Halbtags-Arbeiten auf Bali

Halbtags-Arbeiten auf Bali

Heute erzähle ich dir, warum wir eigentlich in Bali zum Teammeeting sind?

Geht es nicht auch in Dresden? Oder in Lauchhammer? Natürlich geht das. Aber wie geht Wertschätzung in einem Team, dessen verbindendes Element Selbstbestimmung ist? Deshalb bin ich gerade auf Bali und die ganze vergangene Woche war dem Team gewidmet. Du weißt ja, dass ich die Agentur Wieduwilt Kommunikation führe. 

Gemeinsam und ein Stück weiter weg

Alle im Wieduwilt Team haben Abenteuerlust, hohen Eigenanspruch und Unabhängigkeit als höchste Werte. Und Dresden ist wunderschön, ohne Frage. Auch Lauchhammer ist für so manches Abenteuer gut. Dennoch muss ab und an mal das “richtige” Abenteuer erlebt werden – und dann, das sage ich, Jana Wieduwilt als Chefin: Gemeinsam und ein Stück weiter weg. Das verbindet und schafft bleibende Erlebnisse für uns alle. 

Effektive Arbeit, weil das Team einfach passt

Wir haben über die strategische Ausrichtung von Wieduwilt Kommunikation gesprochen. Und wir haben selten so schnelle, grundlegende und gleichzeitig kreative Tage, die mein Herz vor Glück höher schlagen lassen. Mein Team – und das ist meine tiefe Überzeugung, ist das beste Team der Welt. Nicht wegen Bali, aber doch vielleicht auch.

Die richtigem Mitarbeiter finden kann schwierig sein

Denn ich denke, dass die Herausforderung, die richtigen Mitarbeiter zu finden, inzwischen auch in der Boom-Branche Werbung angekommen ist. Und für mich lag die Herausforderung noch darin, meine Leidenschaft Halbtagspilgern in eine leistungsfähige Agentur umzuwandeln. Aber zurück zu den Mitarbeitern, ohne die auch Halbtagspilgern nun mal nicht geht. Denn auch in der Werbebranche können sich die Mitarbeiter inzwischen aussuchen, wo sie arbeiten WOLLEN.

Goldstaub: Mitarbeiter

Und da haben es kleinere Agenturen, wie Wieduwilt Kommunikation nun mal eine ist, nicht leicht. Mitarbeiter sind wie Goldstaub. Die Kündigung eines Mitarbeiters, die Suche und das Einarbeiten eines neuen Mitarbeiters kosten ein Jahresgehalt – Extra. Von der Zeit, die Chef oder Chefin damit verbringen, ganz zu schweigen. Das schmerzt. Denn in dieser Zeit kann weder Akquise gemacht werden, noch an Kundenprojekten gearbeitet. Die quälende Stagnation im eigenen Unternehmen oder Verantwortungsbereich ist demotivierend. Nicht nur für den Chef, die Chefin sondern eben auch für die anderen im Team. Wenn der Frust für alle zu groß wird, dann geht es in die innere Kündigung.

Kosten bei innerer Kündigung

Und das wiederum kostet. Nicht nur Unsummen sondern auch Kunden. Denn Mitarbeiter mit innerer Kündigung sind nicht loyal und vertreten das Unternehmen nicht im ureigensten Sinn. Im Gegenteil. Die Unlust auf das eigene Unternehmen wird der Kunde direkt oder indirekt deutlich spüren. Ein Jammer. Und was ist die Lösung? Achtsame Kommunikation und der Aufbau einer Arbeitgebermarke, so wie wir es bei Wieduwilt Kommunikation gemacht haben.

Fünf Jahre Vorbereitungen für Arbeit, die nicht nach Arbeit aussieht

Angefangen hat alles 2014. Damals haben wir im Urlaub in Kalifornien unter anderem Google besucht. Wir sahen lustig bunte Fahrräder in Google-Farben, Menschen, die Sport trieben, Menschen, die in schillernden Büros ihrer Arbeit nachgingen, die nicht nach Arbeit aussah. “Das müssten wir auch haben. Arbeit, die nicht nach Arbeit aussieht”, dachte ich damals. Und heute: Wir arbeiten und es sieht nicht nach Arbeit aus. Es fühlt sich völlig organisch an.

Leidenschaft und Achtsamkeit

Natürlich! Wir pflegen einfach unsere Leidenschaft. Alle acht. Das ganze Team. Und ich denke, dass ich wirklich behaupten kann, das beste Team der Welt zu haben, das mich unterstützt, das für unsere Kunden da ist, um die kreativsten und besten Antworten auf alle Kommunikationsherausforderungen zu entwickeln. Achtsam. Individuell. Auf den Punkt.

Wo der Fisch anfängt zu stinken

Und ja, wir haben Wieduwilt Kommunikation zu einem Arbeitsort gemacht, der genügend Platz lässt, für Selbstbestimmtheit, für Verantwortung, für persönliche Entwicklung. Denn wir haben zuerst angefangen, wo der Fisch anfängt zu stinken. Bei mir als Chefin. Denn Chef sein, das musst du erst mal lernen.

