorgen dafür, dass der Boden auf der Fläche bleibt, daas es weniger windig ist, das Mikroklima besser und nicht zuletzt, sich auch Tiere ansiedeln.

Warum sind solche Systeme besonders in der Lausitz gut geeignet?

In der Lausitz ist ewiger Wassermangel. Sofort wenn ein Gehölzstreifen eingeordnet wird, dann bleibt mehr Wasser auf den Flächen. Aber auch, bei guten Bodenstandorten, bleiben die Böden erhalten. Damit bleiben die Erträge stabil.

Agroforst: Wer hat's erfunden?

Zunächst forschte Dr. Christian Böhm daran, Tagebauflächen mittels Gehölzen zu verbessern. Weil die Ergebnisse so überraschend gut waren, begann er, sich in Agroforstsysteme zu vertiefen. Seit 2019 gibt es den Verband Defaf.

Früher nannte man das übrigens: Baum-Feldwirtschaft. Hach. Der gute alte Heinrich Cotta, ein berühmter Forstwissenschaftler aus dem 19. Jahrhundert. Wenn du so willst, war das der Begründer der geregelten Forstwirtschaft. Also er hat als erster die wirtschaftlichen Ausbeutung von Wäldern voran getrieben. Wo stammt der Meister her? Nein, nicht ganz aus der Lausitz sondern aus Tharandt (Das ist nahe Dresden und da gibt es bis heute eine Forstwissenschaftliche Fakultät).

Ich finde aber eben auch den neuen Studiengang Sozialökonomisches Waldmanagement von Peter Wohlleben am der FH Eberswalde möglicherweise inzwischen etwas zeitgemäßer.

Aber zurück zur Agroforstwirtschaft. Diese Initiative, die hoffentlich noch viele viele Anhänger findet, ist quasi in der Lausitz geboren.

Warum wächst die Agroforst-Bewegung inzwischen deutschlandweit?

Es gab ein Forschungsprojekt – in der Lausitz, bei Thomas Domin.

Und in der Lausitz wurde der Fachverband für Agroforstwirtschaft gegründet, der schnell von 90 bis auf jetzt 600 Mitglieder gewachsen ist. Das Thema findet immer mehr Anklang, auch in der Praxis. Jedes Jahr entstehen neue Agroforstsysteme in Deutschland – auch wenn es noch viele Hürden gibt.

Die Menschen und das Thema Bäume steckt viele Menschen an. Es gibt viel ehrenamtliches Engagement, der Vorstand z.B. arbeitet ehrenamtlich. Und das Netzwerk ist kunterbunt und so entsteht eine breite Vernetzung zwischen unterschiedlichen Disziplinen.

Es gibt z.B. den Science Club, wo sich angehende Wissenschaftler sich vernetzen können.

Der Verband hat auch ehrenamtliche Agroforstbotschafter ernannt, die deutschlandweit für die Baum.-Feldwirtschaft werben, unter anderem Thomas Domin, den du nachher noch kennenlernst.

Doch bei allem Enthusiasmus. Im Prinzip wäre es ja einfach. Jeder Bauer in Deutschland pflanzt Gehölzstreifen. Aber sooooo einfach ist das nicht. Warum denn eigentlich? Ist doch eigentlich was Gutes, Bäume und Sträucher anzupflanzen, oder?

Es gibt einige Vorbehalte, z.B. weil die Flächen der Bauern z.T. nicht im Eigentum sind.

Und das zweite Hindernis ist das Geld, das investiert werden muss. Auch naturschutzrechtliche Rahmenbedingungen sind für Agroforstsysteme zumindest anstrengend. Es ist eine Nutzungsänderung. Und diese muss im Grunde genehmigt werden, denn es gibt keine Planungssicherheit.

Und lassen wir es mal so. Der wirtschaftliche Aspekt spielt hier eine Rolle. Es heißt immernoch Land- und Forstwirtschaft.

Das Ziel des Verbandes ist es, es den Bauern einfach zu machen, diese Gehölze auf ihren Flächen anzupflanzen. 

Und trotzdem sind in der Lausitz schon einige Betriebe dabei, Yeah!! Etwa 10 Betriebe in der Lausitz befassen sich derzeit mit Agroforst.

Agroforst sieht schön aus und hält ganz schön Wasser

Agroforst sieht übrigens schön aus. Die Hecken oder Gehölzstreifen gliedern die Landschaft. Doch „nebenbei“  bieten diese Streifen ja auch Lebensraum. Wirkt sich also auf die Biodiversität aus. Und das ist auch ganz gut untersucht.

Es sind noch lange nicht alle Arten untersucht worden, aber man kann eindeutig nachweisen, dass die meisten Arten von der stärkeren Strukturierung der Landschaft profitieren. Nicht ganz so fein finden das einige Offenlandarten. 

Was aber definitiv Fakt ist: Wasser bleibt gerade in usnerer Streusandkiste, der trockenen Lausitz, deutlich länger in der Landschaft. Das bestätigen auch die Wissenschaftler des Senckenberg Museums in Görlitz. Der Podcast dazu wird in den nächsten Wochen erscheinen, hör da unbedingt rein, warum wir Wasser so lange wie möglich bei uns in der Lausitz halten sollten.

Der Wind ist der Hauptfaktor der zur Austrocknung der Böden beiträgt. Die Gehölzstreifen sorgen dafür, dass der Wind abgebremst wird. Die Flächen werden so gekühlt und das Wasser bleibt. Immerhin 30 % weniger Verdunstung!

Mehr Agroforst für alle in der Lausitz

Das hat der Verband erforscht, doch es gibt ja noch weitere Projekte, die der Verband durchführt. 

Zum Beispiel wurden Agroforstbrote gebacken. Roggen von Landwirt Domin, der regional verbacken und als Brot verkauft wurde. Und ein weiteres Projekt wird durch den Verband koordiniert, in dem 50 Betriebe deutschlandweit mitmachen um Agroforst weiter zu erforschen.

Jetzt sind wir sehr sehr bei den Landwirten gewesen. Aber was können du und ich als Einzelpersonen machen, um Agroforst zu fördern? 

Da gibts mehrere Dinge, sagt Dr. Christian Böhm: 

  1. Agroforstprodukte kaufen
  2. Weiterempfehlen und Schulklassen und weiteren Menschen davon erzählen
  3. Spenden an den Verband
  4. Wandern gehen, sich den Strukturen erfreuen, sich an den Tieren erfreuen, die dort sich wohlfühlen
  5. Jeder kleine alte Bauerngarten mit Bäumen ist im Grunde ein archaisches Agroforstsytem – also Leude legt Waldgärten an. 
  6. Städtische Grünflächenämter – bitte legt Waldgärten in euren Städten an.

Fazit: Mehr Waldgarten für alle.

Agroforst praktisch - im Gespräch mit dem Landwirt

Ich treffe Thomas Domin, Landwirt aus Peickwitz, an einem bitterkalten Morgen.

Der Schnee knirscht unter unseren Füßen. Doch in der Teeküche sitzen und über Agroforst reden, das ist nicht die Sache des Landwirts.

Wir gehen auf den Acker, dorthin wo jetzt Agroforstflächen sind. Ich sehe eine einstmals riesige Ackerfläche, die sicherlich, so viel ist auch mir klar, mit den großen, modernen Maschinen sehr gut zu bewirtschaften war.

Nun ziehen sich Gehölzstreifen durch in Abständen durch die Landschaft. Der Schnee macht das Ganze noch eindrucksvoller. Eine klare Struktur.

Ich möchte wissen, warum er Gehölze pflanzt, wenn doch der Traktor nicht mehr ganz so schnell über den Acker brausen kann. 

Weil ihm sonst sein Produktionsmittel davon geweht wird. Die kostbare Ackerkrume. 

Und ich sehe Apfelbäume. 

Es sind vielerlei Obstgehölze, die als uraltes Agroforstsystem schon immer gegeben hat. Nun hat Bauer Domin gezeigt, dass Agroforst durchaus sehr vielfältig sein kann.

Darüber hinaus sind alte Wegeflächen, die sich noch im kommunalen Eigentum befinden und zu DDR Zeiten überpflügt worden sind, ebenfalls mit Gehölzen bepflanzt worden. Das macht die Fläche deutlich strukturierter, aber eben auch aufwändiger zu bewirtschaften.

Domin hat 2012 angefangen zu planen und 2015 waren die ersten Pflanzungen. 

Er erinnert sich gut an die Anfangszeiten, wo er mit der ganzen Familie die Bäumchen gepflegt hat.

Ziel ist auch hier, die Gehölze zu ernten, sprich zu nutzen. Domin konnte erstmals 2019 ernten und nimmt immer nur Teile der Gehölzflächen weg, so dass der kühlende, bodenerhaltende Efffekt erhalten bleibt.

Es ist auch eine Fläche für Experimente.

Agroforst für alle? Oder lieber nicht?

Und Hand aufs Herz. In der Theorie klingt das alles richtig gut. Aber hat das nun tatsächlich Effekte auf den Ertrag des Landwirts?

Es wird Humus direkt am und im Gehölzstreifen aufgebaut. Das ist auch messbar. Der Mehrertrag kann so nicht gemessen werden. Allerdings ist der Ertrag stabilisiert. Obwohl 10 % des Ackers mit Gehölzen aufgebaut und das wird ausgeglichen?

Könnten das alle Landwirte machen?

Domin kann es nur jedem empfehlen.

Wenn so ein System einmal steht, ist es dann fertig?

Nein, es kommen gelegentlich neue Flächen dazu oder aber es gibt neue Ideen, so dass ein Agroforstsystem quasi nie ganz fertig wird.

Die Tiere fühlen sich absolut wohl, Nicht nur die Rinder, sondern auch Hasen und Vögel suchen Schutz in der nun deutlich strukturierteren Landschaft.

Thomas Domin ist nicht nur Fan von Agroforstsystemen sondern auch Botschafter für diese Systeme.

Wenn ich Thomas Domin eine Wunschfee sende. Was wünscht er sich für die nächsten 10 Jahre?

Er wünscht sich, dass Agroforstsysteme nicht mehr Einzelmaßnahmen sind.

Und ich komme noch mal um die Ecke mit meiner Wunschfee. Was wünscht sich Dr. Christian Böhm für die nächsten 10 Jahre in Bezug auf Agroforst?

Eine gute Ausfinanzierung des Verbandes und eigene Agroforstflächen.

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Singende Seen – und die Vögel kommen zurück in die Lausitz

Singender See in der Lausitz und die Vögel kehren zurück

Februar in der Lausitz der singende See, Vogelhochzeit

und wenn winter is
so dass
bäche und seen zugefroren sind
dann geh mal an einen see und stell dich mal ganz still
ans ufer

und zwar an einem tag
wo es anfängt n bisschen zu tauen
wenn die sonne scheint und die temperaturen wechseln
dann

hör mal zu
was der see und
das eis dir erzählen

Lausitzliebe: Podcast für Natur und Umwelt

du bist im podcast lausitzliebe
das ist dein podcast für natur und umwelt
aus und für die lausitz
lausitzliebe für alle ist mein motto
und ich hoffe nach dem hören dieser folge auch deins

Wenn das Eis spricht: Winterliche Klänge am See

das eis schwingt
das eis überträgt schwingungen kilometerweit
weil die unterschiedlichen spannungen
natürlich
geräusche erzeugen
ich find das ganz ganz ganz faszinierend 

fast magisch
wie dieser see die ganze zeit
mit uns spricht 

dieser zugefrorene see

Februar in der Lausitz: Erste Stimmen der Vögel nach dem Winter

und du hörst auch n bisschen im hintergrund

vielleicht schon
das vögel zwitschern

wir haben ja gelernt
in der folge als es um die wintervögel ging 
hör da gerne mal rein (Stunde der Wintervögel)
sehr spannende einsichten
was die zählung der wintervögel in diesem jahr ergeben
hat in der Lausitz

dass
jetzt schon im februar
die balzzeit einiger vogelarten beginnt
und einige vogelarten auch schon zurückkommen aus dem süden

und die männchen
alles schön vorbereiten und dann die partnerinnen
mit einem
gebauten nest
empfangen

ob das jetzt wirklich hundertprozentig so ist
wie ich mir das in meinem romantischen geiste vorstelle
das werden wir erkunden.

Februar Lausitz: Spurenlesen zwischen Eis und Sonne

und ich bin jetzt an so nem
sonnigen februar tag
hier am start

was ich hier sehe 
das sind biber spuren
der kollege biber hat hier
ein bisschen an einem stamm rumgeraspelt

und
hier hab ich wieder spuren
könnte wolf sein
ich würd mich freuen wenn’s so wär

hier an den seen im lausitzer seenland
ist ja im winter nicht ganz so viel los
wie im sommer
da trauen sich auch
die tiere ein bisschen näher dran

und die sonne ist schon
kräftig
ich will nicht sagen es ist warm wir haben 
temperaturen unter null
aber
die sonne hat aus meiner sicht
ne andere power
die tage werden merklich länger

und trotzdem schläft die natur noch so n bisschen

Vorfrühling in der Lausitz: Raureif, Lichtungen und erste Farben

wie kannst du vögel beobachten erstmal indem du inne hältst
stehen bleibst
indem du einfach stehen bleibst

du kannst ganz viel natur erleben
wenn du einfach still bleibst und es beobachtest

also mal stehen bleiben

mal gucken was sind hier so für spuren

hier ist alles noch beraureift
sieht wunderschön aus

und hier grad auf so ner lichtung
trotzdem
scheint hier nur sehr spät die sonne hinzukommen
und hier ist alles noch voll reif

reif – das gleiche wort wie die apfelreife

optisch genauso schön

ja vorfrühling halt

du weißt ja maria lichtmes ist so n datum
was
in der lausitz vielleicht nicht ganz so häufig
gefeiert wird

unsere
sorbischen menschen feiern ja schon
im januar die vogelhochzeit

und
vertreiben mit den fastnachtsbräuchen den winter

Februar in der Lausitz: Sehnsucht nach Frühling

ich finde auch ehrlicherweise
so wichtig der winter natürlich ist
ist so zeit und ist auch okay

ich persönlich find ja immer februar
das ist die schwerste zeit des winters

weil
die sonne schon so hoch steht
und es einem alles
in allen fingern juckt

und hier um mich herum zwitschern die vögel

nicht wie im mai
aber sie zwitschern

sie sind da

und das war meine kleine einladung für dich
mal einen
spätwinterspaziergang zu machen

Seen im Winter: Eis, Nebel und Geschichten

wenn noch der see zugefroren ist 
und du einen in deiner nähe hast 
dann check das mal was der see dir erzählt

vielleicht kannst du auch den nebel aufsteigen sehen
das macht das ganze
in der sonne
noch ein bisschen mystischer und schöner

und die natur hat sich vorbereitet
überall sind schon knospen zu sehen

auch wenns hier noch knistert
das alles schon vorbereitet

Winter Lausitz: Ausblick auf den Frühling
und weißt du was das schöne is
dass wir wissen
es geht immer weiter

ja das war unser dein und mein kleiner winter
ein hochwinterspaziergang
und mit dem hoffnungsvollen ausblick auf den frühling

ganz viel lausitzliebe

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Wölfe abschießen??

Wölfe abschießen? Ein Kommentar

Wölfe abschießen?

Ist es soweit: Schießen statt Koexistenz?

Ist das unser Ernst? Haben wir immer noch nichts gelernt? Opfern wir den Wolf wirklich politischen Macht- und Klickbaiting Stimmen? 

Disclaimer: Das ist ein Kommentar.
Dein Podcast LausitzLiebe ist ein journalistisch recherchierter Podcast, der sich um Natur und Umwelt in der Lausitz befasst. Ich bin Jana Wieduwilt und hoste sowie moderiere diesen unabhängigen Podcast.