Was genau sind unsere Schritte gewesen, um dies zu erreichen?

  1. Mach dir eine Vision? Du willst, dass dein Unternehmen, deine Abteilung so attraktiv ist, wie Google oder Wieduwilt Kommunikation? Dann schau dir an, was solche Unternehmen machen? Der aufgestellte Kickertisch oder das bunte Fahrrad sind es nicht, die sind, wenn sie einfach installiert werden, einfach nur Kosmetik. 
  2. Wer ist Chef? Wie ist der Chef? Was für ein Chef willst du sein? Kläre das für dich. Und dann werde es.
  3. Welche Werte sollten die Menschen haben, die dein Unternehmen voran treiben. Damit meine ich: Ein Buchhalter zum Beispiel wird Sicherheit, Struktur und Korrektheit als oberste Lebenswerte haben. Ein Art Direktor wird wohl idealerweise eher Kreativität, Unabhängigkeit und Neugier mitbringen. Daher schau, dass du für alle Stellen, die du zu besetzen hast, die idealen Mitarbeiter findest. 
  4. Stimmen deine Werte – jedenfalls grundsätzlich, mit denen deines Unternehmens und mit denen deines Teams überein?
  5. Fang langsam an. Nimm deine Mitarbeiter mit auf den Weg. Wenn du ein Chef (warst), der nach dem Motto: “Nicht gemeckert ist genug gelobt”, handelt, dann ist eine überschwängliche Einladung zum gemeinsamen Wildwasserrafting in Honolulu vielleicht etwas zu weit gesprungen. Versuch es erst mal mit regelmäßigen und effektiven Teammeetings, mit etwas mehr Freiheit im Alltag. 
  6. Leb es vor. 
  7. Mach dir einen Plan und setze diesen Schritt für Schritt um.
  8. Feiert gemeinsam jeden Erfolg.

Gehörst du zum Club der 99?

Gehörst du zum Club der 99?

Wann ist genug genug?

Es ist 2.48 Balinesischer Zeit und mir geht eine Geschichte nicht aus dem Kopf, die ich heute gelesen habe. Es ist stockdunkel, naja, nicht ganz. Der Mond ist da und spiegelt sich immer mal wieder kurz im jetzt schwarzen Wasser bevor die Wellen umbrechen. Ich sitze hier und freue mich des Lebens.

Halbnachtspilgern

Es ist Bali und ich bin heute mal halbnachtspilgern. Dass ich mir das erlaube, liegt auch daran, dass wir in einem wirklich sehr angenehmen Hotel sind und wir unauffällig, aber mit Sicherheit bestens bewacht sind. Hier ist alles dafür gemacht, runterzukommen und den Chill-Modus einzuschalten. Hab ich gerade. Jetzt ist in Deutschland Feierabend und hier noch keiner wach.

Staunen

Das Meer hat ne ziemliche Welle, das Wasser kommt gerade zurück und nimmt sich den schwarzen Strand mit. Schwarzer Strand. Interessant. Als ich das das erste Mal sah, musste ich gleich mal den Sand in die Hand nehmen, weil ich gar nicht glauben konnte, dass es sowas gibt. Und nun sitze ich hier und staune, was für Geschenke das Leben so für mich ausgepackt hat.

Eine Geschichte

Das Meer sendet Kraft und Inspiration und erinnert mich an die Geschichte, die ich bei Jorge Bucay gelesen habe: Sie geht ungefähr so: Ein König war reich und hatte alles, was du dir vorstellen kannst. Alles vom allerfeinsten. Und doch war er ewig schlecht gelaunt, fühlte sich schlecht und war griesgrämig. Ich würde sagen: Mundwinkel ganz nach unten.

Meckermodus.

Der König hatte einen Diener, der ihn täglich weckte und bei den morgendlichen Verrichtungen half. Dabei war der Diener, ein armer Mann aus dem Dorf, immer so strahlend gut gelaunt, dass es eine Lust war, ihm zuzusehen. Fröhlich ging er dem König zur Hand, hatte ein Liedchen auf den Lippen und oft ertönte sein helles Lachen. Der König fragte den Diener: “Warum bist du so gut gelaunt?” “Die Sonne scheint, ich darf hier arbeiten. Warum sollte ich klagen?”, fragte verwundert der Diener und pfiff ein neues Liedchen.

Ein perfider Plan

Den König ließ das nicht los und er fragte seinen Großwesir. Der Weise wusste sofort, was Sache war: “Er gehört noch nicht zum Club der 99”. Kurz: Die beiden heckten einen Plan aus und hängten am Abend einen Sack mit 99 Goldmünzen an die Haustüre des Dieners. Dieser fand den Beutel, vergewisserte sich, dass niemand da war, dem er gehörte, setzte sich in sein Haus und zählte. Er zählte noch mal. Und noch mal. “Das kann nicht sein, es muss ein Irrtum sein. Wo ist die 100. Münze?” Er begann zu rechnen. In sieben Jahren würde er die 100. Münze erarbeitet haben.