Ich wähle dieses Format für diese Folge, weil es – im Gegensatz zu anderen Folgen, meine Meinung klar und deutlich wiedergibt. 

Wölfe vom Naturschutz ins Jagdrecht

Das war 2025. Nun hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorgelegt, die es aus meiner Sicht in sich hat. Nämlich: Der Wolf ist jetzt ins Jagdgesetz eingeordnet worden.

Nicht mehr im Naturschutzgesetz.

Der Wolf ist jetzt jagdbar wie Wildschwein, Hirsch, Reh und Fuchs. Und ehrlich, ich halte schon mal gar nichts von der Jagd als solches – und nun darf der Wolf, den wir schon mal ausgerottet hatten, wieder ausgerottet werden. Glückwunsch.

In der Parlamentarischen Debatte waren unser Landwirtschaftsminister Alois Reiner und die CDU, die AfD und die SPD recht klar dafür. Die Linken und die Grünen dagegen. 

Das ist erstmal soweit, so schlecht. 

Wolf abschießen in der Lausitz? Warum das?

Was mich wirklich aufregt, neben der Tatsache, dass wir sehenden Auges nicht nur bewusst unsere Artenvielfalt und den Wolf in seiner wichtigen Funktion im Wald einschränken, sondern auch die Scheinheiligkeit, mit der die Ausrottung des Wildtieres begründet wird.

Sie wird begründet vom Gesetzentwerfer Bundeslandwirtschaftsministerium damit, dass man die Viehhalter schützen müsse, weil sie einen Beitrag zu unserer Kulturlandschaft leisten und – hör zu, aufgrund der Wölfe ihre Tätigkeit aufgeben müssten.

Und ja, viele Viehhalter haben es schwer. Aber nicht wegen der Wölfe. Schon jetzt lohnt sich z.B. Schafzucht zur reinen Verwertung nur schwer. Die meisten Schäfer erzielen mindestens 60 % ihres Einkommens – seit vielen Jahren bereits aus Landschaftspflegemaßnahmen. Die Schafe stellen durch ihr Fressen nämlich Offenlandschaften für besonders Arten her. So.

Man kann ganz genau sagen, wie viele Schafe gerissen wurden. Schafe und Ziegen sind Beute für den Wolf. Allerdings nur ein Bruchteil seiner sonstigen Nahrung.

Im Jahr 2024 fanden deutschlandweit etwas mehr als 1000 Angriffe von Wölfen auf (meist ungeschützte) Schaf- und/oder Ziegenherden statt. Und ja, der Wolf reißt Tiere. Das liegt in seiner Natur.

1,6 % der Wolfsnahrung sind Nutztiere

Ich zitiere aus dem Bericht des DBBW zu Prävention und Nutztierschäden. „Die Anzahl der von den Bundesländern bestätigten Wolfsübergriffe auf Nutztiere sank gegenüber dem Vorjahr deutschlandweit um 13 % und die Anzahl der geschädigten Nutztiere um 25 %.

Dabei verlief die Entwicklung der Schadenszahlen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. In den Ländern mit den meisten Wölfen (mehr als 10 Wolfsterritorien im Monitoringjahr 2023/24), nahm die Anzahl der wolfsverursachten Übergriffe in fast allen Bundesländern deutlich ab, während sie in Mecklenburg-Vorpommern anstieg (DBBW 2024)“

Die Ursache dafür sehen die Experten vom Wolfsinstitut Lupus, der Senckenberg Stiftung für Naturkunde, dem Leibnitz Institut für Naturforschung und dem Bundesamt für Naturschutz – immerhin doch sehr renommierte Forschungseinrichtungen, darin, dass die Schutzmaßnahmen der Herdenhalter inzwischen greifen. In Mecklenburg-Vorpommern, wohin sich der Wolf gerade ausbreitet, sind die Viehhalter noch nicht darauf eingestellt – dort sind die Schäden gestiegen. 

Und: Die Nahrung des Wolfes besteht zu mehr als 90 % aus Reh, Wildschwein und Co. Nutztiere machen 1,6 % seiner Nahrung aus. 1,6 Prozent. Das bedeutet von 365 Tagen im Jahr frisst ein Wolf an 5 Tagen Nutztiere. Alles klar?? 

Jeder Wolfsriss wird finanziell ausgeglichen. Seit 2000

Also noch mal anders erklärt: 

Für jedes vom Wolf gerissene Tier kann der Viehhalter bislang eine Ausgleichszahlung erhalten. Und diese Ausgaben sind kontinuierlich angestiegen. Noch viel wichtiger: Auch Herdenschutzmaßnahmen, wie Zäune und Co. werden gefördert. Schon seitdem die Wölfe wieder bei uns eingewandert sind. Sicher, ich gebe dem Argument Raum, dass die Viehhalter nicht nur bei der reinen Technik, wie Zäune, Elektroschutz und Co, sondern intensiver auch bei den Kosten für die ERRICHTUNG der Anlagen unterstützt werden müssen, keine Frage. 

In Brandenburg z.B. werden 100 % der Kosten für durch den Wolf getötete Tiere basierend auf dem Marktwert, 100 % der Tierarztkosten für die Behandlung verletzter Tiere max. bis zum ermittelten Marktwert, 100 % der Kosten für Sachschäden an Weidezäunen einschließlich des benötigten Zubehörs.

In Sachsen, bei Hobbyhaltern und Nebenerwerbslandwirten durchschnittlicher Marktwert, bei Betrieben kann tatsächlicher Erlös aus letztem Jahresabschluss herangezogen werden ja, 80 % der Tierarztkosten und Arbeitskosten für Suche nach vermissten Tieren, 100 % durch Übergriff zerstörtes Weidematerial, kein zeitlicher Ausgleich. 

So sieht es aus. 

Was viele Viehhalter zu Recht kritisieren, ist ein strukturelles Problem. Schaffen sie sich z.B. Herdenschutzhunde an, um ihre Tiere vor Wolfsangriffen zu schützen, werden zwar teilweise die Anschaffungskosten von mehreren 1000 Euro für die Hunde bezahlt. Aber das Futter, was so ein Hund zu sich nimmt, über die Jahre – das kostet und wird nicht bezahlt. Der Hund ist nur zwischen seinem 4. und 8. Lebensjahr wirklich einsatzfähig, vorher ist er zu jung und der Wolf nimmt werde zu junge noch ältere Tiere wirklich als Bedrohung wahr. 


Auch Viehhalter, die Wölfe lieben und mögen, müssen in Schutzmaßnahmen investieren, damit ihre Lebensgrundlage erhalten bleibt und ich finde es schlimm, wenn Schafe, Ziegen und Co. gerissen werden.

Doch ist ein Abschuss von Wölfen wirklich die Lösung – oder wird hier die Sichtweise der Naturschützer gegen die berechtigten Interessen der Viehhalter ausgespielt??

Wolf als Polemik-Beitrag??

Aber zu argumentieren, dass der Wolf den armen Ziegen und Schafen blutrünstig den Garaus macht – UND dass nur der ABSCHUSS des Wildtieres die Viehhalter rettet, sorry, dass ist schlicht und ergreifend, wenn nicht bewusst unehrlich, dann zumindest fahrlässig unreflektiert. Wir machen also in Deutschland ein Gesetz, dass das Jagdrecht ÜBER das Naturschutzrecht stellt. 

Dazu kommt, dass über Abschussquote und Co. die Jagdbehörden entscheiden. Was wollen Jagdbehörden: Genau. Jagen. Kannste dir also denken, was passieren wird. 

Hier wird also ganz ganz bewusst und reichlich polemisch mit der archaischen Urangst des Menschen vor dem Wolf gespielt, um – sorry not sorry auf populistische Weise die Angst auszunutzen, um die Interessen einer Lobby durchzusetzen.

Und ehrlich: Das regt mich auf. 

Unsere Abgeordneten im Bundestag haben dem in der Debatte mehrheitlich zugestimmt.

Übrigens wurde nicht nur der Wolf, sondern auch das MURMELTIER ins Jagdrecht aufgenommen. Ob das Murmeltier auch die Viehhaltung ärgert, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls wurde das in der Parlamentsdebatte nicht erwähnt.

Warum den Wolf erhalten?

So, und warum sollte denn der Wolf uns erhalten bleiben?

1. Was ist das für eine Frage? Es ist ein Lebewesen. Bist du Gott, dass du über andere Wesen richten kannst? Bin ich Gott? Wer sind wir denn, dass wir glauben, die Natur steuern zu können. Nein. 

2. Der Wolf rettet Wälder. Er reguliert das Rotwild, das wir in Deutschland reichlich haben. Rotwild verbeißt, weil es so zahlreich vorkommt, die jungen Bäume. Waldverjüngung findet in den dichten Rotwildbeständen also nicht statt. Weniger Rotwild mehr Bäume, besseres Klima.

3. Der Wolf ist die Gesundheitspolizei des Waldes: Durch das Entfernen kranker Tiere verbessern Wölfe die Gesundheit der gesamten Beutepopulation.

4. Wiederherstellung des Ökosystems: Die Rückkehr des Wolfs ist ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem und trägt zur Artenvielfalt bei.

5. Könnte es sein, dass der Wolf einfach schön ist. Ein schönes, scheues Tier, das wir noch viel zu wenig erforscht haben.

6. Wir jagen zum Vergnügen. Wir sind SATT. Wir töten. AUS VERGNÜGEN.

Wolf abschießen: Fazit

Fazit:

Fazit: Der Wolf gehört zur Lausitz. Auch die Landwirte gehören zur Lausitz. Vor allem gehören sie zur LausitzLiebe und da finde ich ein Miteinander in einer Abwägung der Interessen als ganz ganz wesentlich. Hör dazu gern in meinen Wolfspodcast rein, Episoden 15 und 16, wenn du ganz viel über das Verhalten dieser wertvollen Tiere wissen und dir selbst eine Meinung bilden möchtest. Und abonniere den Kanal, denn demnächst kommt eine Folge mit Schäfern, die ihre Erfahrungen berichten. 

Ich wünsche dir und mir eine ehrliche lobbyfreie Politik und ganz viel LausitzLiebe.

 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Stunde der Wintervögel in der Lausitz

Stunde der Wintervögel in der Lausitz

Stunde der Wintervögel in der Lausitz Lausitzliebe

Alljährlich im Januar wird gezählt. Der Nabu ruft seit 16 Jahren dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen. Egal wo, im Garten, im Park oder auf dem Balkon. Die Ergebnisse werden bundesweit erfasst und in einer Art Live-Ticker im Netz auf den Seiten des NABU zur Verfügung gestellt. Ich habe mir die Auswertungen für die Landkreise der Lausitz mal angesehen und dazu auch wieder einen Gast in der Sendung.

Naturpilgerin Jana Wieduwilt und LausitzLiebe

Ich bin Naturpilgerin Jana Wieduwilt. Weißt du, mein Anliegen mit diesem Podcast ist es, dich mitzunehmen in unsere schöne Lausitz. Dich mitzunehmen, dich auf spannende Sachen aufmerksam zu machen und gemeinsam mit dir zu lernen. Vor allem zu lernen oder auch zu sehen, was kann ich eigentlich als kleines Menschlein tun, damit unsere Lausitz enkeltauglich bleibt. Wenn wegen dieses Podcasts auch nur ein Vögelchen nicht an eine Fensterscheibe fliegt, ein Baum weniger gefällt oder verstümmelt und eine gute Portion Fadenwürmer mehr satt werden, weil Laubhaufen auch mal liegenbleiben dürfen, dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht.

Du kannst meine Arbeit unterstützen, indem du den Podcast likest, kommentierst und abonnierst. Danke dafür. Und jetzt kommen wir zur Stunde der Wintervögel.

Stunde der Wintervögel: Citizen Science in der Lausitz

Das ist im Grunde genommen ein Citizen Science Projekt. Das bedeutet, die Bürger beteiligen sich an der Wissenschaft. Jeder, der möchte, kann helfen und eine Stunde lang Vögel zählen. Das ganze wird Online eingegeben und ist dann auf der NABU Website zu finden. Da es ja eine Lausitz als administrativen Bereich nicht gibt, habe ich mir die dauzgehörigen Landkreise in Brandenburg und Sachsen angesehen.

Wintervogelzählung Lausitz: Häufigste Arten

Die Rangfolge ist bei fast allen Landkreisen

Kohlmeise, Haussperling, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Grünfink. Zusammengezählt die Lausitzer Landkreise und Cottbus sind z.B. in der einen Stunde 17.000 Kohlmeisen, fast genausoviele Haussperlinge gezählt worden. Amseln waren rund 2.600 am Start. Klingt alles schön und das ist es ja auch..

Bestandsentwicklung der Wintervögel

Trotzdem ist der Bestand an Haussperlingen überall konstant, in einigen Gegenden leicht rückläufig. Erfreut hat mich persönlich, dass meine geliebte Amsel ebenfalls häufig gesichtet wurde und sich ihr Bestand zumindest im Brandenburgischen Teil der Lausitz offenbar leicht erholt hat.

Auch das Rotkehlchen kommt zwar nicht ganz so häufig in der absoluten Zahl, aber doch in rund 70 % der Zählstellen vor. Das finde ich schon mal ganz gut.

Weitere Wintervögel in Senftenberg und der Lausitz

Ansonsten wurden unter anderem noch Grünfinken, Bergfinken, Kranich, Stieglitz und Buntspecht gesichtet.

Rückgang beim Eichelhäher

Was ist mir noch aufgefallen? Erschreckt hat mich, dass der Eichelhäher, ein prächtiger Vogel, der noch dazu Eicheln „pflanzt“, um fast ¼ zurückgegangen ist. Der Eichelhäher ist einer meiner Lieblingsvögel, ich mag ihre majestätische Art – und auch ihr Aussehen. Rotbraun und schwarz-weiß gestreift sieht der stattliche Vogel aus – und ich mag ihn sehr. Als ich in die Lausitz zurückkam, ist er mir häufig aufgefallen – doch jetzt, wo ich drüber nachdenke, habe ich ihn schon länger nicht mehr gesehen.

NABU Senftenberg: Gespräch mit Toralf Nowatzki

Ich habe noch einige Fragen zum Thema Wintervögel. Dankbar bin ich, dass ich beim NABU Senftenberg Toralf Nowatzki treffen konnte. Er befasst sich seit seiner Kindheit als Hobby mit dem Thema Ornithologie und er nimmt mich mit auf einen kurzen Spaziergang durch den Senftenberger Schlosspark.

Wo und wann gibt es Wintervögel zu beobachten

Vor allem am frühen Abend, kurz vor dem Dunkelwerden und am morgen nachdem es hell wird. Dann müssen die Vögel dringend fressen und wagen sich aus der Deckung. Das Wichtigste: Stehenbleiben. Schauen und Lauschen.

Welche Arten von Vögeln gibt es?

Es gibt Körnerfresser, Insektenfresser und Allesfresser. 

Eisvogel in Senftenberg ??

In Senftenberg kann man den Eisvogel sehen??? Wo denn?

Früh am Stadthafen. Stehenbleiben gucken und hören, Eisvogel sind ruffreudig. Und ein Eisvogel muss Fisch fressen, deshalb ist er an frühen, stillen Morgen dort zu beobachten.

Vögel bestimmen: Wie geht das?

Wie findet man denn raus, was für ein Vogel das gerade ist?
Man kann einfache Apps benutzen, in ein Bestimmungsbuch schauen oder an einer Führung teilnehmen.