Er ist drin im Club der 99

Aber wenn seine Frau auch im Dorf arbeiten würde, könnten sie es schon in 5 Jahren geschafft haben. “Dann kann ich mich zur Ruhe setzen”, dachte der Diener. Er rechnete weiter. Und rechnete und rechnete. Und da hatte sich derselbe Zug aus Schmerz an seinen Mundwinkeln eingenistet. Er war eingetreten in den Club und war voller Sorge. Immer in der Zukunft, nicht mehr im Jetzt. Der König übrigens hatte den Diener bald entlassen, weil dieser immer so schlecht gelaunt war.

Die Moral von der Geschicht?

Überleg mal selber. Gehörst du zum Club der 99? Und wenn ja: Was hindert dich, dich an den 99 Münzen, die du schon hast zu erfreuen? Jetzt? Wenn du aus dem Club wenigstens temporär austreten möchtest, dann geh den ersten Schritt: Hol dir das Losgehen-Buch von mir. Obendrauf bekommst du meinen Newsletter, einmal in der Woche. Halbtagspilger-Content. Und dann, dann lösen sich deine Mundwinkel und schnellen nach oben. Du vergisst die 100. Münze und kannst einfach unbeschwert LÄCHELN!

 

Die erste, die es wusste!

Die erste, die es wusste!

Interview mit Cornelia Heinz – Erfinderin der ErfolgsTempel-Methode für Unternehmerinnen

Es war eine Mail, die Cornelia Heinz ganz tief in mein Herz führte. Eine Mail, die so warmherzig, ehrlich und ergreifend geschrieben war, dass ich Gänsehaut bekam, als ich sie las. Ich schrieb spontan zurück, besser gesagt, es schrieb mich.

Erstes Treffen

Schnell war ein erstes Treffen verabredet. Ich erfuhr die Geschichte von Conny. Und war ein weiteres Mal tief beeindruckt. Und – unter uns gesagt – mich beeindruckt nicht so sehr viel.

Aber ich lerne unglaublich gern von klugen und inspirierenden Menschen. Schon das erste Gespräch – in dem es bei weitem nicht nur um geschäftliche Dinge, sondern auch um unsere Geschichte als Frauen, Mütter, Unternehmerinnen ging, war so voller Informationen gespickt, dass ich gar nicht anders konnte, als diese Dinge umzusetzen.

Sie wusste es als erste

Cornelia Heinz war es auch, die als erste von meinem Traum erfuhr, so viel zu reisen wie möglich, Achtsam zu sein im Alltag und trotzdem ein erfolgreiches Geschäft zu führen. Es ist jetzt so. Ich darf halbtagspilgern, du liest darüber in diesem Blog. Daher bin ich riesig froh, meine Freundin und Unternehmensberaterin Cornelia Heinz hier im Interview zu haben:

Das Interview

Jana: Conny, Du wusstest als erste von meinem Traum, mein Business von jedem Ort der Welt aus, steuern und ausüben zu können und hast die Grundlagen dazu mit deiner klugen, cleveren und einfühlsamen Beratung gelegt. Warum sollte jeder Unternehmer eine Vision haben? Warum ist das so wichtig?

Conny: In meinen Augen hat jeder Unternehmer eine Vision, sonst wäre er nicht Unternehmer, würde kein eigenes Ziel verfolgen, würde sich nicht mit seinem Business verwirklichen wollen, das heißt, für mich bedeutet, Unternehmer sein, nach seiner eigenen Vision zu leben.

Der rote Faden

Nur manchmal ist das so, dass man das einfach nicht weiß oder erst im Nachhinein den roten Faden findet, der einen zu der Vision leitet. Eine Vision ist für mich ein Leitstern, der ganz oben über deinem Unternehmen, deinem Leben steht und der dir die Orientierung gibt. Ich glaube gerade in der heutigen Zeit, in der sich alles so schnell ändert, ist es wichtig, zu wissen, wo dein Leitstern ist und wo du hinschauen musst, damit du auf deinem Weg bleibst.

Jana: Liebe Conny, immer, wenn wir uns sehen oder hören, fragst du zuerst nach dem aktuellen Stand. Wie ist dein Leben? Wo stehst du gerade? Du sagst, das machst du mit jedem deiner Klienten. Warum ist dir das so wichtig, bevor es an die harten unternehmerischen Fakten geht?

Conny: Meine allererste Coaching-Ausbildung war personenzentrierte Gesprächsführung. Dort habe ich gelernt, dass man all die Dinge, die man mitnimmt, z. B. Dinge aus dem Alltag, die gerade passiert sind, wie kleine Barrieren zwischen dem stehen, was man eigentlich gerade bearbeiten will und dem, was gerade dran ist.

Ankommen als Prinzip des Gespräches

Conny: Es ganz wichtig, anzukommen. Die Grundlagen für das Coaching baust du, indem man die kleinen Befindlichkeiten thematisiert. Meist sind sie mit einem Lächeln ganz schnell fort und man kommt dann in die Ruhe, um an den wahren Themen zu arbeiten. Und deswegen ist es mir immer wichtig zu wissen, was steht gerade an, was beschäftigt dich, was tust du gerade. Denn wenn dort etwas ist, das aktuell so wichtig ist, dass du den Kopf nicht frei hast, müssen wir da erst mal schauen. Das ist für mich Zeit- und Prioritätenmanagement.