Wintervögel füttern: sinnvoll oder nicht

Vogel füttern, wie soll man es machen?
Grundsätzlich, so lerne ich, ist es nicht schädlich, Vögel im Winter zu füttern, aber eben auch nicht notwendig. Klar, es macht Spaß, die bunte Vogelschar am Fenster oder im Garten zu beobachten. Etwas nachdenklich wurde ich, als ich einen Artikel vom NABU Berlin gelesen habe.

Dort wird beschrieben, wie man am sinnvollsten füttert, nämlich so, dass das Futter nicht durch Kot verunreinigt werden kann.

Mein schönes Futterhäuschen ist also eigentlich nicht ganz so günstig, weil das Futter ja offen drin liegt und die Vögel eben das Futter selbst verunreinigen können. Meisenknödel oder auch selbst gemachte Futtertöpfe zum Aufhängen sind eine Lösung. Auch bei der Wahl des Futters ist Vorsicht geboten.

Wir haben gelernt, dass es verschiedene Vogelarten gibt. Körnerfresser, Insektenfresser und Allesfresser. Je nach dem, was die Vögel sind, sollten sie gefüttert werden.

Wir können mit Mais zum Beispiel, der in manchen fertigen Supermarkt-Futtermischungen drin ist, gar nicht helfen. Das fressen die Tiere sonst auch nicht, es bekommt ihnen also auch nicht.

Warum der Bestand der Wintervögel zurückgeht

Fakt ist, der Bestand an Vögeln ist zurückgegangen. Das hat mehrere Gründe.

Unter anderem der Verlust der Lebensräume, der zunehmende Verkehr, aber auch die immer größeren Fensterfronten die durch Reflektion die Tiere verwirren. Am wichtigsten aber ist der Verlust der Lebensräume. Je aufgeräumter Parks und Gärten, desto weniger Lebensräume für unsere Wintervögel!

Vogelwanderungen in der Lausitz und Stunde der Gartenvögel

Also, wenn du mehr zum Thema Vögel in der Lausitz wissen möchtest, geh mit auf eine der Führungen. Es gibt mehrere Vogelwanderungen im Lausitzer Gebiet. Für den NaBU Senftenberg und Toralf Nowatzki kann ich sagen, dass es wieder eine Wanderung zur Stunde der Gartenvögel geben wird. Das ist im Mai. Wenn du möchtest und mir schreibst, geh ich mit LausitzLiebe gerne mit.

Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir, wie immer ganz viel LausitzLiebe.

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Winter in der Lausitz – Spaziergang am Senftenberger See

Winter in der Lausitz - Spaziergang am Senftenberger See

Winter in der Lausitz. Spaziergang am Senftenberger See

Winter in der Lausitz ist selten. Genau deshalb nehme ich dich heute mit raus an den Senftenberger See. Was mir dort passiert ist, war überaus selten, akustisch, spannend. Diese Geschichte stammt aus dem Podcast LausitzLiebe – deinem Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. Lausitzliebe für alle ist das Motto.

Lausitz Liebe im Winterwald bei Senftenberg

Heute bin ich mit dir im Lausitzer Winterwald. Über Nacht sind tatsächlich fünfzehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Sonnenschein, keine Niederschläge, blauer Himmel. Schnee liegt auf den Bäumen, alles ist dick mit einer schweren Frau-Holle-Schneeschicht bedeckt. Es ist ruhig, klar, beeindruckend.

Winter am Senftenberger See: Alleinsein als Ausnahme

Der Senftenberger See ist ein sehr beliebtes Erholungsgebiet im Lausitzer Seenland. Heute ist hier außer mir niemand. Das ist selten. Es gibt Stellen, die du dir suchen kannst, an denen du ganz allein bist – selbst an so einem herrlichen Wintertag. Der Schnee zeichnet Konturen nach, macht Landschaft sichtbar.

Schneelandschaft Lausitz: Bäume, Formen, Architektur

Ich stehe vor einer jungen Eiche, vielleicht zwanzig Jahre alt. Waagerecht abstehende Äste, jeder einzelne mit einem kleinen Schneeberg bedeckt. In der Sonne zeichnet sich die Architektur des Baumes ab, als wäre sie mit einem Fineliner nachgezogen. Kiefern tragen Schnee in den Kronen. Still. Romantisch. Du hörst nur meine Schritte im Schnee.

Eigene Wege gehen: Winterspaziergang in der Lausitz

Am Ufer des Senftenberger Sees kannst du direkt entlanglaufen, ein Stück weit, ganz allein. Du darfst deine eigene Spur finden. Abseits der breiten Wege entdeckst du Details, die sonst verloren gehen. Der See ist in Ufernähe zugefroren, weiter draußen offen. Schwäne sind da, mehrere Familien. Sie singen oder schimpfen.

Tierspuren im Schnee am Senftenberger See

Wenn du eigene Wege gehst, siehst du Spuren. Kleine parallele Abdrücke von Vögeln, wie ein Näh- oder Strickmuster. Dann eine lange Schnürspur, perlenartig, fast wie Hundetatzen. Kurz kommt der Gedanke an einen Wolf, aber hier am Senftenberger See passt das nicht. Zu klein. Wahrscheinlich ein Fuchs. Wenn du mehr zum Wolf wissen willst, schau hier rein: Wölfe in der Lausitz

Winter in der Lausitz: Reinheit und Stille

Unberührte Schneeflächen, Sonne nach Neuschnee – das verändert alles. Der Schnee deckt Wege zu, Pflanzen, Kräuter, auch das, was sonst stört. Müll, Unordnung, alles verschwindet unter dieser dämpfenden Decke. Der See wirkt rein und pur. Die Erde scheint sich einzupacken, die Bäume tragen weiße Jacken.

Rundwanderweg Senftenberger See im Winter

Ich stapfe weiter, fünfzehn Zentimeter Neuschnee machen es anstrengend. Am Rundwanderweg wurde eine schmale Spur geschoben. Mehr braucht es nicht. Das Gehen ist einfacher, trotzdem ist niemand hier. Absolute Stille. Von der Insel her höre ich Kraniche, dann eine Krähe. Zwei Kiefern, darunter Bänke mit Blick auf den See. Im Sommer sieht das hier komplett anders aus.

Winterruhe in der Lausitz: Natur im Winterschlaf

Kaum Wind, unberührter Schnee. Frau Holle hat das Land zugedeckt, damit es schlafen kann. Winterschlaf. Gut zu wissen, dass Frühling und Sommer wiederkommen. Und dann wieder Herbst und Winter. Dieses Auf und Ab der Jahreszeiten ist ein Grund, warum ich die Lausitz mag und liebe.

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Das Wunder unter unseren Füßen – der Boden

Das Wunder unter unseren Füßen - der Boden

Bodenökologie, Lausitz, Lausitzliebe, Dr. Karin Hohberg, Senckenberg Görlitz, Fadenwürmer, Tagebau Lausitz

In dieser Episode geht es um Boden. Lausitzer Boden. Ohne fruchtbaren, guten Boden kein Leben. Lies oder höre vom Krimi auf dem Acker, 20.000 Tierchen in einem Esslöffel Erde und von der Zeit, die es braucht, bis sich in toter Tagebau-Erde wieder Leben gebildet hat. 

Wir latschen drüber. Manchmal achtsam. Meistens nicht. Es ist die Grundlage unseres Lebens. Und manchmal, wenn daran viel gearbeitet wird, fällt uns auf, dass es noch eine Dimension gibt, die wir allzuoft außer Acht lassen. Heute geht es im Podcast LausitzLiebe um Boden. 

In der Lausitz ist in diesem Boden der ein oder andere Schatz – Bodenschatz. Gerade hier in der Lausitz, in dieser vernarbten Landschaft spielt der Boden eine ganz besondere Rolle. Braunkohle, Tagebau, Massive Landschaftszerstörung, Landschaftsumbau, ein Seenland, Rekultivierung… Hier in der Lausitz unter dem – zumindest in der Niederlausitz größten Teil Sandboden, geht ganz schön die Party ab.

Ich wollte das mal genauer wissen und habe mich mit Frau Dr. Karin Hohberg getroffen. Sie arbeitet im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und erforscht dort zum Thema Bodenökologie. Dr. Karin Hohberg untersucht, welche Artengemeinschaften besonders gestörte oder junge Böden in extremen Lebensräumen bewohnen. Und in der Lausitz haben wir solche Extremstandorte. 

Und keine Sorge, dieses Episode ist spannend, wie ein Krimi, denn: Zu unseren Füßen liegt ein großes Wunder. 

Herzlich willkommen bei LausitzLiebe. 

Das ist deine Plattform für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Lesen dieser Episode, auch deins. 

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration und auch darum, was zu lernen. Jeder einzelne kann nämlich was tun, auch heute lernen wir, was du und ich für einen gesunden Boden tun können – und warum wir das machen sollten. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und begebe mich heute auf Spurensuche zwischen Bodenkrümeln, Fadenwurm und Bärtierchen.

Bevor es los geht noch eine Bitte: 

Wenn dir gefällt, was du hier erfährst, teile diese Episode und kommentiere gerne. 

Weißt du, wenn aufgrund dieses Blogs auch nur Baum weniger gefällt oder verstümmelt wird, ein Laubsauger mehr verschrottet und ein Laubhaufen mehr liegen bleiben darf – dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht. Also: LausitzLiebe für alle. 

Und eines kann ich dir sagen. Mir ist heute wieder einmal bewusst geworden, wie VIELE Stellschrauben du und ich im Alltag haben, um unsere Mutter Erde ein bisschen zu unterstützen, mit all den Belastungen fertig zu werden.

Und ja, du kannst natürlich spektakulär vom Weltall aus das Ganze analysieren – oder, wenn du eher so bist, wie ich, einfach direkt vor deiner eigenen Haustüre anfangen mit winzig kleinen Schritten. Jeder davon zählt. Ich danke dir dafür, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen.

Doch jetzt erst einmal zu einer grundlegenden Fragestellung. Ich denke, es ist klar, dass gesunder Boden besser ist als toter oder ungesunder Boden.

Wo etwas tot ist, wächst nix. Das hast du in der Lausitz sicher schon mal beobachtet, wenn du einen offenen Tagebau angesehen hast. Da ist nichts, außer Mondlandschaft und Sand.

Disclaimer: Ich weiß, dass die Kohle über Jahrhunderte die Region und auch Identität geprägt hat. Und ja, ich kann das Steigerlied auch singen – und identifiziere mich durchaus als Tochter der Bergbauregion. Daher ist das hier kein Kohle-Bashing. (Und by the way: Ich mochte die Landschaftszerstörung noch nie.)

Doch mit meinem heutigen Verständnis finde ich es gut, die Wunden, die wir Menschen in die Lausitz gerissen haben, sanft vernarben zu lassen. Auch dafür steht LausitzLiebe.

So nun zu meiner Frage. Ich möchte von Dr. Karin Hohberg, die eine renommierte Wissenschaftlerin von internationalem Rang ist, wissen: Was macht eigentlich einen gesunden Boden aus? Woran erkennt sie gesunden, reichen Boden?

Fassen wir zusammen, was ein gesunder Boden ist:

  • Organisches Material
  • Schichtung des Bodens
  • Leben von winzig kleinen Lebewesen

So jetzt gehen wir noch mal zum Tagebau. Da wird ein tiefes Loch gebuddelt, um an die Kohle unter dem Deckgebirge ran zu kommen. Die Erde muss also weg. Wenn die Kohle dann draußen ist, wird das, was abgebaggert wurde, wieder ins Loch geschüttet, oftmals von großer Höhe. Also toter Boden. Organismenfrei. 

Boden nach dem Tagebau - Forschungsergebnisse

Professor Dunger hat die Rekultivierung und Besiedlung von Schüttsubstraten untersucht. Diese Untersuchungen laufen seit den 1960er Jahren. 

Ich möchte wissen, wenn dieser nach oben geholte Boden tot ist, wie schnell oder langsam braucht es denn, bis dieser Boden wieder Spuren von Leben aufweist, wenn der Mensch die Schüttungen nach dem Auskohlen sich selbst und der natürlichen überlässt?

Wie lange bis wieder Leben drin ist?

Die tierische Besiedlung geht es recht schnell. Die kleinen Tierchen kommen mit dem Wind und bilden recht schnell Lebensgemeinschaften. 

Was aber dauert, bis es richtiger gewachsener Boden ist, das kann Jahrhunderte oder Jahrtausende dauern. 

Jetzt haben wir 2-30 cm Rohböden… das ist arm. Wann ist Boden eigentlich Boden:

Wann ist Boden eigentlich Boden?

Boden braucht:

  • Mineralische Substanz – Gesteine
  • Tote Organische Substanz, Humus
  • Bakterien, Pilze, Bodentiere
  • Wasser und Luft

Boden ist es erst, wenn es diese Schichtung, diese Ordnung hat.

Zum Beispiel Regenwürmer lieben diese Ordnung.

Doch noch mal zurück zu den Forschungen. Wen genau hat denn Frau Dr. Karin Hoberg als erste Bewohner auf den ehemaligen Tagebauen gefunden?

Welche Art kommt als erste?

Bakterien kommen immer zuerst, oft sind Samen von Pflanzen da, Überdauerungsstadien von Tieren und z.B. auch Grünalgen. Das ist dann die Nahrung für die Fadenwürmer

Bärtierchen kommen etwas später.

Von Bärtierchen und Fadenwürmern

Bärtierchen gehören mit zu den ersten. Die halten eben, wie auch die Fadenwürmer allerlei Ungemach aus. Also wenn du so willst. Fadenwürmer und Bärtierchen sind resilienzerprobt. Und sie sind die Grundlage für die “Wiederbesiedlung”. Denn nach und nach kommen die ersten Pflanzen und weitere, größere Bodentiere. Und dann?

Es bilden sich Nahrungsnetze. (Ausführlicher wird das im Podcast beleuchtet)

Doch was sind denn eigentlich Fadenwürmer und Bärtierchen?? Hört sich ja fancy bis unappetitlich an.

Fadenwürmer sind wirbellose Geschöpfe in so einer großen Vielfalt, die alles mit bewegen. Und die Bärtierchen – hach, ich hab mich ein bisschen in die verliebt. Bärtierchen können „gucken“, also hell und dunkel unterscheiden und haben winzig kleine Beinchen.

Warum sind diese denn so wichtig für die Bodenbildung?

Fadenwürmer bewegen alles

Die Bakterienfresser sorgen dafür, dass die Bakterienmasse im Boden immer umgewälzt wird.

Die Aktivität der Bakteriengemeinschaft wird gesteigert.

Ohne Fadenwürmer läuft mal gar nichts im Boden. 25 % weniger Zersetzung ohne sie.

Ein Hoch auf die Fadenwürmer und Bärtierchen (auch weil sie so niedlich sind).

Darüber habe ich mir übrigens noch nie Gedanken gemacht, WAS eigentlich dafür sorgt, dass wir im Beet Radieschen, Salat und Kräuter ernten können. Und siehe da. Fadenwürmer. Und Bakterien, Und Pilze. Krass!

 

Und auch das Pflanzenwachstum wurde um 8 % gesteigert, auch von den pflanzenanstechenden Exemplaren, also die, die sich gerne mal die Wurzeln von Pflanzen schnappen, um sich zu ernähren. Und jetzt sind wir bei einem weiteren Thema angelangt:

Schadet die moderne Landwirtschaft den Fadenwürmern und ihren Kumpels, den Bärtierchen?

Schadet moderne Landwirtschaft den Bodentieren?

Nicht die Anzahl der Bodentiere sinkt, je mehr Pestizide eingeseztt werden. Auf Dauer verlieren wir die Vielfalt der Bodentiere.

Je mehr Pestizide im Boden, desto weniger Vielfalt an Bodentieren ist möglich. 

Böden - nach dem Tagebau - die größte Überraschung

Was genau hat Dr. Karin Hohberg eigentlich überrascht an ihren Untersuchungen rund um die Tagebauböden, zwischen den Tagebauen Welzow und Berzdorf?

Sie sagt, dass die Besiedlung auch auf sauren Böden, die vom Menschen nicht angefasst werden, so schnell geht, war das Ergebnis mit dem die Wissenschaftler überhaupt nicht gerechnet hatten. Sie waren davon ausgegangen, dass rekultivierende Maßnahmen, Bepflanzung, Einrbingen von Kalk etc. andere Ergebnisse bringt. Aber die Natur hilft sich selbst ganz gut. 

Die Bodensäule im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Im Museum steht eine riesige Bodensäule. Das ist eine Bodenprobe, die die Wissenschaftler entnehmen, und die sie dann auf Bodenlebewesen untersuchen. Nun ist eine Original Bodenprobe im Senckenberg Museum nachgebaut mit 60facher Vergrößerung. Das bedeutet, diese Bodensäule zeigt in XXL alles, was die Forscher im Boden gefunden haben.

Das ist ein bisschen geschummelt, denn im echten Boden würde man die Bodentiere so wie im Museum nicht sehen können. Die müssen nämlich nunja, ich würde sagen, aus dem Boden hinauskomplimentiert werden.

Das tun die Wissenschaftler, indem sie den Boden wärmer und damit unangenehmer machen und so wandern die Bodenbewohner langsam nach unten, wo sie von den Forschern willkommen geheißen werden. 

Wie viele Bodentierechen sind in 1 EL Erde?

Ich frage mich – und auch Dr. Karin Hohberg, wie viele von diesen Fadenwürmern und Bärtierchen sind denn in einem Esslöffel Boden drin – und wie stellt ein Forscher, eine Forscherin das fest?

Es sind ungefähr 10.000 – 20.000 Tiere drin. 20.000!

Die werden alle gezählt. Und etwa 100 davon werden bestimmt. So dass man dann hochrechnet, wie viele von welchr Art in etwa in der Bodenprobe drin sind. Klingt nach ganz schön viel Arbeit. Wie viele Arten Fadenwürmer sind denn eigentlich überhaupt in Deutschland zu Hause?

Etwa 3000 Arten. Also verschiedene. Finde ich schon mal sehr bemerkenswert. Und es sind ja sicher immer noch nicht alle gefunden. Weltweit gibt es 27.000 Arten. In Worten 27. TAUSEND. Das ist, so die Wissenschaftlerin, nur maximal 10 % von dem, was da ist. Man spricht von 500.000 Arten, vielleicht auch 1 Million Arten. Nicht Tiere. Arten. Da geht aber ganz schön was in der Fadenwürmer Family.

Wenn ich jetzt einen Löffel Boden in der Tasche hätte – und den der Wissenschaftlerin geben würde, könnte sie anhand der Tiere da drin feststellen, wo der Boden herkommt?

Das könnte sie und sie könnte mir anhand der Tierchen da drin sagen, ob es Ackerboden, Wiese oder Waldboden ist. Krass!

Boden braucht

Boden braucht vier Komponenten 

  • Mineralische Substanz – Gesteine
  • Tote Organische Substanz, Humus
  • Bakterien, Pilze, Bodentiere
  • Wasser und Luft

Boden ist es erst, wenn es diese Schichtung, diese Ordnung hat. Wir haben gelernt, dass selbst nach großen Eingriffen in den Boden die Wiederbesiedlung von “toten Kippenböden” erstaunlich schnell erfolgt. Bis es dann guter Boden wird, dauert es jedoch auch mit den hilfreichen Mini-Tierchen Jahrhunderte. Insofern finde ich es folgerichtig, guten Boden zu erhalten. Doch wie soll das gehen? Was kannst du, was kann ich dafür tun, um Boden zu erhalten??

Was du und ich tun können, um Boden zu erhalten

Laubhaufen liegen lassen zum Beispiel. Vielfalt an Pflanzen, auch im eigenen Garten zulassen. (Ja, auch „Unkräuter“ gehören zur Vielfalt). Boden nicht verdichten, nicht versiegeln. 

Es muss einen gesunden Kompromiss aus menschlichem Ordnungsempfinden, praktischen Erfordernissen und Bodenpflege geben. Wenn diese Episode vielleicht ein bisschen dafür beiträgt, freue ich mich sehr. 

Fassen wir noch mal zusammen.

Das Laub ist ja deshalb wichtig, weil aus den Blättern im Grunde genommen durch 100-faches “Durchkauen” durch Regenwürmer, Bakterien, Bärtierchen und Co. am Ende die Nährstoffe wieder extrahiert werden, in einer Form, die die Pflanzen wieder aufnehmen können. Verstehst du das? Unsere Bodentierchen sind also im Grunde eine Art Riesen-Dauerschredder.

Sie können aber eben nur schreddern, was da ist – in Form von organischer Substanz, die auf dem Boden vorhanden ist.

Und dann haben die Pflanzen auch wieder lecker was zu mampfen und gedeihen besser oder überhaupt.

Wie bedeutsam sind denn diese Fadenwürmer für uns?

Alle Fadenwürmer auf der Erde zusammengenommen (das sind winzige Tierchen im Micrometerbereich) wiegen etwa so viel wie 80 % aller Menschen auf der Erde. Und wenn man überlegt, dass die Würmchen einfach überall sind, sogar in der Wüste – wird klar, welch riesiges Geheimnis sie zu unseren Füßen beherbergen.

Krimi auf dem Acker

Ich wollte noch mal wissen: Wenn ich eine recht unfruchtbare Erde habe, also Brandenburger Karnickelsand. Und ich würde da einen Eimer Fadenwürmer drauf kippen, würde das dann die Bodenbildung beschleunigen?

Das kann man so nicht sagen. Aber Fadenwürmer können tatsächlich die Ernte deutlich verbessen, indem die richtigen Arten gegen Schädlinge, die die Wurzeln anfressen eingesetzt werden. Fadenwurm verspeist die Wurzelfresser!

Na das ist ja mal ne gute Nachricht. Fadenwürmer können als biologische Abwehr gegen Schädlinge in der Landwirtschaft verwendet werden. Ich finde das gut. 

Doch noch ein Aspekt ist sehr interessant. Fadenwürmer können überdauern, sagte sie. Das bedeutet, diese Tiere können unheimlich lange OHNE alles sein. Sie frieren geradezu ein. Also wenn du heute einen Fadenwurm triffst, könnte der, rein theoretisch, uralt sein. 

Denn Fadenwürmer überdauern dürre Zeiten, indem sie einfach „austrocknen“. Der Prozess ist komplex und wird im Podcast beschrieben. Aber sie überleben lange ohne jegliches Nahrungsangebot und in feindlicher Umgebung.

Noch mal zum Krimi: Also, der Bauer sät und bringt mit der Saat die Fadenwürmer aus. diese sind erstmal inaktiv, weil ja erstmal nix feines da ist, nichts zu essen. Pirschen sich dann die Schädlinge ran, die der Pflanze gefährlich werden, werden die Fadenwürmer wach und siedeln sich in den Schädlingen an, um ihnen dann den Garaus zu machen. Ein Krimi auf unseren Äckern. Ohne dass wir das bemerken. Und ohne Pestizide. Ist doch Klasse, oder was meinst du?

Für die Zukunft

Dr. Karin Hohberg wünscht sich mehr Wasser in der Lausitz Ein Wunsch den ich auch habe. Doch was kann man denn machen, damit wieder mehr Wasser in der Lausitz ist? Darüber äußert sich die Wissenschaftlerin im Podcast.

Habt Hoffnung

Wow. Was für ein Ritt. Durch unseren Boden. Ich habe viel gelernt und ich hoffe, du auch.

Je länger ich, übrigens ehrenamtlich, an diesem Projekt arbeite, umso intensiver wird mir bewusst, auf einer tieferen Ebene, wie eng alles miteinander verzahnt ist.

Wie fragil um Grunde unsere Natur ist – und wie resilient und stark auf der anderen Seite.

Ich bemerke und hinterfrage auch mehr und mehr meinen ganz persönlichen Einfluss auf die Sache. Na klar, kann ich nichts machen, damit es öfter regnet.

Und doch kann ich zumindest in meinem Tanzbereich achtsam mit den Pflanzen, Tieren, Wasser und Boden umgehen.

Ich kann schauen, dass ich ressourcenschonend lebe. Ob das immer gelingt? Nein sicher nicht.

Ob es dann sinnlos ist, weil ich einzelnes Menschlein viel zu klein bin? Nein auf keinen Fall. Jeder winzige Schritt zählt.

Ein Laubblatt ist für Millionen von Fadenwürmern die Welt. Und ein stehen gelassener Baum ein Biotop für hunderte Arten. Ein Boden, der nicht verdichtet ist, bleibt reich und krümelig. Und eine gemulchte Fläche im Garten statt nackter Erde hilft vielleicht auch schon. 

Ich möchte Jane Goodall zitieren, die berühmte Schimpansenforscherin und Botschafterin für ein neues Miteinander. „Habt Hoffnung. Es liegt in eurer Wirkmacht, einen Unterschied zu machen. Gebt nicht auf.LausitzLiebe für alle, möchte ich ergänzen.

Ich danke dem Senckenberg Museum Görlitz für die Möglichkeit, meine Fragen stellen zu dürfen – und besonders Frau Dr. Karin Hohberg für dieses wunderbar inspirierende Gespräch.

Dir wünsche ich, dass du viele Erkenntnisse und Aha.Momente hattest und wie immer ganz viel LausitzLiebe. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin Jana Wieduwilt

Wo der Wolf wohnt – LausitzLiebe auf Wolfsexkursion

Wo der Wolf wohnt - LausitzLiebe auf Wolfsexkursion

Man sagt, zu Vollmond heulen die Wölfe. Und man sagt auch, dass die Lausitz ein Wolfsgebiet ist. Heute bin ich mit Stephan Kaasche von Wolfswandern draußen und wir gehen auf Spurensuche nach dem Lausitzer Wolf, dem Europäischen Grauwolf. Der Wolfsexperte teilt mit mir und mit dir, ob Wölfe gefährlich sind, wie du dich in der freien Wildbahn verhalten solltest - und wo du - mit etwas Geduld und Glück wirklich Wölfe in der Natur sehen und beobachten kannst. Du bist im Podcast LausitzLiebe. Das ist dein Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Hören dieser Folge, auch deins. Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und begebe mich mit dir auf die Spuren der Wölfe in der Lausitz.

Man sagt, zu Vollmond heulen die Wölfe.

Und man sagt auch, dass die Lausitz ein Wolfsgebiet ist.

Heute bin ich mit Stephan Kaasche von Wolfswandern draußen und wir gehen auf Spurensuche nach dem Lausitzer Wolf, dem Europäischen Grauwolf.

Der Wolfsexperte teilt mit mir und mit dir, ob Wölfe gefährlich sind, wie du dich in der freien Wildbahn verhalten solltest – und wo du – mit etwas Geduld und Glück wirklich Wölfe in der Natur sehen und beobachten kannst.

Das ist der Blog zum Podcast LausitzLiebe. Das ist dein Podcast für Natur und Umwelt aus und für die Lausitz. LausitzLiebe für alle ist mein Motto und ich hoffe, nach dem Hören dieser Folge, auch deins. 

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und begebe mich mit dir auf die Spuren der Wölfe in der Lausitz.

Wer begleitet uns?

Bevor es los geht noch eine Bitte: 

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile den Podcast oder diese Website, gib mir eine 5 Sterne Bewertung, kommentiere, was du gerne als nächstes mal von LausitzLiebe unter die Lupe genommen haben möchtest.  

Weißt du, wenn aufgrund dieses Podcasts auch nur ein Vorgarten weniger steinig, ein Baum weniger gefällt und auch das Wissen, darüber, was Wölfe sind und warum wir sie zumindest ein Stückchen weit mit etwas anderen Augen betrachten können – dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht. Also: LausitzLiebe für alle. 

Ich bin deine Naturpilgerin und danke dir, dass du hier bist. 

Und eines kann ich dir sagen. Eine Begegnung mit diesem faszinierenden Tier Wolf ändert die Relation. Ich habe das Glück in der Lausitz schon zweimal Wölfen begegnet zu sein und bin sehr dankbar dafür. Die Fragen, die mir dabei kamen, habe ich mitgenommen zu dieser Waldwanderung mit Stephan Kaasche. 

Stephan Kaasche bietet Umweltbildung für Kinder und Erwachsene an und bietet Wolfsexkursionen an. Wenn du also mal was über Wölfe lernen willst – dann solltest du unbedingt mit Stephan Kaasche unter www.wolfswandern.de Kontakt aufnehmen. Stephan Kaasche ist Ur-Lausitzer und nimmt dich nicht nur mit zu den Wölfen und anderen Tieren und Pflanzen, sondern auch in die Lausitz.

 

 

Wolfskacka... Warum immer dort?

Doch los geht’s auf eine kleine Wolfsexkursion für LausitzLiebe. Schon ein paar Schritte im Wald begegnet uns Wolfslosung, also Wolfskacka. Wölfe markieren damit ihr Revier. Und die Leitwölfe markieren meist auf den Wald – und Forstwegen. Warum?

Naja, weil die Tiere auch gern den bequemen Weg gehen. Waldwege sind offen. Und die Eltern des Rudels machen deutlich, wo der Hammer hängt und welches ihr Revier ist. Übrigens nur diese “scheißen” auf den Weg.

Wie groß ist ein Wolfsrevier?

100 bis 300 Quadratkilometer pro Wolfsrudel 15 km Durchmesser kreisförmig. Der Rand nennt sich Streifgebiet, da können schon mal mehrere Rudel aufeinander treffen bzw. es gemeinsam benutzen. 

Vor einigen Wochen habe ich dir ja von den Bibern erzählt, die älter als die Braunkohle sind – und wieder eingebürgert wurden, nachdem sie ja schon ausgerottet waren.

Ähnlich wie der Wolf, der allerdings von selber eingewandert ist. (Man hat ihn nur gelassen). Und nun ist es so, dass der Wolf als eine Nahrung auch junge Biber hat. Auf die Nahrung kommen wir gleich.

Doch mal ganz ehrlich. Der Wolf frisst auch junge Biber, dort wo er kann. Alte Biber eher nicht, die sind zu wehrhaft. Ein Biber ist niedlich. Ein Wolf aufgrund unserer archaischen Erfahrungen vielleicht eher potenziell gefährlich.

Nun frisst der Wolf den jungen Biber. Ist der Wolf böse? Ist der Biber das Opfer? Ich persönlich glaube nicht, dass wir natürliche Zusammenhänge mit menschlichen Maßstäben und unserer Moral bewerten können.

Wir essen ja auch Tiere. Du, wenn du vegan lebst, vielleicht nicht. Aber du isst Pflanzen. Es wurde ja festgestellt und wissenschaftlich untersucht, dass Pflanzen Schmerz empfinden. Also der Weizen, der geerntet wird um dein Brötchen zu backen, dem tut das weh. Der muss sterben. Kleiner Nachdenker heute.

Doch jetzt wieder zurück zu Stephan Kaasche von Wolfswandern und seiner Expertise. Ich wollte wissen, wie man drauf kommt, Wolfsexperte zu werden. Begonnen hat alles in seiner Kindheit – und im Hoyerswerdaer Zoo… Ausführlich hörst du das im LausitzLiebe Podcast.

Ist der Wolf nun gefährlich???

Doch nun mal Butter bei die Fische. Ist der Wolf gefährlich für dich und mich, wenn wir so im Walde und der Lausitzer Natur umher wandern? Und was du tun solltest, wenn dir ein Wolf gar nicht von der Backe geht?