Halbtagspilgern für Unternehmer

Jana: Ich weiß inzwischen, dass es viele, viele Menschen gibt, die auch halbtagspilgernd leben wollen, also eine gesunde Mischung aus Arbeiten, Rückzug, aus Anspannung und Schaffen und aus Abenteuer und Unterwegssein haben möchten. Das passt ja auch ein bisschen in die künftige Arbeitswelt, die sich erheblich von der Welt unterscheidet, die wir z.T. heute noch vorfinden. Was rätst du? Womit sollen diese Menschen anfangen?

Conny: Der Anfang ist immer am schwersten. Der allererste Schritt ist die Entscheidung, die du oder deine Leser treffen müssen: Ja, ich will anders sein, ich will anders leben, ich will mehr ich sein. Und mit dieser Entscheidung kommen die Lösungen.

Kuscheljacke?

Als wir zusammengesessen haben und du mir gesagt hast: „Ich kann mir das gar nicht erlauben. Was sollen den meine Kunden denken, wenn ich da in Kuscheljacke im Wohnwagen mit denen unterwegs bin, mit ihnen telefoniere?“ Und du hast dir da ganz viele Gedanken gemacht: „Was denken die über mich, denken die, dass ich nicht mehr die Expertin bin?“

Unternehmerin mit Kuscheljacke und Rucksack

Wir haben festgestellt: „Nein, es ist genau anders herum!“ Die Leute sagen: „Oh, wie cool, du kriegst das hin, du machst das!“ Und du bist in deinem Expertenstatus sogar noch gestiegen. Als erstes haben wir die Idee fixiert, wie genau du arbeiten willst. Was brauchst du, damit du so arbeiten kannst? Und wir haben dann geschaut, was du unternehmen, verändern und anpassen musst, damit du dann auch auf die Reise gehen kannst.

Ich glaube, das ist auch ein Prozess, zu entscheiden, was man mitnehmen will, welche Hindernisse es gibt. Dann räumt man diese Dinge auf und findet Lösungen. Diese sind ja heutzutage mit den digitalen Möglichkeiten sehr vielfältig und man kann losgehen.

Agile Gefühle

Jana: Bei aller Agilität. Du gehörst zu den Unternehmerinnen, die offen mit ihren Gefühlen umgehen, die immer mutiger voran gehen und auch mal Schwäche öffentlich zulassen und zugeben. Das finde ich ganz, ganz stark. Denn es macht dich authentisch. Woher nimmst du den Mut, das zu tun?

Conny: Diese Frage haut mich jetzt etwas aus den Socken, weil ich vor kurzem erzählt habe, wie es mir geht, dass es mir gerade körperlich nicht so gut geht, dass ich eine Pause, einen Rückzug brauche. Es ist natürlich im alltäglichen Bild einer toughen Unternehmerin schwierig, auch den verletzlichen Menschen zu zeigen. Ganz ehrlich: meistens ist es für mich wesentlich schwieriger und kraftraubender, eine Fassade aufrechtzuhalten und aus diesem Grund tue ich es einfach.

Mutig

Ob es dazu Mut braucht? Keine Ahnung, für mich braucht es mehr Mut und Kraft, es versteckt zu lassen. In all den Beratungen, bei denen ich mit den Kundinnen im Gespräch war, durfte ich feststellen, dass gerade die, die so stark da stehen, gleichzeitig auch sehr verletzlich sind.

Was Besonderes entsteht

Wenn man mit diesen Menschen von Mensch zu Mensch spricht und sich zeigt, entsteht so viel Neues, so viel Tolles, so viel Wärme, so viel Stärke und das macht es besonders. Vielleicht fällt es mir deswegen so einfach, das zu zeigen, weil ich es auch bei so vielen anderen Frauen, vor allem auch bei Unternehmerinnen und auch Unternehmern sehe, dass hinter dieser „Ja, ich kann alles“-Fassade ein Mensch steckt. Jeder dieser Menschen will ab und an auch mal in den Arm genommen werden und dafür muss er sich auch zeigen.

Ja, ich glaube, dass macht es aus, zu sagen, „hey ich bin Mensch“. Ich kann hier sein und es ist mein Ziel, immer mehr ich selbst zu sein und den Mut und die Kraft zu haben, als ICH sichtbar zu sein.

Jana: Liebe Conny, danke. Nimm uns doch einmal kurz mit in dein Leben. Wo stehst du gerade? An welchen Projekten arbeitest du? Und wie kann man dich erreichen?

Conny: Ja, jetzt ist ja mein neues Buch online. Wir haben ja zusammengesessen, zusammengeschrieben, seit drei Monaten ist es auch im Buchhandel erhältlich und ich bin total stolz.

Der Erfolgstempel

Es geht um den Erfolg in dem Erfolgstempel, dass eigene Business so zu bauen, dass ich mich wohl damit fühle und der Tempel mir und meinen Visionen dient. Mit dieser Botschaft möchte ich gerne rausgehen!