Also fassen wir zusammen. 

Wenn du wirkliche einem Wolf begegnest:

  • Schätze dich glücklich.
    Respekt ist angeraten, Panik fehl am Platze.
  • Ein gesunder Wolf hat mehr Angst vor dir als du vor ihm haben musst.
    Wenn der Wolf weit genug weg ist, geh einfach weiter deiner Wege. Da brauchst du gar nichts zu tun.
  • Kommt dir ein Wolf nahe, zeigt keine Furcht und folgt dir, wie ein zahmer Hund, dann verscheuche das Tier. Sei laut, mach dich groß und mach Geräusche.
  • Wenn du schaffst, mach ein Foto. 
  • Merk dir den Ort, wo du auf den Wolf getroffen bist.
  • Melde die Begegnung den Fachleuten und gib ggf. das Foto dazu. Die Wolfsbeauftragten in Brandenburg und das Wolfsmanagement in Sachsen sind hier die Ansprechpartner. 

Das Leben der Wölfe

Stephan Kaasche jedenfalls meint: Er sei froh über jeden Wolf, den wir NICHT sehen. Das kann ich nachvollziehen. 

Im April kommen die Wolfsjungen zur Welt. Vier Wochen sind sie im Bau, in der Wolfshöhle und dann kommen sie Schritt für Schritt raus. In der Obhut der Mutter werden sie langsam groß. Die typischen Wolfszähne bekommen sie nach ca. 6 Monaten. Dann gehen sie auch mit ihren Eltern auf die Jagd. Was auf den Tisch bei Familie Wolf kommt, dazu später mehr. Spoiler vorab. Schafe sind es eher selten! Die Jungen bekommen Muttermilch und später hervorgewürgtes, vorverdautes Fleisch. 

Wenn dir wirklich Wölfe begegnen sollten, die Junge dabei haben, dann verkrümel dich und lass die Tiere in Ruhe.

Und noch mal: Die Botschaft der Hinterlassenschaften des Wolfs

Unterbrechung: Wir haben wieder eine Losung gefunden. Die ist so silbrig grau und voller dunkler Haare. Wildschweinborsten sind da durch den Verdauungstrakt des Wolfes gewandert und liegen nun hier auf dem Weg. 

Wolfsexperten vom Wolfsmanagement zur Unterstützung des Monitorings vermessen die Losung, schreiben auf, wo, wann, was gefunden wurde. Fotos werden gemacht. Manchmal wird eine Probe genommen. Kaasche hat ein ganzes Sammlung von wichtigen Hilfsgegenständen mit, um alles genau zu dokumentieren. So entsteht ein feinmaschiges Netz aus Informationen. Über die Genetik kann man bestimmte Wölfe ganz genau bestimmen.

Wölfe nutzen die Losung, um Ihr Revier zu markieren und es ist gar kein Zufall, dass Wölfe genau dort markieren, wo Wegkreuzungen sind, wo viele Wege abgehen. Damit mal klar ist, das hier ist mein Revier – und du, fremder Wolf, bleibst gefälligst draußen. 

Der Kot hat viele Botschaften – ist eine richtig interessante Visitenkarte, aus dem die Tiere einiges lesen können, zum Beispiel Alter, Geschlecht, Trächtigkeit usw.

Die ältesten Wölfe der Lausitz

Wölfe werden alt. Die älteste Wölfin in der Lausitz ist vor wenigen Wochen gestorben. Sie war 13 Jahre alt. Das ist ein sehr gutes Alter für Wölfe. Die meisten kommen nicht über die ersten 2 Jahre hinaus.

 

 

Wie viele Wölfe sind denn nun in der Lausitz? 

Das kann man schätzen, anhand der Wölfen mit Sendern, anhand der Losungen und einem ungefähren Durchschnitt, wie viele Junge sie zur Welt bringen.

 

 

Die Wölfe mit den Sendern geben natürlich am meisten Aufschluss darüber, wie sich Wölfe verhalten. 

 

Meistens werden die Sender an Jungtieren befestigt. Weil man die am ehesten kriegt, um die Sender umzulegen. Alte, erfahrene Wölfe machen häufig sogar Bögen um die Wildkameras und bleiben so gänzlich unerkannt.

Und so kann nachgewiesen werden, dass die Wölfe beträchtliche Entfernungen zurücklegen. Bis Weißrussland zum Beispiel. Oder aus der Lausitz von bis an die Ostsee.

Wolf aus Niedersachsen bis nach Nordspanien. Mit Sender aus Schweiz nach Ungarn. 

 

Was fressen Wölfe

Die Hauptbeute der Wölfe sind Rehe. Auch Wildschweine und kleinere Tiere werden gefressen. 

Den Wolfsbau nutzen die Wölfe nur für die Jungenaufzucht. Die Welpen sind die ersten 4-5 Monate im Bau. Später schlafen die Wölfe in ihrem Revier immer draußen – rollen sich zusammen und schlafen einfach unter einem Baum – z.B. in einer Schonung. Oder auch unter Windkraftanlagen – da werden Wölfe öfter gesichtet. Wer genau will schon unter Windkraftanlagen spazieren gehen. Dort, wo kaum Menschen sind, fühlt sich der Wolf wohl. 

Der Mensch und der Wolf. Oft ein kontrovers diskutiertes Thema: 

Der Mensch und der Wolf

In der Lausitz sind die Reviere ausgeschöpft. Alles besetzt würde man locker formulieren.

Stephan Kaasche erzählt, dass der Bestand der Wölfe in der Lausitz stagniert. Man vermutet zweierlei Gründe. Zum einen: Alle Wohnräume besetzt. Zum anderen hat die Schweinepest ja auch gerade das Schwarzwild dezimiert und so gab es weniger Beute.

Da die Natur schlau ist, passen sich dann auch – das hatten wir schon mal beim Biber, die Nachwuchszahlen an das Nahrungs- und Platzangebot an. Jetzt wandern Wölfe nach Mecklenburg-Vorpommern aus.

Wölfe lieben dichten Wald gar nicht so sehr, wie es im Märchen beschrieben wird. Wölfe mögen wo Beute ist. Da ihre Beute Gras frisst, und junge Bäume, die wiederum eher Licht benötigen, sind sie häufig auch in offeneren Landschaften mit reichlich Nahrungsangebot für ihre Beutetiere. Graslandschaften. Rotwild schält z.B. bei jungen Kiefern auch gerne mal die Rinde ab.

Jagen Wölfe immer in Rudeln? In Gruppen? Klares Nein von Stephan Kaasche. Denn während ein junger Wolf sein eigenes Revier sucht, muss er ja alleine jagen. Ebenso, wenn die Fähe, das Wolfsweibchen, schwanger ist oder sich um den Nachwuchs kümmert.

Wir entdecken auch wieder eine Wolfsspur. Sowohl Stephan Kaasche wie auch ich sind begeistert. 

Doch nicht nur Wolfsspuren sind zu sehen, auch Rotwild, Rothirsch, ist zu sehen.

Während wir weitergehen, sprechen wir darüber, ob wir denn nun den Wolf zu Gesicht bekommen? Das kann gut sein, dass der Wolf da ist, während wir hier wandern. Aber in den meisten Fällen sieht der Wolf uns – und beobachtet die Spaziergänger während wir plaudernd an dem Tier möglicherweise vorbeigehen.

Mit seiner Schäferhündin Anima macht Kaasche ein Experiment. Er schickt das Tier vielleicht 10 Meter weg in das etwa kniehohe und von jungen Kiefern durchsetzte Gebiet und lässt es still sitzen. Schon nach wenigen Sekunden habe ich den Hund aus dem Blick verloren, der still da sitzt und jede unserer Regungen beobachtet. So ähnlich, nur wesentlich weiter weg, verhielte sich ein Wolf, wenn er denn da wäre.

Wofür ist der Wolf gut?

Der Wolf ist faszinierend. Wofür ist er gut? Und Stephan Kaasche sagt: Die Dinge – und auch der Wolf stellt einen Wert an sich dar. Kann man einen monetären Wert bemessen:

Und wie kann man denn mit dem Wolf umgehen?

Am besten, man sucht sich eine Art Co-Existenz. Also ein miteinander. Schafe und Herden schützen – ja, das muss dann ausgeglichen werden. Und aufklären, aufklären, aufklären.

Das Land Sachsen hat eine Fachstelle Wolf. Zu den Aufgaben spricht Stephan Kaasche:

  • Aufklärung/Umweltbildung
  • Rißbegutachtung/Ausgleich
  • Monitoring
  • Forschung

Das Monitoring Jahr geht am 1. Mai los und bis zum 30.4. In diser Zeit werden die Fotofallen (automatische Fotoapparate, die in den betrachteten Gebieten hängen) – immer wieder von den Experten gelehrt, d.h. die Bilder ausgelesen und an die Experten z.B. von der Senckenberg Stiftung oder dem Institut Lupus geschickt.

Diese werden dann ausgewertet und bilden auch noch mal ein weiteres Puzzleteil bei der Betrachtung der Wolfsbesiedlung in der Lausitz.

Stephan Kaasche hatte kürzlich Glück. Da war ein Wolfsrüde (Wolfsmann) mit einem Sendehalsband fotografiert worden.

Und kurz hinterher kam eine Fähe, so heißt der weibliche Wolf. Hier konnte man natürlich genau bestimmen, welcher Wolf da am Fotoapparat vorbeispazierte.

Das heißt man kann jetzt davon ausgehen, dass dieser Wolf vielleicht demnächst ein Rudel gründen wird. Fotofallen bringen da richtig Licht ins Dunkel. 

Die Spur des Wolfes

Um sich wiederzufinden, heulen Wölfe übrigens. Der Wolf heult, um sich bemerkbar zu machen. Ob wirklich immer besonders viele Wölfe zu Vollmond heulen, das mag Stephan Kaasche nicht bestätigen.

Das alles erzählt der Wolfsexperte während wir auf den Spuren des Wolfes wandern. Und natürlich wäre er nicht Wolfsexperte, wenn die Spur nicht auch dokumentiert und vermessen werden müsste.

Schrittlänge über einen halben Meter. Respekt. Der ist hier gerade lang geschnürt. Wölfe sind richtig schnell. Bis zu 60 km/h kann ein Wolf erreichen. Der Europäische Grauwolf ist hier bei uns am Start. 

Wo du Wölfe beobachten kannst und rausfindest ob in deiner Nachbarschaft Wölfe leben

Wo in Deutschland gibt es eigentlich Wölfe? Schau auf die Website DBB – Dokumentations. und Beratungsstelle und schau dort auf die Rasterzellen. Da kannst du recht detailliert entdecken, wo überall in der Lausitz Wölfe vorkommen. Den Link packe iich dir in die Beschreibung, übrigens auch den Link zum Stephan Kaasche und Wolfswandern.

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/besetzte-Rasterzellen.

 

Wo kannst du gut Wölfe beobachten?? Am Aussichtspunkt am Bergener See (das ist im Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland) während der Dämmerung morgens und abends. Da kannst du mit Geduld Wölfe sehen. Auch viele Vögel sind dort zu sehen. Unbedingt brauchst du neben Geduld ein gutes Fernglas.

Ein Wolf???

Da ist ein Wolf! Ein heller Fleck weit weit weg. Nur mit Fernglas zu erkennen und ich kann ihn sehen. Ein Welpe, der uns beobachtet. Erst zieht er sich zurück. Und dann bleibt er wieder stehen und guckt zu uns. DANKE. DANKE! Und auch wenn du mich fragst. Das bleibt ein richtiges Erlebnis.

Stephan Kaasche geht recht schnell weiter, um das Tier nicht zu stören. Immer weiter gehen. Auf keinen Fall nachstellen. Wölfe sollten sich nicht daran gewöhnen, dass Menschen da sind. Und natürlich nicht gestört werden. 

Abschießen war gestern

Wenn der Wolf da ist, heißt das, dass wir reich sind und es uns gut geht. Denn nur, wenn Wild übrig ist, was der Wolf jagen kann, sind Wölfe auch da.

So habe ich das noch nie gesehen. Der Wolf als Zeichen für Fülle.

Hach, ich lieb solche Erkenntnisse und das ist der Grund dafür, warum ich LausitzLiebe mache. Solche Dinger herausfinden begeistert mich mega.

Stell dir mal vor: Wir alle würden wieder ein bisschen mehr wissen, wo unser Essen herkommt. Dass ein Wolf anzeigt, welchen Reichtum wir hier haben.

Koexistenzen sind die Zukunft.

Koexistenzen sind die Zukunft. Und ich bin sehr dafür, dass wir das üben.

Gerade angesichts der Tatsache, die mir Stephan Kaasche noch mal ins Bewusstsein geholt hat. Wir haben gerade das größte Artensterben seit die DinoSaurier ausstarben. Auch das darf ich in diesem Podcast der guten Nachrichten aus Natur und Umwelt einmal sagen.

Was wünscht sich Stephan Kaasche für die Zukunft? Eines ganz gewisse. Dass sich noch mehr Menschen für die natürlichen Zusammenhänge um uns rum interessieren.

Abschießen war gestern – auch zwischen Menschen. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin. 

Wo der beste Käse Deutschlands herkommt – Gut Ogrosen in der Lausitz

Wo der beste Käse Deutschlands herkommt - Gut Ogrosen in der Lausitz

Wo der beste Käse Deutschlands herkommt - Gut Ogrosen in der Lausitz

Unprätentiös, bodenständig. Das Gut Ogrosen zwischen Calau und Drebkau steht exemplarisch für eine Lausitz, die Verantwortung übernimmt. In dieser Folge des Lausitzliebe Podcast besuchen wir den Demeter-Betrieb Gut Ogrosen und sprechen mit Bauer Lucas Lütke Schwienhorst über ökologische Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Qualität statt Masse. Eine Geschichte über Arbeit mit der Natur, regionale Wertschöpfung und warum ausgerechnet hier einer der besten Käse Deutschlands entsteht.

Gut Ogrosen im LausitzLiebe Podcast

Ich habe nur kurz überlegt, ob ich ein Adjektiv finde, das Gut Ogrosen im gleichnamigen Dorf zwischen Calau und Drebkau beschreibt – und mir kam spontan: Unkompliziert – und gleich hinterher noch das schöne Wort Unprätentiös – im Sinne von redlich und bescheiden – also nicht eingebildet. 

 

Wenn du auf den Hof kommst, empfangen dich widersprüchliche Eindrücke. Doch dazu später. Erst einmal herzlich willkommen im Podcast LausitzLiebe. Ich bin deine Naturpilgerin und hoste und verantworte diese Show und den gleichnamigen Blog.

 

Meine Motivation ist die von Frederik dem Farbensammler. Ebenso wie die Maus in der Geschichte sammle ich Farben der Lausitz, wenn es um Umwelt und Natur geht. LausitzLiebe zeigt immer das Herz aus dem ein Baum rauswächst. Das Herz hat Runzeln und Falten. Die alte Dame Lausitz hat ja schon so einiges mitgemacht, unter anderem Tagebaue mit krassester Zerstörung von Mutter Erde. Auch in Ogrosen gab es mal eine riesige LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in der mehr als 100 Menschen gearbeitet haben). 

 

Und dennoch sind die Falten von unserer lieben Lausitz bunt, vielfältig – und wenn du das Logo genau ansiehst, findest du vielleicht das Lächeln im Herzen der Lausitz. Und es gibt nicht nur Hoffnung sondern viele Menschen, die auf ihre Weise – in ihrer Expertise für und mit der Lausitz arbeiten. Unprätentiös – einige hast du schon in diesem Podcast kennen gelernt. In diesem treffen wir beide Lucas Lütke Schwienhorst. Er ist Bauer und bewirtschaftet mit seinem Team in 2. Generation das Gut Ogrosen. 