Es wird Lesungen geben und kleine und große Workshops dazu. Mein Ziel ist es, gerade Frauen und Unternehmerinnen sowie auch Unternehmer, die mehr „echt“ sein wollen, auf diesem Weg zu unterstützen ein Business so aufzubauen, dass es zu ihnen gehört.

Daneben passieren noch so viele tolle Sachen, die auf dem Weg entstehen, ja, ich bin total gespannt darauf, was in ein, zwei Jahren alles so passiert. Ich bin ja inzwischen auch Speakerin, stehe auf großen Bühnen, möchte gerne mal in einem Stadion auf der Bühne sein, um 20.000/30.000/50.000 Menschen zu begeistern. Das ist vielleicht einer meine größten Träume.

Auf Tour again

Auf Tour again

Die 72-Stunden-Regel

Endlich. Wieder los. Koffer gepackt. Die wichtigsten Sachen drin. Ein paar Kilo im Köfferchen oder Rucksack, Tür zu und ich fühle mich frei! Wissend, dass ich nicht viel brauche, um zu überleben. Immer dabei habe ich inzwischen meinen Laptop, diverse Ladekabel, Karten, meine Kuscheljacke, ja, auch im Sommer, mein „kleines Badezimmer“-Kosmetiktasche und Geld. Der Rest findet sich. Immer und überall.

Ankommen

Ich liebe den Moment, in dem man das erste Mal in einem fremden Ort ankommt. Sich vertraut machen, annähern. Sprache hören. Ist sie hart? Weich? Ein Singsang? Kantig? Gerüche? Frische? Muffig? Wie sehen die Menschen aus? Welche Gesten benutzen sie? Ist man sich hier vertraut?

Kreativitätstankstelle

Und mit jedem Meter, den ich hier oder dort zurücklege, kommt Kreativität in mich. Es fließt in mich hinein. Ideen sprudeln. Und dann bitte ich meine Begleiter: „Leute, ich muss in ein Café, in ein Restaurant, in einen Park oder an den Strand. Irgendwo, wo ich schreiben kann.“ Da will ich bleiben und lasse meine Ideen sprudeln. Schreibe sie auf. Meine Oma sagte: “Man muss die Feste feiern, wie sie fallen”. Finde ich auch. Daher feiere ich meine Feste unterwegs. Ideen kommen aufs Papier oder in den Rechner. Dort, wo sie entstehen. Denn da haben sie noch ihre Grundenergie, die so unendlich wertvoll ist. Diese Kraft der Energie trägt. Lange. #

Meine ultimative Soforthilfe bei Ideen-Überschuss?

Nimm dein Notizbuch, lass alle Termine fahren – wenn es irgendwie geht, und schreib es auf. Wenn es nicht geht, und du unbedingt weiter musst, dann mach dir einen Gedächtnisanker. Schreib ein dickes Stichwort in dein Handy, oder auf deinen Notizblock und blocke dir die nächste Möglichkeit, um es niederzuschreiben. Denn hier greift die 72-Stunden-Regel, die besagt, dass das, was du in den nächsten 72 Stunden nicht anpackst, nie werden wird. Daher. Schreib dir nicht nur die Idee auf sondern auch den Zeitpunkt, an dem du sie zu Papier bringen wirst oder umsetzt.

Der Mann, der konsequent sein Warum lebt. Der Schlossherr von Lilllliput.

Der Mann, der konsequent sein Warum lebt. Der Schlossherr von Lilllliput.

Ein Interview mit dem Pilgerkritiker!

Steffen Modrach ist.. ich weiß es nicht. Lest selbst. Er ist auf jeden Fall der, der mit Schloss Lilllliput in der Nähe von Schlieben in Brandenburg eine Arche in die Landschaft geworfen hat, die zum Staunen einlädt. Er hat nach eigenen Angaben alles selbst gebaut. Alles.

Er ist der Mensch, der sehr konsequent sein WARUM lebt. Deshalb werde ich dort am Ostersamstag, 20.4.2019, 17 Uhr meine erste Lesung machen. Anmeldungen sind per Mail an jw@wieduwilt-kommunikation.de erbeten, Eintritt frei, Platzzahl ist begrenzt. Mit meinem Buch „Finde dein Warum“ werde ich eine interaktive Lesung gestalten. Doch jetzt: Das Interview mit Steffen Modrach alias Viktor I., Schloss Lilllliput.

Lieber Steffen, äh, Viktor I., ich bin dir so unendlich dankbar, dass du mir eine Audienz gewährst und mich und meine Leser mitnimmst in deine – oder auch unsere Welt. Ich habe das Gefühl, dass wir beide eine ähnlich geartete Mission haben. Deine hat mit Kugeln zu tun, meine mit Buchstaben. Beides dürfen wir in eine mehr oder weniger logische Abfolge bringen. Ich habe bis 2072 noch hunderte Texte rauszubringen, halbtags! Und du baust in den nächsten 16 Jahren Lilllliput fertig. 

Jana Wieduwilt: Wer oder was hat dich dazu bewegt, dieses Schloss in der Brandenburger naja, sagen wir mal kargen Landschaft, aufzubauen? Baut Steffen oder Viktor?

Steffen Modrach, Schloss Lilllliput: Wer zu einer echten Führung aufschlägt, das Maul schließt, Ohren, Augen und Nase aufsperrt, erfährt, beim Schloss-Lilllliput handelt sich um eine echte Arche. Am, im und unter dem Haus leben über 60 Tierarten. Und es werden mehr! Zuvor war hier tote Hose. Überdies, alle Götter dieser Welt haben etwas zum Erhalt der Umwelt gesagt. In der Bibel findet sich der Satz: „Wer die Erde verderbt, wird verderbt werden!“ Das ist Lebensmaxime und Leitsatz – für mich. Denn es ist nicht 5 vor 12, es ist längst 5 nach 12.

Jana Wieduwilt: Hast du eigentlich ein Attest, so bescheuert zu sein?

Steffen Modrach: Täglich kommen Besucher, inzwischen aus aller Welt. Sie freuen sich oft wie Kinder, lachen viele Male herzhaft, staunen, begreifen, sind wißbegierig, schalten ab und tanken sich mit Glücksgefühlen voll. Sie vergessen für 1 1/2 Stunden Schmerzen, Einsamkeit, Verzweiflung…

Du hast Recht, so etwas zu bewirken ist bescheuert, ist krank, krass, blöd, meschugge… Ein Großteil der Menschen die aus tiefer Liebe so etwas bewirken gelten als Ketzer. Früher hat man sie ersäuft, gerädert oder gehängt. Jesus hat man ans Kreuz genagelt und die tolle Frau mit dem Pfefferkuchenhaus wurde zu Unrecht als Hexe verschrieen und am Ende lebendigen Leibes verbrannt. Zuvor hat der Typ namens Hänsel und die Göre Gretel ihr Haus beklaut und teilweise zerstört. Lies das Märchen noch mal, aber bitte genau, dann weißt Du was am Ende mit Leuten wie mir passiert…weil sie halt bescheuert, also anders sind.

Jana Wieduwilt: Du scheinst ein umgänglicher König zu sein. Oder auch nicht. Ich habe die Geld-Guillotine genau betrachtet, es schien, als wäre Blut am Fallbeil. Wie gehst du mit störenden Untertanen um?

Steffen Modrach: Eine Horde Bankmitarbeiter aus Berlin, den Namen der Bank darf ich nicht sagen, war hier und hat ein Kunstwerk-Fallbeil in Auftrag gegeben. Sie haben es mitgenommen, aber nie in ihrem Foyer aufgestellt. (Hosenschisser) Also habe ich mir eine zweite Guillotine von meinem Meisterschlosser bauen lassen. Fertig. Naja, noch nicht ganz… Seit Jahrhunderten gilt; wer die Guillotine besitzt, ist auch gleichzeitig der Henker. Das war mir auch nicht bekannt. Sei`s drum, besser ein arbeitsloser Henker als umgekehrt. Da sind wir uns doch einig, oder?

Jana Wieduwilt: Was macht dich nervös, außer Kinder, die Libellen anfassen?

Steffen Modrach: Lehrer und … wie schreibt man das ?…. Intellektuelle.

Jana Wieduwilt: Gibt es einen großen Plan? Oder plant das Große jeden Tag neu?

Steffen Modrach: Es gab von Anfang an einen Plan, bei einer Arche muß man schon wissen wie der Kasten aussehen soll und wo die Bretter hingehauen werden, sonst säuft der Kahn ab. Bei meiner Arche aus Betonkugeln ist es ähnlich, 1 Million Betonkugeln müssen mit Sinn und Verstand gelegt, geformt und verbaut werden… sonst macht alles bautz… und Leute sind tot…

Jana Wieduwilt: Du hast eine Kirche auf Lillliput und behauptest auf Instagram, einen direkten Draht zu Gott zu haben, schön, wenn das alle hätten! Was sagt Gott denn heute zu uns Halbtagspilgern?

Steffen Modrach: Das willst Du nicht hören! Wer pilgert kümmert sich nur um sich. Du kannst auch den ganzen Tag pilgern, bis an den großen Ozean und Dir in ein Heftchen viele tolle Stempel geben lassen, während in Afrika noch Kinder geschunden werden oder in Kriegen verrecken. Besser wäre sich aufzumachen und nur IRGENDEINEN ANDEREN zu retten, am Ende wäre damit die ganze Welt gerettet. Das sagt Gott – amen.

Jana Wieduwilt: Fast jedes Element deines Schlosses erzählt Geschichten. Wahrscheinlich jedes. Kommen die Geschichten selbstständig zu dir oder zwingst du sie?

Steffen Modrach: Alles kommt von außen, ich bin nur der Sklave, oder das Sprachrohr. Nimm es wie Du willst… Ich selbst habe nicht viel auf der Kirsche. Wenn ich zum Beispiel Bücher schreibe, dann denk ich nicht nach, die Hand läuft einfach allein, und am Ende frage ich mich: Wer hat denn so was geiles geschrieben? Oder so ähnlich.