 

Lucas Lütke Schwienhorst nimmt uns mit durch den Demeter Betrieb. Wir werden heute lernen, was das ist – Demeter. Wir erfahren, was die Kühe hier fressen – warum dazu ein riesiges Ding gebaut wurde und was sonst noch so wächst. Ein Gewächs hätte ich never ever in der Lausitz verortet, ein anderes hingegen schon – und hier wird eine lange und typische Lausitzer Tradition wieder erweckt. Wir stapfen los. Lucas Lütke Schwienhorst in groben Gummistiefeln und großen Schritten – ich tappele in deutlich kleineren Schritten peinlicherweise in himmelblauen Sneakers durch den landwirtschaftlichen Betrieb. Manchmal klappt es noch nicht ganz so mit der Naturpilgernden Anzugsordnung. Doch zurück nach Ogrosen. Denn ich möchte ja Schritt halten mit dem erfahrenen Landwirt. Wir stapfen los, während er erzählt. Wie das alles entstanden ist und so weiter.

 

Und nahezu nebenbei berichtet er mir eine kleine Sensation. Berta nämlich hat gewonnen. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch. Was es mit Berta auf sich hat und warum das so heißt, dazu komme ich gleich. 

 

Doch erstmal zum Gut Ogrosen: Das ist ein Dreigespann aus den jeweils wirtschaftlich selbstständigen Milchschafhof, dem Ziegenhof und dem landwirtschaftlichen Betrieb, für den Lucas Lütke Schwienhorst steht. Hier steht ein bunter Mix aus alten Gutsgebäuden, buckligen Pflaster und DDR typischen unromantischen Zweckbauten. Doch viel wichtiger ist der Inhalt und der geht so:

Die Fakten

540 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet mit 17 Kulturen, die auf den Feldern angebaut werden. Und dazu gehören auch noch rund 120 Milchkühe der Rasse Altdeutsche Schwarzbunte. Diese Rasse ist vom Aussterben bedroht, auch deshalb sind diese Kühe hier am Gut Ogrosen zu Hause.

Vielfalt auf dem Bauernhof / Selbstvermarkter

Zum Gut gehört ein bisschen Wald und seit neuestem wohnen hier auch Hühner. Außerdem ist das Gut auch Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau – und oftmals sind junge und ältere Menschen hier, um hier zu lernen. Heute dürfen wir und ich nehm dich jetzt mit auf Rundgang mit Lucas Lütke Schwienhorst.

 

Fast alles vermarket der Betrieb selbst, der größte Teil der Milch wird direkt vor Ort verkäst. Ein eigenes kleines Schlachthaus ist vor Ort – und auch die geernteten Feldfrüchte werden direkt vor Ort so verarbeitet, dass sie direkt vermarktet werden können.

Das bedeutet, fast alles geht direkt vom Gut zum Endverbraucher. Im kleinen schnuckeligen Hofladen direkt in Ogrosen – oder aber im Verkaufswagen in Senftenberg, Cottbus und Berlin sind die Produkte vom Gut sehr beliebt.

 

Was ist denn nun Demeter?

Rund 30 Leute arbeiten hier und leben vom Gut Ogrosen.

Das Gut wirtschaftet seit 1991 ökologisch – und ist seit 2012/13 ein Demeter Betrieb, 

Demeter bedeutet: Biodynamische Landwirtschaft und geht auf Rudolf Steiner zurück. Er hatte in den 1920er Jahren beobachtet, dass die Bodenfruchtbarkeit, Pflanzengesundheit und das Tierwohl unter der klassisch industriellen Landbewirtschaftung litten. Demeter . und da schlägt mein Marketinherz noch ein bisschen höher ist seit 1928 als weltweit erste Biomarke zertifiziert. 1928!!! Inzwischen ist es weltweit bekannt. Wie fortschrittlich. 

Doch was ist Demeter nun genau? In erster Linie – so würde ich es laienhaft erklären – abgeguckt von der Natur. Da ist ja alles ein Kreislauf. Abfälle in Form von z.B. Laub werden verwertet und in Einzelbestandteile zersetzt, die dann wieder dem Boden Nährstoffe zuführen.

So ähnlich läuft das auch auf dem Bauernhof. Es geht um Bodenfruchtbarkeit, ökolgisches Zusammenwirken und Artenvielfalt (erinnerst du dich, 17 Feldfrüchte werden auf Gut Ogrosen angebaut) um ein vernetztes Zusammenwirken von Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen.

Der wichtigste Unterschied, den Demeter Betriebe anders machen ist, dass hier Lebensmittel mit einer hohen inneren Qualität erzeugt werden. 

Also halten wir fest:

Demeter bedeutet:

  • Ganzheitliche Betrachtung von Lebensräumen (und ich liebe das sehr!!)
  • Kreislaufwirtschaft, Mist spielt eine ganz wichtige Rolle, er düngt die Felder – und ist essentiell für das Gut – anstatt chemischer Dünger oder Pestizide. Mischkulturen und strenge Vorschriften bei der Verarbeitung machen Demeter noch ein gutes Stück strenger als die EU Bio Norm.

Wir kommen zur Getreidescheune. Hier dampft es, denn gerade läuft eine Lohntrocknung. Für benachbarte Landwirte trocknet das Gut Ogrosen heute Buchweizen. Die Feuchtigkeit wird entfernt. Es sei wichtig, so Lucas Lütke Schwienhorst, dass in der Getreidescheune die gesamte Ernte gelagert werden könne, weil man so auf die Anforderungen der verschiedenen Abnehmer individuell eingehen und ohne Zwischenhändler direkt verkaufen kann.

Vielfalt im Anbau

Was mir der sympathische Landwirt dann erzählt, erstaunt mich doch ein wenig. Denn das Gut baut unter anderem viele Sonderkulturen an, wie z.B. Ölkulturen an. 

Diese werden – fast schon selbstverständlich – direkt auf dem Hof verpresst, das Öl wird aus Lein, Sonnenblume, Mariendistel, Hanf, Raps und Co selbst gewonnen. Der Anspruch des Teams von Gut Ogrosen ist es, die Dinge selbst anzubauen, die sie auch vermarkten können.

Und in Ogrosen gibt es auch mein allerliebstes Lieblingslausitzer Leinöl.

Das wird direkt am Hof gepresst.

Nun sind wir in der riesigen Scheune. Im Hintergrund ist der Gasbrenner zu hören, der den Buchweizen trocknet. Richtig viel Technik ist da drin, zum Trocknen, Sieben, Reinigen, Lagern und so weiter.

Weiter gehts, da gucken wir in die Steckdosenrüssel von einigen Schweinen. Die werden auch in geringer Anzahl 1 x pro Monat geschlachtet. Auch hier wird das Prinzip deutlich, dass auf dem Gut nur oder überwiegend aus eigenem Nachwuchs oder Anbau gewirtschaftet wird.

Die Schweine trinken viel von der Molke, die bei der Käseherstellung anfällt. Gefüttert werden sie mit gutem Getreide, das aber zu klein oder anderweitig nicht handelsfähig ist. Auch hier wird nichts weggeworfen sondern einem Kreislauf zugeführt. 

Ich find’s so spannend, einen solch tiefen Einblick in so einen Demeter Betrieb zu bekommen. Die Kälber, Bullen, Ochsen und Kühe sind noch auf der Weide und dürfen leckeres Frischgrün fressen, eine so genannte Zwischenfrucht, die in der Lücke zwischen Sommer- und Wintersaat wächst.

Das Geheimnis des guten Käses

Wir stehen nun vor einer großen recht neuen Scheune. Lucas Lütke Schwienhorst öffnet das Tor und ich fühle mich in die 1990er zurückversetzt als ich das erste mal in meinem Leben auf einem Bauernhof in Norddeutschland Urlaub machte. Die Ferienwohnung war direkt neben der Heuscheune. Doch das hier ist was ganz besonderes. Wir steigen gemeinsam die steile Stiege rauf und ich sehe Heu, Heu, Heu, Heu. Gutes Heu, so lerne ich, denn ich kann noch ganze Pflanzen erkennen. Es riecht fantastisch. Nach Sommer.

Das ist ein riesiges Heulager, das von unten belüftet werden kann. Wenn das Heu geerntet wird, kommt es leicht feucht in eine der Boxen und kann von unten her getrocknet werden, Schonend. Diese Kühe hier fressen also das Ganze Jahr über glückliches Grün. Und das schmeckt man auch – bei Käse, Quark, Milch und Co.

Dank des modernen Heulagers kann öfter geerntet werden und vor allem sieht das Heu nicht aus wie Stroh sondern die Pflanzen, wie z.B. Luzerne sind noch vollständig und grün erhalten. Alle Blätter dran. Da möchte man fast Kuh sein. Und ich gebe zu, dass ich mich an den Heuboden meines lieben Opas erinnern kann, der sein Heu für die Kaninchen auf der Wiese trocknete, das sah nicht so perfekt aus. (Außerdem erinnere ich mich auch an die Hektik, die aufkam, wenn ein Sommergewitter nahte, schnell musste das ausgebreitete Heu zu einem Haufen zusammengerecht werden – und nachher wieder ausgebreitet. Kann man sicher machen wenn man 5 Kaninchen zu versorgen hat. Bei 120 Kühen wird es da schon schwieriger. Daher ein Hoch auf das Heulager, das die Kühe auch im Winter mit gutem Futter versorgt. Im Sommr gibts für die Wiederkäuer natürlich Gras direkt von der Weide. Und weißt du, was ich noch liebe – an diesem Podcast und an den Lausitzer Machern die ich hier vorstelle? Dass sie ihrer Leidenschaft für ihren Beruf und ihre Berufung so dermaßen freien Lauf und uns beide hier teilhaben lassen.

Hier bekommt keine Kuh Silage. Sondern eben nur das geile Produkt Heu im Winter. Silage ist Sauerkraut aus Gras. Doch Gut Orgrosen wollte Heumilchkäse machen. Die Milch wird also direkt so wie sie aus dem Euter kommt, verkäst und um das tun zu können, muss sie eine hohe Qualität haben. Das bekommt man nur ohne Silage hin, weil in der Silage eben Dinge drin sind, die den Käse minderwertiger machen. (Krass, das wusste ich echt alles nicht!)

Und jetzt kommen wir zu Berta.

Berta im LausitzLiebe Podcast

So, nun zur Berta. Der Käse namens Berta (ein Hartkäse, 15 Monate alt und im Kupferkessel hergestellt) ist vor wenigen Wochen als BESTER DEUTSCHER Käse ausgezeichnet worden. World Cheese Award. Bester von 5000 eingesandten Käsesorten. Ich sage hier: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. Doch hör mal selbst mit welchem Understatement uns das der Landwirt erzählt.

Das ist wirklich cool! Der Käse heißt Berta, weil das eine der besonderen Kühe waren, die lange die ganze Herde geprägt haben. Eine der Lieblingskühe von den Mitarbeitern. Und deshalb heißt der Käse auch Berta.

Dennoch muss auch das Gut Ogrosen wirtschaftlich arbeiten und kann sich nicht ewig ausdehnen. Es geht eben vor allem darum, die Kuh artgerecht zu ernähren und lieber auf Qualität denn auf Leistung zu arbeiten. Die Kuh kann gut Gras und Heu fressen – und macht dann gute Milch. Klingt gut. Schmeckt auch gut für Menschen, die nicht vegan leben.

Und natürlich ist auch das Gut Ogrosen wie alle Landwirtschaftlichen Betriebe in einem Wettbewerb – und zwar mit der Welt. EIne Welt in der es keine Mindestlöhne gibt und ganz andere Arbeitsbedingungen. Und die Lausitz hat schlechtere Böden als andere Standorte. Also gab es im Grunde – so erzählt es Lucas Lütke Schwienhorst, nur eine Möglichkeit: Sich breit mit vielen Spezialkulturen aufzustellen und über Qualität zu positionieren – und die Produkte so direkt wie möglich zu vermarkten. Auch das ist natürlich nicht immer einfach.

Damit machen die Landwirte von Gut Ogrosen einiges anders als andere. Normalerweise wird nämlich empfohlen, dass sich ein Bauer auf möglichst ein Produkt spezialisieren solle und davon so viel wie möglich anzubauen. Ich persönlich mag den Ansatz mehr, viel Auswahl und Diversität zu haben. Aber logisch, es ist ein wesentlich höherer Aufwand dahinter. Das wird mir hier noch mal klar.

Interessant, dass 80 % der Kunden von Ogrosen direkt aus der Lausitz kommen – und auch keine Öko-Käufer sind.

Und auch die Tiere werden direkt auf dem Hof geschlachtet, das bedeutet, sie haben keinen Transportstress.

Ein schmuckes Gebäude liegt vor uns. Das ist die neue Hofkäserei. Die Milch kommt direkt vom Kuhstall wenige Meter entfernt, dort an, eine Frischmilchverarbeitung – und hier werden die preisgekrönten und leckeren Käse, Joghurt, Quark und Butter hergestellt. Und der Käse reift direkt in Ziegelgewölbekellern, die der Käsemeister ebenerdig erreichen kann. 

Lucas Lütke Schwienhorst erzählt, wie wichtig es ist, mit den richtigen Menschen zusammenzuarbeiten. Lena und Robert, die beiden Käsemeister in eigenständiger GmbH haben maßgeblich den Bau der neuen Käserei voran getrieben. Und hier arbeiten Menschen, die vor allem wissen was sie tun und lieben was sie tun.

Wir gehen weiter zum Kuhstall. Es gibt einen Stall, wo gefüttert wird, einen Liegestall und weitere Ställe je nachdem, was die Kuh gerade macht oder machen soll. Zweimal am Tag werden die Tiere gemolken. Die Kühe – auch das eine Besonderheit bei Demeter, haben alle Hörner, das ist Pflicht, wenn man hier zertifiziert werden will. 

Der Wunsch für die Lausitz

Was ich süß fand. Markante Tiere haben Namen. Berta war lange die Leitkuh des Betriebes . und ist jetzt im besten Käse verewigt.

Nochmal herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung, Mir haben die Sachen vom Gut Ogrosen auch ohne Auszeichnung schon sehr geschmeckt. Irgendwie ist da Leben drin. Mein Dank gilt Lucas Lütke Schwienhorst, der sich ganz viel Zeit für mich (und nun auch für dich, da du ja diesen Podcast hörst) genommen hat.

Es ist sehr sehr erdend, immer mal wieder auf so einen Bauernhof, ein Gut oder in einen landwirtschaftlichen Betrieb zu gehen, nicht nur in den Supermarkt, wo alles steril verpackt und dargeboten wird. Man vergisst allzuleicht, dass es am Ende Pflanzen und Tiere sind, die wir essen oder durch die bestimmte Produkte entstehen. 

Ich habe viel gelernt – und ehrlich, werde noch ein bisschen achtsamer Leinöl, Brot oder Haferflocken, kostbare Milch und Quark und Käse zu mir nehmen. In Dankbarkeit an die Arbeit der Menschen und Tiere und des Bodens und der Pflanzen hier und anderswo.

Zum Abschluss frage ich Lucas Lütke Schwienhorst, was er sich wünscht für die Zukunft. Für die Lausitz: 

Naja. Er wünscht sich das Gleiche wie ich: Bewusstsein für natürliche Kreisläufe und für gute Lebensmittel.

Und wenn du das nächste Mal in eine Quarkstulle ...

Und genau das ist mir heute wieder so richtig bewusst geworden. Ein Glück, dass wir in der Lausitz so was wie Gut Ogrosen und die anderen Landwirtschaftsbetriebe haben. 