Jana Wieduwilt: Ich bin Halbtagspilgerin. Und nehme nur mich selbst auf die Schippe. Du scheinst in deiner Arche die Erde mit Freude und Spirallogik fluten zu wollen. Was treibt dich an? Jeden Tag so früh aufzustehen und jeden Tag am Schloss zu arbeiten? 25 Jahre lang? Wer bist du?

Steffen Modrach: Ein kleines gebeuteltes Menschlein, aber immerhin Einer der auszog, das fürchten zu lernen. Und warum ich jeden Tag so extrem früh aufstehe? Mensch Mädchen, ich muß pinkeln!

Jana Wieduwilt: Welche Schnapssorte wirst du wählen, um dich am 2.4.2025 zu betrinken?

Steffen Modrach: Bin Rotweintrinker.

Jana Wieduwilt: Wen nimmst du mit auf deine Arche? 2025, wenn sie fertig ist?

Steffen Modrach: Ein paar tausend Zigaretten, ein paar Paletten Rotwein, 300 gute Bücher (also die nicht auf der Spiegel-Bestsellerliste stehen) und eine Packung Gummihandschuhe, falls sich noch irgendwo Zement finden lässt.

14 Tipps für arbeitende Pilger – Wie Arbeiten und Pilgern wirklich funktioniert

14 Tipps für arbeitende Pilger – Wie Arbeiten und Pilgern wirklich funktioniert

  1. Nehmt euch einen Rechner mit, der nicht zu schwer ist. Je nachdem, was ihr macht, tut es auch eine Tastatur und ein Tablet.

  2. Wichtig: Strom. Steckdosen sind in den Herbergen am Camino Frances auch 2021 schon häufiger direkt am Bett, aber wie willst du gleichzeitig 3 Geräte über Nacht laden? Nehmt am besten einen Verteiler mit. Klar, wiegt was, aber ihr habt Strom für Handy, Tablet und Tastatur und eine Verlängerung dazu

  3. Da ihr sowieso spätestens 8 Uhr aus der Herberge komplimentiert werdet, ist es leicht, sich Etappen vorzunehmen, nach denen ihr ungefähr bis 14 oder 15 Uhr in der nächsten Herberge seid. Während der Zeit des Gehens habe ich es vermieden, erreichbar zu sein, weil der Weg so viel Überraschendes bereit hält. Nach Checkin, Dusche und WIfi-Verbindung könnt ihr dann, frisch mit Strom versorgt, in aller Gemütlichkeit arbeiten.

  4. Wer lärmempfindlich ist und im Trubel der Herbergen keine Ruhe zum Arbeiten findet, dem sei der Besuch der zahlreichen am Weg liegenden Cafeterias empfohlen. Wifi gibt es überall kostenlos, Steckdosen meist auch. Die Spanier sind hier sehr entspannt und man kann sich – bei kleinerem Geldbeutel – sehr, sehr lange an einem Kaffee aufhalten. Auch hier muss man gewissermaßen lärmunempfindlich sein, Fernseher läuft IMMER, manchmal hast du aber Glück und findest eine Ecke weit weg vom Fernseher und von der Kaffeemaschine.

  5. Legt eure Daten in die Cloud. Um nicht zu viel Speichermedien mit sich herumtragen zu müssen, legt eure Daten in die Cloud. Hier könnt ihr von woauchimmerihrgeradelangpilgert zugreifen.

  6. Wasserdicht verpacken. Ich habe meine elektronischen Sachen in Zip-Beuteln, falls mich doch mal der Regen überraschen sollte

  7. Achtung. Aufpassen. Klar sind alle Pilger freundliche Leute und mir ist nie was weg gekommen auf meiner Tour. Aber wenn ihr in der Herberge arbeitet, wissen alle Mitpilger, dass ihr mehrere elektronische Geräte mit habt. Daher, nehmt die Sachen in einem Tagesrucksack oder einem einfachen Beutel einfach mit euch mit, auch wenn ihr nur durch die Herberge oder zum Duschen geht

  8. Headset. Finde ich praktisch zum skypen oder telefonieren, aber auch, um sich Musik auf die Ohren zu legen und um sich bisschen abzuschotten

  9. Ich habe auch Noise Cancelling Kopfhörer dabei.

  10. Nehmt Rücksicht. Die anderen Pilger wollen sich unterhalten, sich ausruhen, Wein trinken und was auch immer. Führt wichtige Telefonate, wenn ihr allein seid oder draußen. Sagt euren Mitpilgern, dass ihr kurz was arbeiten müsst und erklärt mit ein-zwei Sätzen, was ihr macht. Beteiligt euch ab und an. Das schafft Gemeinschaft und macht den Reiz des Weges aus.

  11. Trinkt genug (Wasser), so wie an jedem normalen Arbeitstag auch. Meine Feststellung ist, dass man nach der körperlichen Anstrengung ganz besonders konzentriert und damit effektiv arbeiten kann.

  12. Ich habe einzelne Arbeitstage eingeschoben – also Tage, an denen ich nicht gelaufen bin, sondern dann eben zwei Tage an einem Ort blieb. Das empfand ich als sehr angenehm, weil dann auch die mir und meinen Klienten wichtige Privatsphäre gesichert war.