Danke an Gut Ogrosen, dass ich da sein durfte und wieder ein Stück LausitzLiebe einsammeln und für dich hier mitbringen konnte.

Das ist dein Podcast für dich, wenn du Lausitzerin oder Lausitzer bist, wenn du die Lausitz liebst – oder Lausitzliebende werden möchtest.


Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen und eben auch mal solche Betriebe wie Gut Ogrosen rund um Natur und Umwelt in der Lausitz.

Lausitz Liebe ist ein wacher Blick auf die Landschaft vor unserer Tür – und eine Einladung an dich, sie neu zu entdecken.

Wenn dir der Podcast gefallen hat, gib mir eine 5 Sterne Bewertung, kommentiere, was du gerne als nächstes mal von LausitzLiebe unter die Lupe genommen haben möchtest. Teile den Podcast und empfiehl ihn weiter. Weißt du, wenn aufgrund dieses Podcasts auch nur ein Vorgarten weniger steinig, ein Baum weniger gefällt und eine Quarkstulle noch achtsamer gegessen wird angesichts der Leistung von Mensch, Tier, Pflanze und Mutter Erde, die dahinter steht – dann habe ich mein Ziel mehr als erreicht. 

In den Shownotes findest du den Link zum Gut Ogrosen, zu Hofladen, Marktzeiten und Co.

Ich wünsche dir eine schöne Zeit – und vor allem ganz viel LausitzLiebe! 

 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an diesem Bericht. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin. 

Wo sich die Natur nackig macht – und das Farbensammeln in der Lausitz

Wo sich die Natur nackig macht - und das Farbensammeln in der Lausitz

Nackte Bäume - Farben sammeln

Heute gehts um nackte Bäume. Und um Farben. Jetzt offenbart sich die Struktur hinter dem Grün.

Und ich erzähle dir eine kleine, wundervolle Geschichte. Eine Geschichte von Leo Lionni – und ein Kinderbuch.

Hol dir das Buch unbedingt, es ist einfach zu süß – und ganz und gar nicht so kindisch, wie es sich auf den ersten Blick vielleicht anfühlt. 

Du bist im Podcast LausitzLiebe und ich bin dein Host, deine Naturpilgerin. Lausitzliebe ist dein natürlicher Podcast für die Lausitz. Das ist dein Podcast für dich, wenn du Lausitzerin oder Lausitzer bist, wenn du die Lausitz liebst – oder Lausitzliebender werden möchtest.

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen rund um Natur und Umwelt in der Lausitz. Lausitz Liebe ist ein wacher Blick auf die Landschaft vor unserer Tür – und eine Einladung an dich, sie neu zu entdecken.

Ohne Kostüm

Was ich so liebe an dieser vegetationslosen oder -armen Zeit ist, dass sich die Gehölze und die Natur so ein bisschen ohne Kostüm offenbart. Man beginnt, Strukturen wahrzunehmen: Schon auf den blattlosen Zweigen, da sind die Knospen fürs nächste Jahr zu sehen  

Die Struktur generell, vom Strauch oder vom Baum kann ja sehr unterschiedlich sein: Ist das eher ein aufstrebender, glatter Habitus, oder ist der verschnörkelt und verdreht, verwinkelt. 

Das ist so ein bisschen wie des „Königs neue Kleider“, ja, also du siehst halt jetzt die Struktur dahinter. 

Im Frühjahr und Sommer ist das alles so eher flächig grün. 

Ich weiß nicht, ob das dir auch so geht. Es gibt im Sommer verschiedene Texturen, verschiedene Muster durch die verschiedenen Blattformen und Größen natürlich, aber das alles ist mehr flächig. 

Geheime Strukturen

Jetzt offenbaren sich die geheimen Strukturen der Natur, Bäume, Sträucher, die zeigen sich nackt.

Gleichzeitig kannst du da, wenn du da Spaß dran hast und ich hab da große Freude dran, mal Baumraten machen.

Was ist das jetzt? Ist das vielleicht eine Linde? Ist es vielleicht eine Kastanie? Was könnte das sein? 

Und ob du das weißt oder nicht, spielt gar keine Rolle.

Wir sind ja hier nicht beim Biologie-Leistungs-Kurs.

Das ist vollkommen egal. Mir geht es darum, sich einfach damit zu beschäftigen und auch in dieser Nacktheit die Schönheit zu erkennen. Vielleicht findest du es auch nicht schön, dann lade ich dich ein, es ist einfach nicht schön zu finden und gut. 

Figur angucken

Okay, ja. Vielleicht, wenn du an so einem Wintertag einen großen Spaziergang machst oder auch einen kleinen, suchst du dir vielleicht wirklich ein Stück Lausitzer Natur oder wo auch immer du gerade bist ein Stückchen Natur und guck mal gezielt darauf: wie sich jetzt so die „nackten“ Bäume darstellen. Ja, dicke Äste, gedrungene, „Figur“. Oder ist es eine Prima Ballerina vielleicht? Wie ist denn der Habitus? Ist der stolz und mächtig, oder ist es eher so ein pragmatisch-und-praktisch-und-gut-Typ. 

Du musst gar nicht die Baumnamen kennen dafür, das ist doch überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist, dass du Lust und Spaß hast, mit mir hier draußen zu sein und mit dir und nach dem draußen sein mit all den Eindrücken wieder reingehen zu können unter deine dicke oder dünne Kuscheldecke und von den Erlebnissen zu zehren, die du hattest. 

Was ist denn nun mit Frederik

Ich lade dich ein, ja jetzt gerade in dieser Zwischenzeit, Abschiedszeit auch für dich zu sorgen, indem du, vielleicht oder ganz bestimmt, jeden Tag, auch wenn es grau und kalt und regnerisch ist, so ein, zwei, drei Dinge in der Natur mit den Augen sammelst, die du mit heimnehmen kannst in dein schönes, warmes Zuhause. 

Ich weiß nicht, ob du die Geschichte kennst von Frederik, der Maus? Ich will das kurz nacherzählen. Es war Sommer und die Mäusefamilie wusste, der Winter kommt. So sagte der Vater: „Hey Mädels und Jungs, wir gehen jetzt fleißig sammeln: Körner und Nüsse und Vorräte, damit wir als Familie über den kalten und langen Winter kommen.“  Na ja, das haben die auch alle gemacht, außer Frederik. 

Der lange Winter

Frederik, das Mäusekind, saß da, hielt das Schnäuzchen in die Sonne und machte nichts. Er hatte die Augen geschlossen und tat nichts. 

Ja, irgendwann wurde dann Frederik gefragt, hey, sag mal, warum machst du hier nicht mit? Was soll das denn? 

Da sagte Frederik: Du, ich sammle Farben. Ich sammle die Wärme des Sommers. „Ja, sagten die anderen, du, faule Suppe, nun müssen wir eben die Arbeit alleine machen.“

So ließ man ihn halt sitzen oder liegen, an einem Baum lehnen, also man ließ den Frederik. Und dann kam der Winter. Nun  haben die Mäuse schön in ihrem warmen Zuhause gesessen. Haben die ganzen Vorräte langsam aufgegessen. Und dann, der Winter dieses Jahr war besonders lang und hart. Die Vorräte gingen langsam zur Neige. Die Tagesration wurde immer kleiner. Und es wurde auch immer kälter in dem Mäusebau

Auf einmal passierte es...

Und dann sagte eine Maus, Mensch, Frederik, vielleicht hätten wir genug gehabt, wenn du mitgemacht hättest. 

Und Frederik: „Ich kann euch jetzt die Farben des Sommers geben.“

Und er begann zu erzählen von den roten Mohnblumen, von den Sonnenblumen, die geblüht hatten, von der Sonne, die so wohlig warm auf dem Bauch schien.

Und von all den Farben, von den Formen, von den frischen Grün, was gesprossen war, von den Blättern, die so wunderschön aussahen, er hatte alle Farben gesammelt.

Wirklich alle, alle Farben der Lausitz sind in Frederik.

Und er erzählte, erzählte der Mäusefamilie von der Sonne, ja, von den Mondnächten.

Er erzählte von allem.

Und auf einmal war der Hunger schon ein bisschen weniger. Die Kälte, seltsamerweise, obwohl draußen der Sturm ums Mäusehaus pfiff, war auch weniger geworden. Und alle Mäuse sahen diese wunderschönen Farben.

Also Frederik der Farbensammler hatte was ganz wertvolles getan.

Eine Einladung an dich

Und ich lade dich ein. Werd doch jetzt im Winter zu Frederik, dem Farbensammler. Oder zu Frederik, dem Formensammler. 

Wie viele Grüntöne gibt es? Wie sehen die Bäume aus? Wie riecht es? Welche Blätter liegen noch am Boden? Wo kannst du durchrascheln? Siehst du vielleicht noch beraureifte Spinnennetze? Oder Pflanzen wie den Beifuß, der jetzt total beraureift und mit einer glitzernen Eiskette bedeckt ist? Was siehst du? 

Schließe diese Farben fest in dein Herz, um sie an dem Tag, wo du vielleicht sagst, oh, mir ist kalt, alles ist doof. Und das muss vielleicht gar nicht unbedingt mit dem Wetter zusammenhängen. 

Ich bin traurig, ich sehe nur dunkel. Weißt du, an so einem Tag, da lässt du deinen inneren Frederick all diese Dinge auspacken. 

Und ich bin mir ganz sicher, dass es dir danach ein gutes Stück besser geht. Ich mache das nämlich auch so. 

Ich freue mich, wenn du mir schreibst, welche Farbe aus dem Sommer und aus diesem wundervollen Herbst und selbst aus einem regnerisch grauen, nebligen Tag du mitnehmen kannst. 

Wie weiter?

Schreib mir die Kommentare oder schreib mir eine persönliche Nachricht. Ich freue mich total, diese Sachen zu lesen. Und ich werde sie auch in einem der nächsten Podcasts teilen, was ihr alles an Farben gesammelt habt. Darauf freue ich mich jetzt schon. Du kannst mir auch auf Instagram folgen. Lausitz Liebe heißt der Podcast Lausitz mit Unterstrich Liebe, falls du nicht gleich findest. 

Und ansonsten natürlich drück die Glocke, lass dich informieren, damit du dann auch rechtzeitig weißt, wann eine neue Folge draußen ist und du keine Folge verpasst. Ich danke dir ganz doll und sendedir ganz liebe Grüße und immer schön die Farben sammeln.

Warum eigentlich dieses Logo?

Auch dieser Podcast soll so ein Farbensammeln sein – so ein Farbensammeln für die Lausitz.

Nicht unbedingt für schlechte Zeiten, sondern für trübe Herbst- und Lebenstage. Für dich.

Heute habe ich dir nicht nur die kleine Geschichte von Frederik mitgebracht.

Ich lade dich ein, selbst zur Farbensammlerin, zum Farbensammler zu werden.

Das Logo von LausitzLiebe ist nicht ohne Grund ein Herz mit Runzeln und Falten. So wie die Lausitz.

Die hat auch schon viele Sorgen gehabt und ist rau und runzelig. Aber gleichzeitig wächst aus diesem Herzen etwas heraus.

Gleichzeitig blüht sie wunderschön – unsere Lausitz.

Also denk dran, schick mir deine Lausitzfarben. Hier habe ich heute noch einen beruhigenden Abspann aus Klopfen. Du hörst jetzt einen Buntspecht in Aktion. Und ich hoffe sehr, dass dich das sehr beruhigt. Bis bald und ganz viel LausitzLiebe. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an dieser Folge. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin. 

Wo der Biber älter ist als die Braunkohle

Wo der Biber älter ist als die Braunkohle

Biber Lauchhammer Eisvogel

15 Millionen Jahre. So lange gibt es den Biber schon. Damit ist der Biber zum Teil zumindest älter als die Braunkohle, die sich in der Lausitz vor etwa 5 bis 25 Millionen Jahren gebildet hat. Klartext: Der Biber ist mindestens so alt wie die Braunkohle. Nur zum Vergleich. Der heutige Mensch existiert seit etwa 1 Million Jahre. Auch deshalb bin ich heute mit dir zu einer Exkursion in die welt des Bibers unterwegs.
Heute sind wir beim Nabu Senftenberg, Ortsgruppe Lauchhammer und uns führt Sandro Schröder. Er ist Schutzgebietsbetreuer des Nabu für den Biotopkomplex Neuteiche im Westen von Lauchhammer. Außerdem ist er Biberbeauftragter der Untersten Naturschutzbehörde und Staatlich geprüfter Natur- und Landschaftspfleger. Sandro Schröder wird uns heute mitnehmen auf Biber-Exkursion. 

LausitzLiebe in Lauchhammer

Du bist im Podcast LausitzLiebe und ich bin dein Host, deine Naturpilgerin. Lausitzliebe ist dein natürlicher Podcast für die Lausitz. Das ist dein Podcast für dich, wenn du Lausitzerin oder Lausitzer bist, wenn du die Lausitz liebst – oder Lausitzliebender werden möchtest.

Hier geht es um Natur, um Achtsamkeit, um Inspiration. Ich nehme dich mit an wunderschöne Naturorte der Lausitz, begleite mit dir Ranger und Naturführer und zeige dir spannende engagierte Initiativen rund um Natur und Umwelt in der Lausitz. Lausitz Liebe ist ein wacher Blick auf die Landschaft vor unserer Tür – und eine Einladung an dich, sie neu zu entdecken.

Bibergeil und Co.

Doch noch mal kurz zurück zu den Zahlen. Der Biber also, 15 Millionen Jahre alt. Der Mensch, 1 Million. Dennoch war das putzige Felltier mit dem typisch breiten Schwanz, der hier Kelle heißt, im 19. Jahrhundert fast ausgerottet. Von wem, das muss ich dir sicher nicht sagen. Der Mensch mochte Fell, aß Biberfleisch als Fisch in der Fastenzeit und auch das Bibergeil, das… na da kommen wir noch drauf. Sandro Schröder sagt:

Aus Industrie wird Natur

Wir sind jetzt bei den Neuteichen. Früher, das heißt, bis zur Wende war das Gebiet am Rande eines Industriegebietes. In jüngerer Zeit war hier die Kokerei zu finden, in der aus Braunkohle, Hochtemperaturkoks gewonnen wurde. Auch vorher gab es bis 1945 hier eine wirtschaftliche Nutzung, hier war ein großes Karbidwerk, das so genannte Wackerwerk. Das berichtet Teilnehmer und Bergbau-Experte Karl-Heinz Treitschke.

Seltenes im Schilf entdeckt

Die Neuteiche sind Eigentum des Nabu. Sie werden direkt vom Nabu gepflegt und gehegt. 64 Hektar groß ist das Gebiet.

Leider verlieren die Neuteiche viel Wasser. Nur so viel: Auch das Problem ist wieder menschgemacht und schade, dass es so ist. Dass die Neuteiche Wasser verlieren, hat nichts mit dem Klimawandel zu tun. *Grummel* 

Doch zurück zu den erfreulichen oder wissenswerten Dingen. Nach der Begrüßung weist uns der Biberbeauftragte darauf hin, dass wir uns in einem Gebiet bewegen, in dem nicht nur der Biber sondern auch eine ganze Reihe Milben zu Hause sind. Boah, genauer gesagt, es gibt hier diverse Zecken. Igel-Zecke, Hirsch-Zecke, Holzbock, Auwald-Zecke.
Zecken sind ja Spinnentiere und gehören als solches zu den Milben. Also, wenn unterwegs, dann anschließend zu Hause gründlich absuchen ob sich so ein Spinnentier auf dem Körper befindet. 

Welche Nagetiere gibt es eigentlich? Eichhörnchen, Wiesel, Biber, Nutria, Siebenschläfer, Haselmaus, Mäuse … 

Wir lernen: Der Feldhase ist zum Beispiel KEIN Nagetier. Obwohl er so große Zähne hat. Der Hase gehört einfach zur Familie der Hasen.

Also, wir halten fest: Der Biber ist ein Nagetier. Nagetiere machen etwa 40 % des Bestandes der Säugetiere aus. Hättest du das gewusst?

Wir laufen weiter. Durch das Schilf am Neuteich entlang. Und auf einmal: Getschilpe. Wir entdecken tatsächlich, fast nur 2 Meter von uns entfernt, die Bartmeise, die gar keine Meise ist. Hör im Podcast genau, warum das so ist.

Das zweitgrößte Nagetier

Bartmeisen. Die Tierchen sind ganz besonders. Hellbraunes Gefieder ein weißes “Gesicht” und der namensgebende schwarze Bart der rechts und links vom Schnabel gezeichnet ist. Bartmeisen sind gar keine Meisen sondern eine eigenständige Art. Am ähnlichsten sind sie den Lerchen. Ganz besonders, der lange Schwanz. Bartmeisen leben ausschließlich in ausgedehnten Schilfflächen und wir sehen die scheuen Bewohner ganz nah. 

Weiter gehts. Jetzt sind erste Biber spuren zu sehen. Der Biber ist das 2.größte Nagetier der Welt. Sandro Schröder beschreibt den Biber.

Des Bibers Wohnung und seine Gastfreundschaft

Wo lebt der Biber eigentlich? 

Der Biber bewohnt Gewässer, Seen, Sümpfe, Bäche und er ist dämmerungsaktiv. In der Biberburg, in der er wohnt, hat den Eingang stets unter Wasser.

Warum? Weil das Zuhause unseres Biberfreundes dann vor Fressfeinden geschützt ist.

Das Zuhause des Bibers ist übrigens eine Art Röhre, die entweder komplett unter der Erde ist oder eben auch in aufgeschichtetem Material. Wobei, wie Sandro Schröder sagt, das bei uns eher selten sei.

Was macht der Biber so den ganzen Tag? Er fällt Bäume, zieht das Baumaterial ins Wasser, staut fließende Gewässer auf und erzeugt mit seiner fleißigen und kraftvollen Nagearbeit künstliche Dämme, so dass MiniTeiche entstehen. Diese stehenden oder extrem langsam fließenden Gewässer sind Lebensraum für 81 Arten.

81 Arten, die es gibt, weil der Biber tut, was er tut. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde das dermaßen bemerkenswert.

Doch einer ist die größte Gefahr

Außerdem haben die vom Biber errichteten Dämme auch eine Art Filterfunktion. Müll und so weiter bleiben im Biberbau hängen und so filtert der fleißige Geselle auch die Flüsse sauber. 

Das macht er nicht immer ungestört.

Die größten Biberfeinde sind Wolf, Braunbär, Luchs, Seeadler und auch der Hecht, der vor allem den Jungtieren gefährlich werden kann. Doch der Biber hat einen ausgezeichneten Geruchssinn um Gefahr wahrzunehmen und dann ist er in den meisten Fällen auch schnell weg. Spitzengewindigkeiten von 51 km/h bringt der sportliche Pelzträger auf den Tacho.

Doch einer ist die größte Gefahr: 

Der Mensch…

Da ist er wieder

Seit 1975 wurde der Biber wieder angesiedelt. Kanadischer und Elbebiber, die zwei Biberarten, die es auf der Welt gibt, wurden in der Bundesrepublik wieder angesiedelt. Erfolgreich.Denn Biber gibt es wieder häufiger. Manchmal zum Ärger der Landwirte, Gewässerrstraßenunterhalter und der Öffentlichkeit.

Aber warum? Sandro Schröder sagt, wenn, wie früher, ein Abstandsstreifen zwischen Gewässer und Nutzungsfläche gelassen würde, könnte sich auch Meister Biber dort in Ruhe bewegen und würde keinen Schaden auf wirtschaftlich genutzten Flächen anrichten.

Hach, wenn es doch so wäre, dass es irgendwie in der Lausitz ginge, dass wir gegenseitige Rücksichtnahme noch mehr kultivieren könnten. Ich würde es noch mehr lieben. Lausitzliebe für alle, sag ich da nur. 

Echse ohne Beine

Die Gruppe ist fasziniert und die Kinder, die dabei sind haben eine Schlange gefunden. Nein. Keine Schlange. Es ist eine Blindschleiche, eine Echse ohne Beine. Hach, wie ich das liebe, wenn schon den jüngsten auf spielerische Art die Natur in direkter Umgebung nahe gebracht werden kann. 

Die Blindschleiche beißt übrigens nicht. Sie zieht es vor, Begegnungen mit anderen aus dem Weg zu gehen. Passiert es doch und fühlt sie sich bedroht, wirft sie den Schwanz ab und ist damit aus dem Stand mal nur noch ⅓ so groß wie vorher. Krasse Verteidigungsstrategie. Leider geht das nur 1-2 Mal im Leben einer Blindschleiche – sonst ist das Tier völlig wehrlos. Deshalb lassen wir die Blindschleiche lieber mal in Ruhe weiter schleichen.

Wieder an einem abgenagten Baumstumpf angekommen, zieht Sandro Schröder ein Biberfell aus dem Rucksack. Zu Ansschauungszwecken gibt es das seidige, dichte Fell. Auch das ein Grund, warum der Biber gerne gejagt wurde. Auf dem Bauch hat der Biber 23.500 Haare auf einem Quadratzentimeter, 12.000 auf dem Rücken. Wir Menschen haben ungefähr 100 Haare auf deinem Quadratzentimter. Das Fell ist wasserabweisend, weil es regelmäßig gefettet wird. Mutter Natur hat wiedermal an alles gedacht. Der Biber hat an den Hinterpfoten die so genannte Putzkralle, hier sind die Nägel zweigeteilt . und wie eine Art kamm zieht der Biber so durch sein Fell – um es wieder mit Fett einreiben -und dadurch wasserabweisend zu machen. Aufgrund der vieen Haare, die über Kreuz liegen, bilden sich zusätzlich Luftschichten, die den Biber wärmen. 

Kreuzottergebiet Niederlausitz

Nebenebei erwähnt Sandro Schröder, dass hier eine Menge Kreuzottern vorkommen. Auch deshalb sorgt der Nabu hier dafür, dass Wege immer wieder frei geschnitten werden, damit das Reptil sich hier sonnen und Wärme auftanken kann. Kreuzottern gibt es in Brandenburg nur noch im Ruppiner LAnd im Norden. Die Niederlausitz ist Kreuzotter Hotspot. Was für ein Glück. Dennoch ist die Art stark gefährdet. Sie leidet insbesondere unter dem Verschwinden von Mooren, Grundwasserabsenkungen und kommt gern am Rand lichter Wälder, in Feuchtgebieten und Offenland vor. 

Orange-Zahn

Zurück zum Biber, Warum fällt der Baum eigentlich relativ oft Richtung Wasser, wenn der fleißige Nager dran rum nagt?

Auf die Antwort wäre ich nie gekommen. Berechnet das der Biber?

Ne, tut er nicht, weiß der Biberfachmann. Die Bäume, die am Wasser stehen, haben zur Wasserseite oft mehr Blätter und Äste – und sind somit auf der wasserzugewandten Seite wesentlich schwerer. Das bedeutet, wenn der Biber nagt, übrigens immer rundherum, so dass das abgenagte aussieht, wie eine Sanduhr mit schlanker Taille.

Dort wo die Sanduhr ihre dünnste Stelle hat, bricht der Baum – und fällt, aufgrund des ungleichen Gewichts häufig Richtung Wasser.

Der Biber nimmt den Stamm dann mit. Mit erstaunlichen Kräften zieht der Nager das Baumstück hinter sich her. Die gefällten Bäume werden übrigens nicht nur zum Damm- und Hausbau verwendet.

Sie sind auch Nahrungsmittelvorrat für schlechte Zeiten. Denn Rinde und Knospen, die am Baum noch dran sind, gelten bei Bibers als wahre Leckerbissen.

Biber sind übrigens reine Pflanzenfresser. Echter Vegetarier.
Kein Tierchen wird vom Biber angerührt. Dafür lieben sie Gras, Schilf, Blätter – im Frühjahr und Sommer.

Ab Sommer legt das Tier Vorräte an. Mit einem so genannten Futterfloß überlebt das Tier den kargen Winter. Auf und im Floß, das vor dem Eingang des Biberbaus festgemacht wird, findet der Biber, Rinde, Knospen und Zweige, die er dann in der kalten Jahreszeit verputzen kann. Schlau eigentlich oder was meinst du?

Faszinierende Tiere, diese Biber. Und der hier versteht sogar Telepathie. Denn Sandro Schröder hat sich gewünscht, zur Führung ein paar frische Fraßspuren zeigen zu können. Bis gestern gab es keine. 

Doch heute sehen wir eine ganz frisch angenagte Birke. Tja, der ist der Biberexperte wohl auch Biberflüsterer

Der Biber übrigens knabbert auch sehr dicke Bäume an. Die Zähne wachsen ein Leben lang nach – und auch wenn sie abgebrochen sind, sind binnen zwei Wochen wieder nachgewachsen. Die Zähne sind ja so leicht orange. Warum?

Treue und Bibergeil - und schlechter Teamplayer

Der ElbeBiber ist auf natürliche Weise treu. Wenn sich ein Paar gefunden hat, bleibt es meist ein Leben lang zusammen. Je nach dem 1-4 Junge bekommt das Paar jährlich.

Die Jungen bleiben zwei Jahre bei den Eltern und ziehen dann los, um sich neue Reviere zu suchen. Je nachdem, wie dicht die Besiedlung in einer Region ist, so groß ist der Kindersegen.

Denn eines sind Biber nicht: Gute Socializer. Sie haben ihr Revier – und damit basta. Da darf kein zweiter erwachsener Biber sein. Ein Revier wird markiert durch das Bibergeil. Ein Sekret das zur Fellpflege und Reviermarkierung eingesetzt wird und ganz artspezifisch riecht laut Wikipedia ein wenig moschusartig riecht und möglichen Neu-Siedler-Bibern anzeigt: Moment, mein Freund, hier wohne ich schon. Das Bibergeil – das heißt wirklich so, dem wurde zu alter Zeit auch eine Heilwirkung zugeschrieben – auch das trug zur Ausrottung der Tiere bei. 

Wikipedia schreibt weiter: Um das Bibergeil zu gewinnen, musste das Tier getötet werden. Anschließend wurden ihm die Drüsen entnommen und rauchgetrocknet. Boah, klingt echt ungeil. Da lassen wir mal die Finger davon und dem Biber sein Geil. 

Die Paarungszeit ist von Januar bis März – die Jungtiere kommen dann im Frühjahr nach einer Tragzeit von 105 Tagen auf die Welt. Am gefährdetsten sind Biber in den ersten 2 Jahren – im ersten Monat können sie noch nicht mal tauchen und auf Muttermilch angewiesen. Die Muttermilch ist notwendig, weil sie dafür sorgt, dass der Biber Holz zersetzen kann. Ohne Muttermilch kommt dieser Prozess nicht in Gang.

Schwimmen schon, aber tauchen nicht. Doch liebevoll kümmern sich die Eltern bis die Jungtiere endlich ausziehen können. Wenn sie die schwierige Jungtierzeit überleben, werden Biber im Schnitt 8–12 Jahre alt übrigens.

Eisvogel in Lauchhammer???

Sandro Schröder unterbricht kurz: Der Eisvogel hat gefiept. 

Eisvogel. Halloooo in Lauchhammer? Hätt ich nie gedacht. Du? Eisvogel. Also das blaue süße Ding, das auf vielen Nabu-Broschüren drauf ist. Und der Vogel übrigens braucht vor allem Gewässer, die im Winter nicht zufrieren, denn oftmals bleibt er seinem Standort treu. Er fischt, indem er kopfüber ins Wasser stößt – frisst aber auch Insekten, Frösche und Kaulquappen. Der Eisvogel braucht langsam fließende oder stehende Gewässer in  denen reichlich Kleinfische und Sitzwarten sind, schreib der Nabu auf seiner Website. Eisvogel ist vielleicht auch mal ein extra Thema. Wenn du dazu was hören möchtest, mach ich mich gerne auf die Spur. Schreib es in die Kommentare, wenn dich der Eisvogel in der Lausitz interessiert und er mal ein Teil von Lausitzliebe werden sollte.

In dem Gebiet an den Neuteichen wohnt auch der Wiedehopf. Der ist aber gerade in Afrika. Sandro Schröder hofft, dass er im nöchsten Jahr wiederkommt. Eine entsprechende Nisthilfe hat er schon aufgehangen.

Tauchspezialist - für wie lange?

Was glaubst du, wie lange der Biber unter Wasser bleiben kann??? Ich habe mich grandios verschätzt. Noch länger unter Wasser bleiben kann nur die Ringelnatter kann übrigens noch länger. 

Der Biber ist übrigens eine Schlüsseltierart. 81 Tierarten profitieren von seinem Lebensraum. Deshalb hat der Biber einen hohen Schutzstatus und eine eventuelle “entnahme” ist streng geregelt. Meistens bin ich ja nicht so dafür, alles zu überregeln aber hier – bin ich ganz und gar einverstanden, dass 65000 Euro Strafe fällig werden wenn ein Biber unrechtmäßig getötet wird. 

Hier wird der Biber, auch dank des eherenamtlichen Engagements von Sandro Schröder und dem Nabu Ortsgruppe Lauchhammer glücklicherweise in Ruhe gelassen. Ich finde den Biber toll, ebenso wie die anderen Exkursionsteilnehmerinnen und teilnehmer. Danke an die Nabu Ortsgruppe für diese Möglichkeit, Natur direkt hautnah zu erleben. Sandro Schröder erzählt von seiner Beziehung zu dem Biber, den Wölfen und dem Dachs. 

Pelziger Alleskönner - ein Phänomen

Auch ich bin fasziniert und hoffe, dass auch du etwas über den Pelzigen Alleskönner gelernt hast. Das ist echte Lausitzliebe. Wenn dir der Podcast gefallen hat, dann hilf, ihn zu verbreiten indem du ihn an Menschen teilst, die die LausitzLieben, natur lieben und sich dafür interessieren. Drück die Glocke damit du keine Folge mehr verpasst und höre nächste Woche gerne wieder rein. Oder auch in frühere Folgen. Wir waren ja schon beim Rothsteiner Felsen, in der Gahroer Buchheide und dort, wo die Feen tanzen. Ja auch dort, wo nicht nur Pflanzen sondern Gäste aufblühen – mitten in Cottbus. 

Mir bleibt jetzt der Wunsch nach ganz viel Lausitzliebe für dich, für uns, für mich und vor allem für unsere Natur. Ich grüße dich von Herzen. Deine Naturpilgerin. 

Warum LausitzLiebe?

Ich hoffe, du hattest Spaß und Freude an dieser Folge. Mein Anliegen ist es, mit diesen – übrigens recht aufwändigen Berichten und Folgen, noch mehr Menschen für die Natur hier in der LausitzLiebe Region zu interessieren und zu begeistern. Wenn mir das heute gelungen ist, ist alles gut. Wenn du diese Folge unterstützen möchtest, dann Like sie, gib 5 Sterne, teile die Folge und empfehle LausitzLiebe Podcast gern an Menschen weiter von denen du weißt, dass sie die Natur in der Lausitz ebenso lieben wie wir beide. Nun verabschiede ich mich von dir, und wünsche dir wie immer ganz viel LausitzLiebe. Deine Naturpilgerin.