  13. Datensicherheit: Bastelt euch einen Tunnel mit verschlüsselten Verbindungen, so dass ihr wirklich die Datensicherheit garantieren könnt – und macht wirklich wichtige Sachen über euer eigenes Internet.

  14. Eigenes Internet. Ja, der Datenupload und -download in den Herbergen reicht für WhatsApp, Facebook und Co. Wollt ihr dauerhaft Videokonferenzen machen, so wie ich.. ups, dann ist es besser, ihr bringt euer eigenes Wifi mit. 

Wie sind eure Erfahrungen beim Arbeiten und Unterwegssein? Ich freue mich sehr sehr darauf, von euch zu lernen. 

Cheating day

Cheating day

Schneesturm und 12 Kilometer Anstieg sind zu viel für mich. Ich nehm den Bus nach Burgos. Da ist es zwar auch nicht wärmer, aber in der Großstadt ist das Winterwetter schon besser zu ertragen als auf dem Land. Und Burgos ist eine schöne Stadt. Als Pilger bekommt man Eintrittsrabatt bei der Kathedrale, ein beeindruckendes Bauwerk mit langer Geschichte. Das war das erste gotische Gotteshaus auf der Iberischen Halbinsel: 1200 und ein paar Jahre! Sehr beeindruckend.

Jetzt habe ich in der Pilgerherberge eingecheckt. Intimsphäre naja ok, modern, nüchtern und Steckdosen am Bett!

Habe die Australierin wiedergetroffen und die Englisch-Spanische Claudia vom ersten Tag. Wir gehen dann gleich mal in die Bar gegenüber. Ist ja schließlich Wochenende!

Angekommen

Angekommen

Mal wieder angekommen. Diesmal eine private Herberge, die aber auch ganz nett ist. Etwas kleiner und ich habe das Gefühl, dass sich hier die komplette Comunity von gestern wieder zusammen findet. Muss mal gucken, ob ich irgendwo doch Wein finde, da ich ja dann gestern gegen Abend eingeladen wurde .. da bin ich wohl heute dran. Die Reisegruppe, die sich hier zusammengefunden hat, besteht aus 2 x Schwaben, 1 x Bayern, 2 x Korea, die dritte Koreanerin habe ich noch nicht gesichtet, 1 x Amerika, 1 x Dänemark, noch mal Montana (US), der Pfarrer (US), das australisch–chinesische Pärchen mit Wohnsitz in Singapur und ? 

Achja, die Italienerin aus Logrono ist auch wieder aufgetaucht.. Also, ich habe das Gefühl, dass ich inzwischen jeden kenne, der hier lang geht. Hat so was von Klassenfahrt für Ältere. Die beiden Leipziger fehlen noch. Und die hustende Spanierin. Hier gibt es jedenfalls dann irgendwie vom Herbergswirt selber zubereitetes Abendessen. Das nehm ich und dann husch ich in mein Bett. Bett ohne Strom, aber unten. Und nur 12 oder so im Zimmer. Ist ja regelrecht kuschelig.:)

Der Camino lässt niemanden los

Der Camino lässt niemanden los

… und manche bleiben für immer. Wie die nette spanische Gastgeberin, die in einem weiteren Dorf ihre Herberge und ihr Café für die kleine Reisegruppe, die sich heute gebildet hatte, aufmachte. Ein Bullerofen in der Mitte der Räume, Orangen und Äpfel drapiert – Kekse, Sandwich.. Cool. Und frisch gepresster O-Saft. Sie ist den Weg mehrmals gegangen, ganz oft. Am Anfang wegen sich selbst, später nur wegen der Leute. Und schließlich hat sie dieses Gehöft in diesem ansonsten sehr sehr kleinen und wenig belebten Ort gekauft. Wegen der Leute, wegen der Pilger, sagt sie und man nimmt es ihr ohne Weiteres ab.

Begegnungen auf dem Weg

Begegnungen auf dem Weg

Es gibt Begegnungen auf dem Weg, die vergisst du nicht. Heute früh bin ich so einigermaßen leichtfüßig durch ein Dorf geschritten und dachte, es wäre gut, wenn ich hier eine Toilette und dann vielleicht noch einen Kakao finden würde. Aber die Spanier machen ja ihre Tiendas in den kleinen Dörfern meist erst um 10 auf… Hmm.

Also bin ich so frohgemut durch das leere Dorf getapelt, und ich hörte ziemlich laute Gitarrenklänge. Suchend blickte ich mich um, da stand Ernesto vor mir. Wünschte „Buen Camino“ und fragte, ob ich einen Kaffee wöllte.

Naja, wo Kaffee, da ist auch meistens Kakao nicht weit, dachte ich und folgte ihm. In dem rustikalen Haus lebt Ernesto für die Pilger. Das ist die Kultherberge, die ich da aus Versehen „getroffen“ hatte. Sofort bekam ich heißes Wasser, Kakao stand auf dem Tisch. Brot und Marmelade gereicht. In trauter Gemeinschaft mit den anderen Pilgern (Lars der Däne, Gerry der Amerikaner und den beiden Koreanern, deren Namen ich nicht zustande kriege) war ein Teil der gestrigen Schlafgemeinschaft wieder vereint. Schön.